Diskussion: Zwischen Braunkohle und Windpark im Wald

Von: Helmut Wichlatz
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Reichlich Diskussionsstoff: NRW-Umweltminister Johannes Remmel beim Besuch in Hückelhoven. Foto: hewi

Kreis Heinsberg. Der Schacht 3 in Hückelhoven sei ein symbolisch passender Ort für das Thema des Abends, sagte Moderator Thomas Wenkert zur Begrüßung der Gäste in der alten Maschinenhalle. Denn es ging um die Wende zur Erneuerbaren Energie und weg von Kohle und Kernenergie. Ein grünes Kernthema, zu dem die Kreisgrünen eingeladen hatten.

Dafür waren NRW-Umweltminister Johannes Remmel und Jan Dobertin vom Landesverband Erneuerbare Energien gekommen, den Kreis vertrat der grüne Landtagskandidat Hans-Josef Dederichs. Gekommen waren auch Gegner der geplanten Windanlagen im „Birgelener Urwald“, die sich gegen die von der Stadt Wassenberg geplante Errichtung von vier Anlagen zur Wehr setzen.

Bei der Erneuerbaren Energie scheiden sich oftmals die Geister. Während sich einige von den Windrädern belästigt fühlen, sehen andere in ihnen einen notwendigen Beitrag zur Energiegewinnung der Zukunft und damit Abkehr von den fossilen Brennstoffen und der Atomenergie. Remmel und Dobertin hoben in ihren Ausführungen das bisher Geleistete ebenso hervor wie die bevorstehenden Aufgaben und die Chancen für den Wirtschafts- und Forschungsstandort NRW.

Dobertin erläuterte, dass in NRW rund 54.000 Hektar an Vorrangfläche für Windanlagen ausgewiesen werden müssten. Im Regierungsbezirk seien es rund 14.500. Die Planungshoheit liege jedoch bei den Kommunen und werde oft unterschiedlich umgesetzt. Dies führe auch zu vermehrter Kritik aus der Bevölkerung, die zwar grundsätzlich nicht gegen Windenergie sei, „aber eben nicht vor der eigenen Haustür“.

Keine einfachen Lösungen

Das konnte Dederichs nicht nachvollziehen. Er ist von der nächsten tagebaubedingten Umsiedlung in Erkelenz betroffen. Viel lieber würde er aus dem Fenster schauen „und überall Windräder sehen“, wenn er dafür in seiner Heimat bleiben könnte, betonte der Landtagskandidat. Kritiker der Windenergie seien eingeladen, sich die Reste Borschemichs anzuschauen, bevor auch die dem Braunkohlebagger zum Opfer fallen.

Davon ließen sich die Kritiker nicht beeindrucken und verwiesen auf den Naherholungswert des Waldes und seine Anbindung an den grenzüberschreitenden Naturpark Meinweg. Alternative Energie, die Umwelt zerstöre, sei unsinnig. Michael Straube vom Kreisverband des Nabu erinnerte an die ablehnenden Gutachten, die jedoch ignoriert würden.

In Minister Remmel hatten sie jedoch den falschen Adressaten für ihre Kritik gefunden. Er verwies auf die Planungshoheit vor Ort, in die er sich nicht einmischen könne und wolle. Einig war man sich darüber, dass es Orte gebe, an denen keine Windanlagen aufgestellt werden sollten. Die Wassenberger Grünen hatten den Standort bei Birgelen aus denselben Gründen wie die Kritiker abgelehnt, betonte Ratsherr Robert Seidl.

Christoph Stolzenberger, der für die Grünen bei der Bundestagswahl antritt, warf den Windkraftgegnern das Floriansprinzip vor. „Hauptsache nicht bei uns“ laute die Devise. Wer bei Windenergie von ästhetischen Gründen rede, habe noch nie an der Tagebaukante gestanden.

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