Disziplin nicht nur hinter Gittern wichtig

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Sportübungsleiter Helmut Funken (vorne r.) begrüßte die U19-Mannschaft von Borussia Mönchengladbach mit Trainer Sven Demandt (Mitte). Nach den ersten Ballkontakten waren die Berührungsängste verflogen. Foto: agsb

Heinsberg. Der einstige Fußballprofi und jetzige Juniorencoach Sven Demandt vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach hätte auch als Bewährungshelfer eine gute Figur gemacht.

Beim zweiten Besuch in der JVA Heinsberg innerhalb weniger Wochen im Rahmen des Projektes „Anstoß für ein neues Leben” vom Deutschen Fußballbund und den Handwerkskammern fühlte sich Demandt fast wie zu Hause, ging gleich auf die Teilnehmer der Fußballgruppe zu, begrüßte freundschaftlich jeden per Handschlag und erkundigte sich nach seinem Befinden. Nach dem ersten Besuch mit einer lockeren Trainingseinheit hatte Demandt versprochen, irgendwann mit seiner U-19-Mannschaft vorbei zu kommen und ein Spielchen gegen die Insassenauswahl zu bestreiten.

Auf dem Sportplatz innerhalb der JVA ist dieses derzeit aufgrund Erweiterungsmaßnahmen nicht möglich, so traf man sich in der Sporthalle zum sportlichen Austausch. Nach dem Vormittagstraining und gemeinsamen Mittagessen machten sich die jungen „Fohlen” auf den Weg zum Knast.

Demandt wollte seinen jungen Spielern diese Erfahrung mit der „eigenen Welt hinter Gittern” vor Augen halten. „Nach dem ersten Besuch fand ich es bereits interessant, und ich wollte schon, dass meine Jungs etwas davon mitbekommen. Sie sollten sehen, dass sie privilegiert sind, ein schönes Hobby haben, einen Verein haben und eine große Chance, etwas für ihr späteres Leben zu machen”, nannte Demandt wichtige Aspekte.

Die 23 jungen Borussen-Spieler ließen sich von den Ausbildern der Kolping-Bildungswerk gGmbH die Ausbildungsmöglichkeiten in der JVA erklären, die die Häftlinge nach ihrer Entlassung befähigen sollen, besser auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und damit auch die Chance zu vergrößern, künftig ihr Leben ohne Straftaten zu gestalten.

Nach den sportlichen Taten traf man sich im pädagogischen Zentrum zur Gesprächsrunde. In den Gesprächen wurde deutlich, dass die Gladbacher sich den Aufenthalt im Gefängnis nicht so deutlich „bewacht und verschlossen” vorgestellt hatten. Je nach Disziplin und Verhalten des Insassen sind Besuchsausgänge oder Urlaubstage als Entlassungsvorbereitung möglich, ansonsten hat jeder Insasse fünfmal im Monat Gelegenheit, für jeweils eine Stunde seine Familie oder Freunde im Besucherraum zu sehen.

Trainer Sven Demandt erläuterte den Insassen, dass auch bei seinem Team das Leben stark von Disziplin, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und dem Lernen, mit Erfolg und Niederlagen umgehen zu können, geprägt sei. Diese Fähigkeiten soll den Häftlingen auch das DFB-Projekt vermitteln.
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