Wegberg - Die Tafel geht in die Offensive

Die Tafel geht in die Offensive

Von: hewi
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Wegberg. Mit einer Kundgebung auf dem Rathausplatz und einer anschließenden Diskussionsrunde in den Tafelräumen haben die Besucher der Wegberger Tafel auf ihre Situation und die aufkeimende Unterschichtendebatte aufmerksam gemacht.

„Wir wollen uns gegen die Ausgrenzung stemmen und unseren Platz in der Gesellschaft einfordern”, erklärte die Tafelvorsitzende Gabriela Jansen. In ihrer Ansprache sprach sie von einer „Verletzung der Menschenwürde” und dem „Brandzeichen Hartz IV”. Den Beziehern von Transferleistungen werde vorgerechnet, für wie viel sie sich ernähren und wie warm ihre Wohnungen sein dürften.

Deutschland stelle sich durch diese Behandlung ein Armutszeugnis aus. Sozialschmarotzer seien anderswo zu suchen, bei Firmenbossen und Politikern, die es verstünden, sich auf Kosten anderer zu bereichern. „Wir wollen mit dieser Aktion klarmachen, dass Armut jeden treffen kann”, erklärte Tafelmitarbeiter Alfred Sticker am Rande der Kundgebung.

Nach der Kundgebung trafen sich die Tafelbesucher mit Vertretern des Stadtrates und des Kirchenvorstandes in den Tafelräumen, um gemeinsam Wege zu diskutieren, wie der drohenden Ausgrenzung entgegen getreten werden könnte. Viele der Tafelbesucher zeigten sich erstaunt, dass ihre Einladung von den Parteien tatsächlich angenommen worden war. In Wegberg beziehen rund tausend Personen Leistungen nach Hartz IV.

Die Wegberger Tafel betreut zwischen 150 und 200 Familien regelmäßig. Thomas Nelsbach von der UWG erklärte, dass es in Wegberg einen großen Nachholbedarf gebe. „Die Tafel muss mehr Geld bekommen für ihre Arbeit”, betonte er. Eine Meinung, der sich auch die anderen Ratsleute anschließen konnten.

Für die SPD erklärte Feger, dass ein selbst verwaltetes auf der Agenda des Rates stehe. Auch ein Streetworker müsse in Wegberg seine Arbeit aufnehmen und die Sozialarbeiterin Birgit Foitzik unterstützen. Konkret forderte die Tafelvorsitzende Jansen eine Arbeitsgemeinschaft ähnlich der Gruppen im Stadtmarketing, die sich mit den Themen und Problemen der so genannten Unterschicht auseinandersetzen müsse.
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