Hückelhoven-Baal - Durchbruch mit dem Aufzug

Durchbruch mit dem Aufzug

Von: Norbert F. Schuldei
Letzte Aktualisierung:
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So sieht der Zugang zu den rund sieben Meter über dem Bahnhofsgelände liegenden beiden Bahnsteigen am Bahnhof Hückelhoven-Baal heute aus: Für Behinderte sind die Züge nicht zu erreichen. Foto: N. Schuldei

Hückelhoven-Baal. Der Haltepunkt Baal der Deutschen Bahn auf der Strecke Düsseldorf-Aachen ist der offizielle Bahnhof der Stadt Hückelhoven. Seit Anfang der 1990er-Jahre bemüht sich die Stadt in zähen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn um eine „Attraktivitätssteigerung des Bahnhofes”. Jetzt scheint der entscheidende Durchbruch in Sachen Personenaufzug geschafft zu sein.

Der Terminus „Attraktivitätssteigerung” bedeutet nichts anderes, als den Bahnhof auch für Behinderte mit und ohne Rollstuhl zugänglich zu machen. Die nämlich können den Zügen nur hinterherschauen: Den rund sieben Meter über dem Bahnhofsgelände liegenden Bahnsteig über die Treppen zu erreichen, ist für sie nicht möglich; Zugreisende mit Kinderwagen sind auf fremde Hilfe angewiesen; Bahnkunden mit Gepäck sind erholungsreif, wenn sie im Abteil sitzen. Die Idee, zusätzlich zum Treppenhaus einen Aufzug zu installieren, liegt auf der Hand.

„Mitte der 90er-Jahre”, so Bürgermeister Bernd Jansen, „zeichnete sich bereits ab, dass die Umsetzung des geplanten Personenaufzuges aufgrund der notwendigen Verträge und Abstimmungen mit der Bahn zumindest schwierig sein würde”.

Das war optimistisch ausgedrückt. Für das Projekt „Attraktivierung” des Bahnhofes Baal plante die Stadt im 1995-er Haushalt 1,520 Millionen Euro ein, die Bezirksregierung steuerte 1,115 Millionen Euro Zuschuss bei. In den Jahren 1997 und 1998 baute man einen Parkplatz für Pendler. Das kostete alles in allem 435000 Euro. Blieben noch 1,085 Millionen Euro für den Aufzug übrig.

Das Geld also war da - nur von der Deutschen Bahn AG kam nichts. Der Bürgermeister umschreibt den Funkstillstand in Sachen Personenaufzug so: „Nach langjährigem Verhandlungsstillstand zwischen der Deutschen Bahn AG und der Stadt Hückelhoven wurden im Lauf der Jahr 2007 und 2008, wenn auch nur schleppend, in der Angelegenheit wieder Gespräche mit der Deutschen Bahn geführt.”

Da klingt eine gehörige Portion Frust durch. In der Folge legte die Bahn der Stadt eine Reihe von Möglichkeiten vor, wie man die Angelegenheit vertraglich regeln könne. Der Stadt ging es einzig darum, den Bahnhof, der Hückelhoven im Namen trägt, auch zu einem Aushängeschild zu machen.

Also stimmte der Rat 2009 einem Vertrag zu, in dem die Stadt Auftraggeber für die Planung, Finanzierung und Durchführung des Einbau einen Personenaufzuges im Bahnhof Baal ist - und der DB Station&Service der Aufzug gehören würde.

Jetzt soll im Herbst endlich mit dem Einbau begonnen werden. Im Bauausschuss stellte das Ingenieurbüro Klee aus Aachen die Planung vor. 590.000 Euro brutto wird der Aufzug kosten, 80 Prozent davon werden bezuschusst.

Willi Spichartz (SPD) wollte wissen, ob der Abstand vom Treppenschacht zum Gleis nicht zu gering sei. Immerhin donnern durch diesen Bahnhof der KategorieV Personenzüge, die nicht in Baal halten, mit rund 160 km/h, Güterzüge mit 140 km/h hindurch - die Sogwirkung sei mithin nicht unerheblich.

„Wir bewegen uns ganz im Regelwerk des Eisenbahnbundesamtes”, versicherten ihm die Planer. Wie alle anderen im Ausschuss stimmte auch die SPD den Planungen „natürlich” (Spichartz) zu.

Die Deutsche Bahn AG lässt auf sich warten

Der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen hat zu seinem eigenen Leidwesen recht behalten: Die Deutsche Bahn AG hat nicht, wie angekündigt, bis Ende Juni ein Kaufpreisangebot für den Bahnhof in Erkelenz vorgelegt.

Da bekanntlich die Hoffnung zuletzt stirbt und Verspätungen zum Alltag der Bahn gehören, glaubt er, dass irgendwann einmal doch irgendjemand die Zusage einhält. Kaufinteressenten sind jedenfalls vorhanden.(kl)

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