Die Situation der Milcherzeuger ist fataler als 2008

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Ein Licht am Ende des Tunnels lässt sich derzeit auch für die rund 180 Milchviehhalter im Kreis Heinsberg noch nicht erkennen. Foto: ddp

Selfkant. Die Bilder aus dem letzten Jahr sind noch nicht verblasst. Bauern, die ihre Tanks öffnen und tausende Liter herrlich frischer Milch in stinkende Güllegruben laufen lassen.

Im Mai 2008 versuchten die Milcherzeuger durch einen Boykott der Molkereien, bei dem auch im Kreis Heinsberg zeitweilig rund 80 Prozent weniger des flüssigen Naturprodukts von vielen der rund 180 Höfen rollte, auf ihre missliche Lage aufmerksam zu machen.

„Wir erhalten bei unserer hiesigen Molkerei derzeit noch 33 Cent für den Liter Milch. Um aber kostendeckend zu arbeiten, müssten es mindestens 40 Cent sein”, konstatierte Hans-Josef Janssen damals. Und wie sieht es heute aus? Gebessert habe sich nichts - im Gegenteil, meint der Selfkanter Teamleiter beim Bund der Milchviehhalter. „Die Milchwirtschaft erlebt die schwerste Krise seit Jahrzehnten.”

Dass sich die betroffenen Landwirte im Vergleich zum letzten Jahr augenscheinlich ruhig verhalten, habe einen ganz einfachen Grund, so Janssen. Es mache sich eine gewisse Lethargie breit: „Die Bauern resignieren!” Dabei habe sich die Situation noch verschlimmert.

„Die Landwirtschaftskammer Rheinland hat in ihrer Vollkostenanalyse der Milcherzeugung im Kreis Heinsberg festgestellt, dass 42,8 Cent pro Liter nötig wären, um vollkostendeckend arbeiten zu können. Wir bekommen von den Molkereien aber nur 25 Cent. Als wir im letzten Jahr streikten, lag der Preis noch bei etwa etwa 10 Cent unter der Vollkostendeckung.” Hauptursache der Krise seien die Beschlüsse zur Milchmarktordnung vom Herbst 2008, so der BDM.

Ihre Auswirkungen seien auf nationaler und europäischer Ebene weit gravierender als zunächst erwartet. Von einer „normalen” Strukturbereinigung könne keine Rede sein.
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