„Drachenflug” stärkt Kinderrechte

Von: Helen Mäurer
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Erkelenz-Katzem. Wie ein Drache fliegen zu können, das ist wohl nicht nur für Kinder ein Traum. Eine Kreative Fachtherapie für Kinder psychisch- und suchtkranker Eltern macht dies möglich. Dafür erhielt sie vom WDR eine besondere Auszeichnung.

Die Juri des WDR, darunter auch Kinder, wählte das Konzept „Drachenflug” der Musiktherapeutin Dr. Waltraut Barnowski-Geiser aus Katzem und ihrem Kollegen Dr. Udo Baer zu einem der zehn besten Projekte beim Kinderrechtspreis.

Dr. Waltraut Barnowski-Geiser nahm mit Kollegin Ute Torspecken die Urkunde am 19. September im Sendesaal des WDR in Köln entgegen. Die Wertschätzung habe sie in ihrer Motivation bestärkt, weiter auf diesem Gebiet zu arbeiten, „wo oftmals nichts mehr geht und eben doch etwas bewegt wird,” sagt sie.

Als Projekt der „Zukunftswerkstatt Therapie Kreativ” macht sich das Konzept „Drachenflug” stark für die Rechte von Kindern, ihre Belange und Gefühle.

Die Musiktherapeutin hatte sich in ihrer Doktorarbeit mit dem Thema der Kreativtherapie bei Kindern und Erwachsenen aus alkoholbelasteten Familien auseinandergesetzt, die unter dem Titel „Hören was niemand sieht” im letzten Jahr veröffentlicht wurde. Udo Behr ist spezialisiert auf die Therapie von Kindern aus psychisch belasteten Familien.

Nach zweijährigem Prozedere ist das Konzept nun über das Jugendamt in Meerbusch in die dortige Jugendarbeit integriert. Parallel dazu übten sich in der „Zukunftswerkstatt Therapie Kreativ” Lehrer, Sozialpädagogen und Künstler aus dem ganzen Bundesgebiet in einer einjährigen Zusatzausbildung im „Drachenflug”.

Dieses Fachpersonal wird nun seinerseits Kooperationen mit Jugendämtern und Schulen suchen, um das Konzept Deutschlandweit zu installieren. „Bei Sucht und psychischen Störungen wird therapeutisch und sozialpädagogisch vielfach mit der ganzen Familie gearbeitet.

Der größte Teil der Hilfe geht dann jedoch meist an den direkt Betroffenen,” sagt Barnowski-Geiser, zumal Kinder sich meist in Verhalten üben würden, die ihren Elternteil nicht noch zusätzlich belasten. Sich und ihre Probleme halten sie oft zurück. „Umso wichtiger ist es ihnen Unterstützungen zukommen zu lassen, die ausschließlich an sie gerichtet sind,” betont die Musiktherapeutin.

Diese Unterstützung muss niederschwellig sein und Betroffene aufsuchen um zu greifen: „Da kommt keiner und sagt. „Hilfe! Ich oder meine Eltern haben ein Problem mit Alkohol,” weiß Barnowski-Geiser.

Von zentraler Bedeutung ist daher die Vernetzung von Betroffenen, Eltern, Lehrern, Jugendhilfestellen und Therapeuten mit- und untereinander. „Am Ende geht es mir um die Förderung und Entwicklung von Kindern in Schulen und darum Kinderwelten kreativ zu verändern,” sagt Waltraut Barnowski-Geiser.
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