Kreis Heinsberg - Diskussionsreihe: Sterbebegleitung oder Sterbehilfe?

Diskussionsreihe: Sterbebegleitung oder Sterbehilfe?

Von: mabie
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„Sterbebegleitung oder Sterbehilfe?“: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wilfried Oellers begrüßte zu der von ihm initiierten Diskussionsrunde den Präsidenten der Right-to-Die-Society, Dr. Aycke Smook, Ulrike Clahsen vom Hospiz in Erkelenz, den Geilenkirchener CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Manfred Schumacher und seinen Fraktionskollegen aus dem Bundestag, Michael Brand (v. l. n. r.). Foto: Markus Bienwald

Kreis Heinsberg. Unterschiedliche Standpunkte zu der Fragestellung „Sterbebegleitung oder Sterbehilfe?“ will der CDU-Bundestagsabgeordnete Wilfried Oellers aus Heinsberg in diesem Jahr sammeln. Der Auftakt einer von ihm initiierten Veranstaltungsreihe im Kreis Heinsberg fand nun mit Unterstützung der Geilenkirchener CDU im Hotel Jabusch in Geilenkirchen am Markt statt und war mit mehr als 40 Gästen gut besucht.

„Wir diskutieren gerade genau diese Themen im Bundestag“, sagte Oellers, der an diesem Abend die Moderation übernahm und Vertreter verschiedener Einrichtungen und Ansichten begrüßte. Zum einen war da sein Fraktionskollege aus dem Bundestag, Michael Brand aus Fulda.

„Das geht uns alle an“, meinte Brand, der sich gleich zu Beginn wünschte, dass die Debatte ziemlich breit alle Menschen ansprechen solle. „Wir sollten aber nicht den Weg gehen, Hilfe zum Sterben zu leisten, sondern Hilfe beim Sterben leisten“, machte er klar. Zwar sprach er sich für eine kontroverse Diskussion aus, doch Geschäftsmodelle zur Sterbehilfe seien mit ihm nicht machbar. „Wir wollen die organisierte Suizid-Beihilfe verbieten“, so Brand, der sich dagegen verwahrte, eine Regelung zu schaffen, die „jeden Einzelfall regelt“. Hospizbewegungen müssten hingegen deutlich gestärkt werden, und auch bei der ambulanten Versorgung gebe es „noch Luft nach oben“, schloss er. Generell war jedoch zu erkennen, dass er gegen Sterbehilfe ist, denn nach seiner Ansicht ist es so: Wenn die Tür zur Sterbehilfe einmal geöffnet sei, werde sie nicht mehr zu schließen sein.

Ulrike Clahsen, Leiterin des Hospizes in Erkelenz, bestätigte die Tatsache, dass derzeit ambulant zu wenig geleistet werden könne. „Dazu haben zu wenige Menschen Ahnung von dem, was wir tun“, so Clahsen. Denn die Menschen in dieser ausdrücklich offenen Einrichtung Hospiz würden nicht dort hingehen, um zu sterben. „Wir begleiten Menschen, bei denen feststeht, dass sie unheilbar krank sind“, sagte sie weiter, und darum sei das Angebot des Hospizes eine Lebens- und keine Sterbehilfe. Clahsen wünschte sich ausdrücklich eine Verbesserung von ärztlicher Versorgung und der Kommunikation aller Beteiligten und der Gesellschaft. „Wir müssen ein Umfeld schaffen, damit der Mensch über seine Situation nachdenken kann“, schloss sie und plädierte für Selbstbestimmung bis zum letzten Atemzug.

Dr. Aycke Smook, niederländischer Präsident der „Right to Die“-Gesellschaft in Europa, stellte die Frage in den Raum, was zu tun sei, wenn ein Patient ausdrücklich sage, dass er nicht mehr leben wolle. „Ich hatte viele Patienten, die mich gefragt haben, ihnen Sterbehilfe zu leisten, aber nur zehn Prozent habe ich letztlich helfen müssen“, so Smook. Zu sagen, man wolle sterben, sah er als unendlich schwer an, „man gibt sich selbst auf, das Einzige, was man noch hat“. Er sah die Sterbehilfe dennoch als Möglichkeit an, die Würde des Menschen auch im Sterben zu erhalten. „Denn es gibt einem viel Ruhe, wenn man weiß, dass es möglich ist“, unterstrich er. Und schließlich sei es nicht so, dass ein Patient einfach so leichtfertig sein Leben aufgebe, es müsse nur eine Möglichkeit geben, dass er würdig sterben könne.

Das sah Michael Brand anders, er betonte, dass ein Mensch nicht durch die Hand eines anderen Menschen sterben dürfe.

„Man darf das nicht so pauschalieren“, schloss Ulrike Clahsen, die sich auch in der letzten Entscheidung des Lebens für Selbstbestimmung stark machte, um ein würdiges Leben auch so abschließen zu können.

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