Die wichtigen Dinge im Leben sind: Essen und Liebe

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Die Akteure des Theatervereins Frohsinn Brück Kleingladbach begeisterten mit ihrem Spiel in der Hückelhovener Aula vor mehr als 400 Zuschauern. Auf der Bühne wurde „in echt” Kuchen gebacken. Foto: Koenigs

Hückelhoven. „Hast du vielleicht ein Schnitzel für mich?” Diese Frage des Bäckermeisters Michael Speckmann (Günter Kamper) zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte Stück, mit dem der Theaterverein Frohsinn Brück sich dem Publikum in der Aula des Gymnasiums präsentierte.

Denn in dem neuen Dreiakter „Tolle Torten, Tofu und Tatar” ging es um die beiden wichtigsten Dinge im Leben: Essen und Liebe. Und Speckmann war von seiner Frau Lisa (Sandra Schnelle) auf vegetarische Kost gesetzt worden, was ihm gar nicht recht zu gefallen schien. Zumal die Gute auch ganz gerne mal in die in der Backstube versteckte Schnapsflasche schaute.

„Früher bekam ein Mann eine Frau, die kochen kann wie seine Mutter. Heute eine, die saufen kann wie sein Vater”, beschrieb der dauerhungrige Bäckermeister seine Gattin deshalb auch. Doch auch sonst ging es hoch her in der Backstube der Bäckerei.

Nicht nur dass sich die beiden Gesellen Ronny (Jörg Markmann) und Walter (Eugen Symanski, der auch Regie führte) in ihre Kolleginnen Sandra (Martina Pelzer) und Susanne (Brigitte Oltmanns) verliebt hatten - diese beiden waren sich auch noch spinnefeind und beharkten sich gegenseitig in einer Weise, die schon an Mobbing grenzte. Da wurde mit Mehl und Torten geworfen oder eine solche just dort platziert, wo sich die liebe Kollegin hinsetzen wollte.

Dass es zwischen den beiden Backkünstlerinnen nicht noch mehr eskalierte, war das Verdienst der Haushälterin Monika (Ulrike Pelzer), die immer wieder zu vermitteln wusste. Und wo der Haussegen so schief hängt, wollen die lieben Kollegen auch noch den Tortenwettbewerb der Bäcker- und Konditorinnung und damit auch satte 10.000 Euro gewinnen. Da ist der Ärger natürlich vorprogrammiert. Vor allem, da sich die Chefin Lisa auch noch mit einem eigenen Rezept bewirbt.

Ebenfalls beworben hatte sich natürlich Speckmann mit einem Rezept seiner Gesellen, das von einem Bäcker-Rap aus Walters Feder garniert wurde. Die Schauspieler suchten immer wieder die direkte Ansprache des Publikums und brillierten ein ums andere Mal mit scharfem Wortwitz und punktgenauen Pointen. Dazu gab es Backwerk frisch aus dem Ofen, denn auf der Bühne wurde wirklich gebacken und geknetet, was das Zeug hielt.

Der strenge Herr Fromm von der Bäckerjury (Gerd Gillissen) hatte kein leichtes Spiel, als es darum ging, die bessere Torte zu küren. Ob die verliebten Bäckergesellen am Ende ihre Angebeteten und Meister Speckmann sein Schnitzel bekommen, wird natürlich nicht verraten. Die rund 400 Zuschauer in der Aula hatten auf jeden Fall zweieinhalb Stunden lang ihren Spaß bei der turbulenten Back-Schlacht.

Das Stück stammt aus der Feder von Lisa Hagenberg. Für das Bühnenbild zeigten Käthe Hahn und Ute Baschab verantwortlich, Maske und Frisuren stammten von Bozena Faligowski. Wenn den Akteuren mal der Faden riss, sprang ihnen Souffleuse Susanne Moll textsicher zur Seite.
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