Kreis Heinsberg - Dispo-Zinssätze angemessen? „Der Kunde entscheidet”

Dispo-Zinssätze angemessen? „Der Kunde entscheidet”

Von: disch
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Kreis Heinsberg. „Banken sahnen ab: Dispo-Zinsen in der Kritik”: So lautete am Samstag die Aufmacher-Schlagzeile auf der überregionalen Titelseite. Vor allem bei Sparkassen und Raiffeisenbanken sei es teuer, ins Minus zu rutschen, war da zu lesen.

Zitiert wurde der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen: „Dispo-Zinsen und Überziehungszinsen stehen nach wie vor in keinem Verhältnis zu den Marktzinsen, zu denen Banken Geld erhalten.” Berichtet wurde von Überlegungen auf politischer Ebene, gesetzliche Regelungen einzuführen.

Bei der Kreissparkasse Heinsberg beträgt der Sollzinssatz für Dispositionskredite aktuell - nach einer gerade erfolgten Senkung zur Monatsmitte - 12,550 Prozent und für sonstige Kontoüberziehungen 17,550 Prozent. Bei den Genossenschaftsbanken im Kreis liegen die Dispo-Zinssätze im Schnitt zwischen 11,5 und 12,5 Prozent (plus 3,75 Prozent bei gedulteter Überziehung). So die Auskünfte auf Nachfrage am Montag.

Thomas Aymans vom Vorstandssekretariat der Kreissparkasse wie auch Dr. Veit Luxem als Sprecher der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Kreis verwiesen darauf, das die Sollzinssätze nach Veränderungen des Euribor-Referenzzinssatzes angepasst würden. „Zudem muss bei der Konditionierung noch ein zweiter Punkt berücksichtigt werden: Gemäß den Mindestanforderungen an das Risikomanagement sind alle Kreditinstitute verpflichtet, ihre Kredite bonitätsabhängig zu bepreisen”, erklärte Aymans. Da bei Dispositionskrediten keine Einzelbetrachtung möglich sei, müsse eine Betrachtung des Gesamtportfolios erfolgen. Die sich dadurch ergebende Bonitätsprämie muss über alle Inanspruchnahmen verdient werden.”

Die hohe Flexibilität (frei verfügbarer Kredit; jederzeitige Rückzahlung durch den Kunden möglich) spielt laut Aymans ebenfalls eine Rolle bei der Bepreisung. „Auch wenn der Kunde den Kredit nicht in Anspruch nimmt, muss die Liquidität für die Dispositionskredite vorgehalten werden.” Auf diese Punkte verwies auch Luxem. Hinzu komme, dass die Bank den Dispo-Kredit mit acht Prozent ­Eigenkapital als „Risikopuffer” unterlegen müsse. Sparkassen wie Genossenschaften betonten, dass die Kunden als Alternative zum Dispo günstigere Konsumenten- oder Ratenkredite aufnehmen könnten.

„Eine gesetzliche Regelung halten wir nicht für sinnvoll”, so ­Aymans. Letztlich entscheide der Kunde, ob die Preise für Dispo-Zinsen angemessen seien. Da zeige sich, dass die Kreissparkasse mit ihren Zinssätzen „im Markt liegt”. Luxem, der die Zinssätze der Genossenschaftsbanken ebenfalls als „gerechtfertigt” verteidigte, hält gesetzliche Regelungen allerdings nicht für ausgeschlossen, werde doch derzeit vieles im Bankensektor reglementiert.
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