Kreis Heinsberg - Durch Kooperation eine reiche Welt für alle bauen

Durch Kooperation eine reiche Welt für alle bauen

Von: mabie
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Geilenkirchens Bürgermeister
Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler, Landrat Stephan Pusch, Heiner J. Coenen vom Berufskolleg Wirtschaft, Schulleiter Rudi Zins (v.l.) freuten sich mit Thomas Pennartz von der Kreissparkasse Heinsberg (r.) auf den Abend mit Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher.

Kreis Heinsberg. Mitreißend, sympathisch, facettenreich, pointiert, witzig oder einfach nur gut: Es gab viel Lob zu hören im Forum des Berufskolleg des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen. Am Berliner Ring hatten sich rund 90 Gäste eingefunden, um den Worten von Professor Dr. Dr. Franz Josef Radermacher zu lauschen.

Der vielseitige Mathematiker war auf Einladung des Fördervereins des Berufskollegs Wirtschaft, des Pädagogischen Beirates der Kreissparkasse Heinsberg und dank der finanziellen Unterstützung der KSK an den Berliner Ring gekommen, um über das Thema „Migration - Gefahr oder Chance?” zu sprechen. Doch statt den Zuhörern direkt ein paar Thesen um die Ohren zu hauen oder ihnen mit einem Wust von Zahlen und endlosen Ausflügen in die Theorie die Lust am Abend zu nehmen, stieg der Professor ganz anders ein.

Der gebürtige Aachener mit Wohnsitz in Ulm blickte zunächst einmal auf die Bevölkerungszahlen. Das größte Potenzial sah der dabei in Indien, die mit geschätzt 1,5 Milliarden Menschen 2050 das größte Volk der Welt sein werden. „Da kommen jedes Jahr zehn Millionen hinzu”, fügte Radermacher augenzwinkernd an, „wenn sie das einem Österreicher erzählen, wird der nervös”. So sah er sich durchaus darin bestätigt, dass es global kein demografisches Problem gebe.

„Es gibt junge Leute ohne Ende, nur haben wir zu wenig, weil wir nicht in der Lage sind, uns zu reproduzieren”, schloss der Referent. Vor dem Hintergrund sinkender Bevölkerungszahlen, ging er einen Schritt weiter und postulierte, dass die Menschen zugleich immer älter würden.

Mit „fitten Alten”, die sich, so Radermacher mit einem Lächeln, dank plastischer Chirurgie, Training, moderner Medizin und Ernährungswissenschaft, könnte es gelingen, die Menschen bis ins hohe Alter hinein in den Wertschöpfungsprozess einzubinden. „Ich erlebe eine Menge Leute, die es als einen Eingriff in die Lebensqualität empfinden, wenn man sie in den Ruhestand schickt”, machte er deutlich.

So und auch mit Hilfe der Technik - Dr. Dr. Radermacher ist derzeit Professor für Künstliche Intelligenz - könne es gelingen, ein in seinen Augen großes Grundproblem der Migrationsproblematik anzugehen: „Es ist die Angst davor, dass wir zu wenig Menschen haben könnten, um die Aufgaben zu leisten”.

Neben den sinkenden Zahlen im Bereich der jungen Menschen, machte er aber noch zwei weitere riesige Potenzialgruppen aus. Zum einen seien da die Frauen, die sich heute mehr denn je scheuten, sich durch Partner und vor allem Kinder fest zu binden. „Kinder sind ein ökonomisches Desaster”, fügte er nicht ganz ernst gemeint an, formulierte mit der Forderung nach dem gleichberechtigten Nebeneinander von „Fortpflanzung und Ausbildung” aber gleich noch eine Aufgabe für Gesellschaft und Politik. Zum anderen gebe es die Chance, junge Menschen aus sozial schwachen

Bereichen richtig zu integrieren. Mit einer richtigen Nutzung von künftig immer intelligenteren Maschinen, der gezielten Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund und vor allem der Empathie als Fähigkeit, andere einzuschließen und zu verstehen, sah er die Chancen für die deutsche Gesellschaft gar nicht negativ. „Ich sehe unsere Lage nicht so ungünstig”, fand er, „es gibt viele Potenziale, die wir noch aktivieren können, aktivieren müssen”.

Das gelte natürlich auch weltweit, wie er in der abschließenden Fragerunde dieses rund 90-minütigen Abends feststellte. „Die eigentliche Wertschöpfungsquelle ist die Kooperation, denn wir könnten eine reiche Welt für zehn Milliarden Menschen bauen, wenn wir kooperieren”, so Radermacher. Und natürlich ließ der „Öcher Jung” auch ein paar Mal seinen ihm eigenen Witz durchblitzen, wenn er beispielsweise über die Mathematik als seine Hauptdisziplin schwärmte. „Mathematik ist zutiefst beglückend, die meisten hatten nur den falschen Lehrer”, ist er überzeugt.
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