Drei neue Plätze für Kinder- und Jugendhilfe in Dalheim-Rödgen

Von: Helmut Wichlatz
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Der jüngste Bewohner Tom fühlt sich Foto: Wichlatz

Wegberg-Dalheim. Die erlebnispädagogische Tagesgruppe in Dalheim-Rödgen hat das Angebot um die stationäre Unterbringung von derzeit drei Kindern erweitert. Vor elf Jahren nahm die erlebnispädagogische Tagesgruppe in Rödgen ihren Betrieb in einer geräumigen Villa mit großzügigem Gartengrundstück auf.

Träger ist der eingetragene Verein Kinder- und Jugendhilfe. „Damit beschreitet die Kinder- und Jugendhilfe in NRW Neuland”, sagt der Vorsitzende und Einrichtungsleiter Günther Erdmann „Die Kombination von teilstationärem Tagesangebot und vollstationärer Aufnahme ist landesweit einzigartig”, erklärt er. Fünf vollstationäre Plätze für Jungen bis zwölf Jahre stehen zur Verfügung, von denen derzeit drei belegt sind. Der jüngste Bewohner ist vier Jahre alt.

Die Kinder stammen aus zerrütteten Verhältnissen oder sind sozial auffällig geworden. Der Aufenthalt in Dalheim ist nicht auf Dauer geplant, vielmehr wird die Rückführung der Kinder in ihre Familien angestrebt, wenn sich dort die Verhältnisse stabilisiert haben. Dafür wird eng mit den Familien zusammengearbeitet.

„Eine Entfremdung muss verhindert werden”, lautet das Credo der Arbeit. Oberstes Ziel ist es, Normalität in das Leben der Kinder zu bringen und ihnen zu helfen, ihren Platz im Leben zu finden. Dafür stehen dem Verein rund 25 fachlich geschulte Mitarbeiter zur Verfügung, die auch eine Betreuung rund um die Uhr in der Dalheimer Einrichtung gewährleisten. Auf die Mitarbeit ehrenamtlicher Helfer muss der Verein verzichten, denn im Vordergrund stehen die fachliche Schulung und eine therapeutische Ausbildung.

„Jugendhilfe orientiert sich immer am Einzelfall”, beschreibt Erdmann den pädagogischen Ansatz des Vereins. Ein pauschalisierter Umgang mit den Kindern findet nicht statt, vielmehr werden sie individuell gefördert. „Wenn die Mittel, die der Verein von den Jugendämtern dafür bekommt, nicht ausreichen, springt die Dalheimer Initiative” ein. Diese Stiftung wurde ebenfalls von Günther Erdmann ins Leben gerufen. Für den Anschub des Stiftungskapitals versteigerte er sogar seinen Oldtimer der Marke Jaguar.

Neben den Zuweisungen durch die Ämter ist der Verein auf Spenden angewiesen, um sein umfassendes Angebot aufrecht erhalten zu können.

In ihrem zwischenzeitlichen Zuhause mit seinem rund 3000 Quadratmeter großen Grundstück haben die Kinder viele Spiel- und Freizeitmöglichkeiten. Sogar ein Motocross-Motorrad und ein zum Kart umgebauter Rasenmäher stehen zur Verfügung. „Das ist sehr vorteilhaft”, erläutert Erdmann. „Denn die Kinder fahren gerne mit dem Kart über den Rasen und wir sparen so den Gärtner.”

Untergebracht werden die Kinder in individuell gestalteten Themenzimmern, wie zum Beispiel dem Astronauten- oder dem Piratenzimmer. „Wichtig ist uns, dass sich die Kinder bei uns wohlfühlen”, erklärt Erdmann, der den Verein gründete. Daher werde flexibel auf jeden Einzelfall eingegangen.

Zu den drei Jungs, die in Dalheim wohnen, kommen noch drei Mädchen in Tagespflege. Aufgrund des hohen Betreuungsaufwandes stellen die Personalkosten einen großen Teil der Kosten dar. Daher ist Vollbelegung natürlich erstrebenswert, damit dieses einzigartige Betreuungsangebot auch zukünftig aufrecht erhalten werden kann.
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