Die neuen Fünf-Euro-Scheine sind da

Von: Rainer Herwartz
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So sehen sie aus, die neuen Fünf-Euro-Scheine. Foto: dpa

Kreis Heinsberg. Wer zur Bank oder an den Geldautomaten geht, sollte ihn eigentlich schon bekommen: den neuen Fünf-Euro-Schein. Denn seit Donnerstag wird er offiziell in Umlauf gebracht. So war es jedenfalls geplant.

Bei der Raiffeisenbank Heinsberg allerdings werden die Kunden sich noch ein paar Tage gedulden müssen, bevor sie den neuen papiernen Heiermann aus einem der rund 40 Bargeldautomaten ziehen können. Er liegt hier noch nicht im Safe, sondern wird erst am Montag angeliefert, wie Vertriebsdirektor Frank Nimz auf Nachfrage bestätigt. „Das ganze Automatensystem musste auf die neuen Geldscheine konfiguriert werden, damit es sie bei einer Einzahlung nicht etwa als Falschgeld wieder ausspuckt.

Dafür haben wir uns zwei Tage mehr Zeit gelassen.“ Bei den Kollegen der Kreissparkasse Heinsberg besteht theoretisch schon jetzt die Chance, einen zu erwischen. „Wir werden bei jeder Neubefüllung von Geldautomaten den neuen Fünf-Euro-Schein verwenden“, sagt Thomas Aymans, Abteilungsleiter Vorstandssekretariat. Nicht in jeder der 50 Filialen stehe zwar ein solcher Bargeldautomat, aber mit allen externen summiere sich die Zahl auf über 60.

Der neue Fünf-Euro-Schein ist bunter als der alte, die Ziffern sind größer und leichter lesbar, und er soll Geldfälschern das Handwerk erschweren. Wasserzeichen und Hologramm wurden neu gestaltet, zudem ist der Schein überzogen mit Speziallack, der ihn länger haltbar machen soll. Nach und nach werden insgesamt drei Milliarden Stück ausgegeben. Jedes Jahr wird jetzt eine weitere Note ausgewechselt. 2014 folgt der Zehn-Euro-Schein, 2015 der Zwanziger, bis 2020 auch der 500-Euro-Schein ausgetauscht wird.

Selbst die Bankangestellten haben dabei keine Chance, die Geldscheine schon vor dem Stichtagstermin in die Finger zu bekommen und sind gespannt, wie sie sich anfühlen. „Es ist rechtlich gar nicht zugelassen, dass die Mitarbeiter schon vorher einen Schein in der Hand halten“, erklärt Aymans

Die Haltbarkeit sei vor allem beim kleinsten Schein ein Problem, denn der Fünfer werde am schnellsten aus- und weitergegeben. Im Schnitt müsse er schon nach 13 Monaten ausgetauscht werden, hieß es im Vorfeld. Deshalb bekommt der Nachfolger jetzt auch eine Beschichtung.

War die Zahl der Rückläufe denn wirklich so hoch? „Überhaupt nicht“, sagt Nimz. „Wir haben hier bislang keine Rückläufe gehabt. Da bin ich ganz überrascht.“

Wäre noch zu klären, welche Blüten denn der Einkauf mit Falschgeld in der Heinsberger Region so treibt. „Fälschungen fallen häufig erst bei den Banken auf und nicht im täglichen Zahlungsverkehr“, erklärt Hauptkommissar Karl-Heinz Frenken, Pressesprecher der Kreispolizei. Nach dem jüngsten Vorfall, der durch die Medien waberte, bei dem in einem Geschäft in deutschen Landen gar erfolgreich mit einem „30!“-Euro-Schein bezahlt wurde, wundert dies nicht.

„Überwiegend sind es allerdings 50er- und 100er-Noten, die bei uns im Kreis zu Buche schlagen“, sagt Frenken. Grundsätzlich würden aber alle Banknoten und sogar Münzen in gefälschter Form in Umlauf gebracht. Statistisch gesehen scheint der Kreis Heinsberg sich diesbezüglich jedoch noch im gelobten Land zu befinden, denn die Anzahl der durch das zuständige Kriminalkommissariat I registrierten Falschgelddelikte ist in der Region verschwindend gering. Im Jahr 2009 wurde gerade einmal ein einziger Fall notiert, ein Jahr später waren es zwei, 2011 vier und im letzten Jahr wieder zwei.

„Es ist leider nicht immer nachvollziehbar, wo die Blüte herkommt.“ Nicht selten befinde sich die Geldnote in einer Summe mit vielen anderen, die zum Beispiel von einem Kaufmann eingereicht würden, der dann nicht mehr rekapitulieren könne, welcher Kunde damit gezahlt hat.

Erst einmal helfen wird ihm diese Unwissenheit aber nicht. Denn: „Wer einen gefälschten Geldschein zum Beispiel bei einer Bank einreicht, hat in doppelter Hinsicht ein Problem“, erläutert Frenken. „Erstens macht er sich strafbar, selbst dann, wenn er nicht weiß, dass er einen gefälschten Schein vorlegt. Dadurch gerät er in Tatverdacht, weil er das gefälschte Geld ja in Umlauf bringt.“

Das habe dann entsprechende Ermittlungen zur Folge. „Außerdem“, und das sei Punkt zwei, „bleibt er in der Regel auf dem materiellen Schaden sitzen“, beschreibt Frenken den Sachverhalt, der durch die Paragrafen 146 und 147 des Strafgesetzbuches geregelt sei. Wer sich also eine gewisse Sicherheit im Umgang mit dem neuen Fünfer verschaffen möchte, sollte beizeiten vielleicht einmal bei seiner Bank vorbeischauen oder einen Blick ins Internet werfen.

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