Die Spielplätze werden mächtig herausgeputzt

Von: Norbert F. Schuldei
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Auch der Spielplatz an der Fel
Auch der Spielplatz an der Feldstraße in Ratheim wird im Frühjahr gründlich überarbeitet. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Die Stadt steckt eine Menge Geld in die Instandhaltung oder gar in die Neugestaltung der Spielplätze im Stadtgebiet. Im „Spielplatzprioritätenplan”, wie das im Verwaltungsdeutsch genannt wird, sind bis zum Jahr 2013 Erneuerungs- oder Ergänzungsmaßnahmen aufgelistet, die insgesamt rund 300.000 Euro kosten werden.

Nun kann man sich natürlich fragen, ob dies Geld nicht für andere Zwecke sinnvoller verwendet werden könnte.

Denn: Werden in unserer ländlich geprägten Gegend, wo viele Kinder vorhandene Gärten zum Spielen nutzen können, die Spielplätze im Zeitalter der elektronischen Spielgeräte auch schon für Vorschulkinder überhaupt noch angenommen? Sind das nicht Relikte einer längst vergangenen Zeit?

„Bei gutem Wetter”, sagt Ralf Schwarzenberg, „sind unserer Spielplätze rappelvoll”. Der Leiter des Hückelhovener Jugendamtes ist davon überzeugt, dass die Spielplatzkonzeption auch und gerade heute nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt hat. „Wenn die Spielplätze gut angelegt und annehmend bestückt sind, dann sind sie ein Anziehungspunkt. Mehr noch: Sie sind dann oft auch ein Treffpunkt, an dem Generationen zusammen kommen und sich austauschen”.

Erst jetzt hat Schwarzenberg, er erzählt dies zur Untermauerung seiner These, den Anruf eines Mannes aus Neuss erhalten. „Der wollte mit seinem Enkel die Himmelsleiter auf der Millicher Halde besteigen und hat sich nach einem schönen Spielplatz für die Zeit nach dem Abstieg erkundigt.” Schwarzenberg konnte ihm guten Gewissens den am Taubenweg in Millich empfehlen.


Nicht alle Spielplätze im Stadtgebiet sind so gut in Schuss wie der am Millicher Taubenweg. Zum Beispiel der an der Feldstraße in der Siedlung in Ratheim: „Der Spielplatz bedarf einer gründlichen Überarbeitung”, stellt auch die Verwaltung fest. Im Einzugsgebiet dieser Spielanlage leben nach den Zahlen der Einwohnermeldedatei 134 Kinder im Alter zwischen null und vierzehn Jahren. 95.000 Euro werden dafür im laufenden Haushalt zur Verfügung gestellt. Das sind rein rechnerisch 709 Euro pro Kind. Ist das zu viel?

Bei einer ganzen Reihe von anderen Anlagen im Stadtgebiet werden ebenfalls Investitionen nötig, um die Attraktivität beizubehalten oder zu steigern - allerdings nicht in dem Umfang wie bei dem Spielplatz an der Feldstraße in Ratheim.

Am Ginsterweg in Kleingladbach etwa soll ein Sandspielgerät und eine neue Bank aufgestellt werden. Und außerdem wird noch eine zweiteilige Schaukel installiert. Das alles wird den Haushalt mit 14 000 Euro belasten.

Die Planung und der Bau einer anziehenden Spiellandschaft am Wasserspielplatz am Rathaus in Hückelhoven wird auf den Zeitraum 2014/15 verschoben. Vorerst wird dort das vorhandene Spielschiff im Rahmen der Ersatzbeschaffung für 5000 Euro saniert.

Am Spiel- und Bolzplatz Im Rhin/Aggerstraße in Hückelhoven ist noch offen, ob man den Bolzplatz an eine andere Stelle verlagern soll. Wenn nicht, wird dort noch ein zweites Tor und ein Ballfangnetz installiert. Außerdem soll in diesem Jahr noch das Trampolin gegen ein anderes Spielgerät für rund 15 000 Euro ausgetauscht werden; die Seilpyramide ist bereits saniert.

Im Einzugsbereich des Spielplatzes Thomasweg in Brachelen leben nur noch fünf Kinder - zu wenig, um noch Geld in das Objekt zu investieren. Ins Auge gefasst ist, den Spielplatz abzuräumen und das so frei gewordene Areal anders zu nutzen: Als „Kommunikationsfläche”.

Ein verbaler Spielplatz für Erwachsenen. Wenn man so will.
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