Kreis Heinsberg - Dioxin-Skandal: Landwirte sprechen von ernst zu nehmender Krise

Dioxin-Skandal: Landwirte sprechen von ernst zu nehmender Krise

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Kreis Heinsberg. Auch wenn im Kreis Heinsberg - nach Angaben der Pressestelle in der Kreisverwaltung vom Freitag - bislang kein Betrieb vorsorglich gesperrt werden musste: „Das ist eine ernst zu nehmende Krise. Viele Betriebe drohen unverschuldet durch die verhängten Sperrungen in eine existentielle Notlage zu geraten”, erklärte Bernhard Conzen aus Gangelt, der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Heinsberg, am Freitag angesichts des aktuellen Dioxin-Skandals.

„Daher sind wir an einer lückenlosen Aufklärung interessiert. Für die betroffenen Landwirte fordern wir: Die Verursacher müssen ohne Wenn und Aber für den Schaden aufkommen”, stellte der Landwirt klar. Nach seiner Einschätzung kann allein die Sperrung eines Hofes sehr schnell 10.000 oder 20.000 Euro Umsatz kosten.

„Die mit dem Vertrauensverlust verbundenen wirtschaftlichen Einbußen sind noch nicht kalkulierbar. Dabei ist festzuhalten: Die Eier, die jetzt in den Handel kommen, sind unbedenklich”, betonte der Kreisvorsitzende.

Der EU-Grenzwert von drei Pikogramm Dioxin pro Gramm Fett sei bis auf drei Ausnahmen in Nordrhein-Westfalen nicht erreicht worden, so Conzen am Freitag. Betriebe, die nicht betroffen seien, und die wieder freigegebenen Betriebe würden verkehrsfähige Produkte liefern, die für den Verbraucher sicher seien. Der Vorsitzende wies darauf hin, dass nach Angaben des Bundesinstitutes für Risikobewertung keine Gesundheitsgefährdung bestehe.

„Uns Bauern ist wichtig, qualitativ hochwertige und sichere Lebensmittel zu erzeugen”, so Conzen. „Der Verbraucherschutz hat für uns eine besondere Bedeutung. Nicht zuletzt deshalb wurde unter Mitwirkung der Landwirtschaft bereits vor zehn Jahren das Sicherheitssystem QS eingerichtet, bei dem die Erzeugung der Lebensmittel vom Stall bis zum Teller kontrolliert wird.” Der betroffene Futtermittelhersteller habe durch selbst in Auftrag gegebene Untersuchungen die Dioxinbelastung festgestellt und den zuständigen Behörden gemeldet.

Um solche Verunreinigungen in Zukunft zu verhindern, müsste dort, wo aus Nicht-Lebensmittelbetrieben Material an Lebensmittelbetriebe geliefert wird, eine vollständige Trennung der Produktion von Rohstoffen für die technische Verwendung einerseits und für Futtermittel, Nahrungsmittel und Kosmetika andererseits erfolgen, so der Vorsitzende.

Dazu müssten unverzüglich die notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden. „Allerdings”, so Conzen weiter, „gibt es kein System, das 100-prozentig vor kriminellen Machenschaften schützt!”
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