Kreis Heinsberg - „Dramatische Altersversorgung”: IG BAU sorgt sich um Reinigungskräfte

„Dramatische Altersversorgung”: IG BAU sorgt sich um Reinigungskräfte

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Kreis Heinsberg. Zum „Tag der Gebäudereinigung” an diesem Montag, 15.Juni, hat die IG BAU auf die teilweise „dramatische Altersversorgung” der rund 1270 Reinigungskräfte im Kreis Heinsberg hingewiesen.

In kaum einer anderen Branche sei das Risiko von Altersarmut so groß.

„Niedriglöhne sind in der Gebäudereinigung an der Tagesordnung. Trotz eines Vollzeit-Jobs steht am Ende eine Rente, die kaum zum Leben reicht oder sogar noch unter der Altersgrundsicherung liegt”, erklärte der Vorsitzende des IG BAU-Bezirksverbandes Aachen, Johannes Hölscher.

Der Mindestlohn für eine Reinigungskraft liegt nach Angaben der Gewerkschaft bei 8,15 Euro pro Stunde.

„Netto bleibt selbst bei einer Vollzeitkraft kaum genug Geld übrig, um Miete und Lebenshaltungskosten zu decken. Davon noch eine private Altersvorsorge aufzubauen, ist vollkommen unmöglich”, so der Gewerkschafter.

Noch dramatischer sei die Situation bei den geringfügig Beschäftigten. Viele Gebäudereiniger im Kreis Heinsberg arbeiteten ausschließlich in einem 400-Euro-Job. Hölscher: „Da sieht es mit der Rente ganz bitter aus - die Armutsfalle im Alter ist vorprogrammiert.”

Um den Gebäudereinigern eine bessere Zukunftsperspektive im Alter zu geben, müsse es, so der Gewerkschafter, dringend Verbesserungen in der Altersversorgung geben.

„Die IGBAU hat in den laufenden Tarifverhandlungen für das Gebäudereiniger-Handwerk hierzu den Vorschlag einer tariflichen Zusatzrente gemacht. In einer Branche mit Niedriglöhnen und immer härter werdenden Arbeitsbedingungen ist eine zusätzliche, durch die Arbeitgeber finanzierte Altersvorsorge überfällig.”

Davon würden auch geringfügig Beschäftigte profitieren. Für eine 400-Euro-Kraft sollten Betriebe jährlich mindestens 100 Euro in eine Zusatz-Rentenkasse einzahlen. Das sieht ein Vorschlag der Gewerkschaft vor.

Hölscher weiter: „In der laufenden Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk haben sich die Arbeitgeber bislang äußerst stur gegenüber den Forderungen der IG BAU gezeigt. Am 19.Juni geht es erneut um die Altersvorsorge und um unsere Forderung nach 8,7 Prozent mehr Lohn. Das ist die letzte Möglichkeit zum Einlenken für die Arbeitgeber.”
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