Druck des Bischofs: Gemeinden fusionieren

Von: nosch
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Erkelenz. In dieser Woche haben sich über hundert Vertreter aus den Pfarrgemeinderäten und Kirchenvorständen der Gemeinschaft der Gemeinden Erkelenz, St. Maria und Elisabeth in der Kückhovener Pfarrkirche versammelt.

Auf der Tagesordnung stand die schwierige Wahl, entweder der Entscheidung des Bischofs unfreiwillig zuzustimmen, dass alle Pfarrgemeinden in Erkelenz zu einer Pfarrgemeinde fusionieren; oder den neuen Vorschlag der Bistumsleitung umzusetzen, der besagt, dass die beiden GdG„s in Erkelenz zu jeweils einer Pfarrgemeinde fusionieren und diese zwei Pfarrgemeinden den neuen Kirchengemeindeverband Erkelenz gründen.

Hintergrund für diese erneute Veränderung seien, so die Pastoralgruppe der GdG Erkelenz, eine nach Meinung der Bistumsleitung nötige Vereinfachung der Verwaltung und das geringer werdende priesterliche Personal. Für die Entscheidungsfindung hatte der Bischof lediglich die Zeit der Sommerferien vorgesehen: Am 15. August erwarte er die Vorlage der Beschlüsse der einzelnen Gremien.

Schon im direkten Antwortschreiben der Vorstände des GdG-Rates und des Kirchengemeindeverbandes (KGV) sowie der Pastoralgruppe wurde dem Bischof „unmenschliches Zeitdiktat” vorgeworfen. Die Bistumsleitung ließ daraufhin allerdings mitteilen, dass „keine zeitliche Verzögerung” möglich sei. Deshalb versammelten sich die Mitglieder der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände zu einer gemeinsamen Sitzung in der Kückhovener Pfarrkirche.

Dabei haben die ehrenamtlichen Mandatsträger sich nach, wie es heißt, „langer und heftiger Diskussion schweren Herzens einstimmig für die Auflösung ihrer Pfarrgemeinden und gleichzeitig für die Gründung der neuen Pfarrgemeinde St. Maria und Elisabeth entschieden”. Die Pastoralgruppe macht keinen Hehl daraus, dass sich „Wut, Trauer und Enttäuschung” breit gemacht habe, weil sich die ehrenamtlichen Mandatsträger, so wörtlich, „über die Maßen vom Bischof unter Druck gesetzt und an die Wand gedrängt fühlten”.

So maßgebliche Entscheidungen in der Ferienzeit treffen zu müssen, missachte „die Situation der Menschen”. Und weiter heißt es aus der Pastoralgruppe heraus wörtlich: „Die bisher in den Gremien auf GdG-Ebene hoch engagierte, konstruktive, von Wohlwollen begleitete Arbeit scheint vom Bischof mit Füßen getreten worden zu sein”. Mit der Mehrheit der Teilnehmer wurde St. Servatius Kückhoven als Pfarrkirche ausgewählt.

Die anderen Kirchen sind ab dem 1. Januar 2010 Filialkirchen, in denen das bisherige gemeindliche Leben mit Gottesdiensten und Sakramentenspendung weiter geht. Mit den gefassten Beschlüssen soll dem Bischof ein erneutes Protestschreiben über das Verfahren zugehen. „Gestalten zu wollen”, so heißt es aus Kreisen der Pastoralgruppe, „obwohl der Bischof und die Bistumsleitung dies fast unmöglich machen und das ständige Sich-Arrangieren-Müssen mit Bistumsvorgaben” zeugten von einem über die Maßen engagiert gelebten Glauben und einer hohen Verantwortung für die Gemeinden.
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