Drei Pinguine „an der Arche um Acht”

Von: syn
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In Ulrich Hubs „An der Arche um Acht” überzeugten die Schwanenberger Konfirmanden in drei Vorstellungen ihr Publikum. Foto: syn

Erkelenz-Schwanenberg. Das diesjährige Theaterstück der Schwanenberger Konfirmanden bestach durch Witz und eine temporeiche Inszenierung voller Musik, die die Zuschauer förmlich von den Stühlen riss.

Zurückzuhalten brauchten sie sich nicht, hatte Pfarrer Robin Banerjee sie doch vor Beginn der Vorstellung aufgefordert, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen und auch ruhig einmal spontan zu applaudieren. Davon machten die Zuschauer nur zu gerne Gebrauch.

In Ulrich Hubs „An der Arche um Acht” gingen drei Pinguine der Frage nach, ob es Gott gibt. Und wenn, wie man ihn sich wohl vorstellen müsse. Dass die Frage gerade zu der Zeit erörtert wurde, als die Sintflut droht, die Welt zu verschlucken, machte die Fragen der drei nur noch brisanter, zumal auch noch eine Taube auftaucht, die zweien von ihnen Tickets für die Arche Noah gibt, die „nur zum Transport berechtigen und nach der Sintflut verfallen”. Die Pinguine machen Noah aber einen Strich durch die Rechnung: „Uns gibt es nur im Dreierpack. Wenn das Gott nicht gefällt, muss er in Zukunft eben ohne Pinguine auskommen.”

Gesagt, getan. Kurzerhand schmuggeln sie ihren Freund im Koffer auf die Arche. Auch dort haben sie ausgiebig Zeit, der Frage nach der Existenz Gottes nachzugehen oder auch einmal im Flamencorock eine heiße Flosse aufs Parkett zu legen. Schließlich überspannen sie den Bogen, als sich einer der Pinguine aus dem Versteck im Koffer heraus als Gott ausgibt. Als der Schwindel auffliegt, ist aber schon Land in Sicht und die Tiere auf der Arche sind gerettet.

Musikalisch bedienten sich Banerjee und seine Truppe aus allem, was die moderne Popmusik so hergibt. Von den Fantastischen Vier bis Lady Gaga reichte das Repertoire, zu dem auf der Bühne getanzt wurde.

Am Ende kommt noch die Erkenntnis, dass der ganze Schwindel umsonst war. Denn die Pinguine hätten gar nicht auf die Arche gebraucht, weil sie ja schwimmen können. „Aber es war schließlich Weltuntergang, da vergisst man das schon einmal”.

Auch stellte sich immer wieder die Frage danach, wie sich ein Pinguin Gott vorstellen kann. „Ist er ein Mann, eine Frau oder ein Ding wie ein Toaster?”, fragten sich die drei und kamen auf die Erkenntnis „Gott kann alles sein”. Am Ende erschien er ihnen als Licht. Durch die Sintflut hatte er bewiesen, dass es ihn gibt. Eine neue Sintflut wollte er aber nicht mehr über die Welt kommen lassen, beteuerte die hilfreiche Taube. Die hatte vor lauter Arbeit sogar vergessen, für sich selber einen Partner auf die Arche zu holen.

Da helfen die Pinguine natürlich gerne aus, und so verlässt der nach Fisch stinkende blinde Passagier als Taube getarnt die Arche, nachdem die Flut vorbei ist.

Das Stück war mit zwei kompletten Besetzungen einstudiert und aufgeführt worden. In der ersten Schauspielgruppe traten Eva Allwicher, Lena Wilms, Tatjana Zdanova, Sina Rübel und Katharina Gers an. Gruppe zwei bestand aus dem einzigen Jungen Lukas Borchers, Pia Caspers, Evelyn Hensen, Anne Göbels und Katharina Gers.

Für die Choreografie zeichnete Angie Kus von der Ballettschule Schwanensee verantwortlich. Insgesamt wurden bei den sechs Aufführungen in der Mehrzweckhalle Schwanenberg rund 1300 Besucher begrüßt.
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