„Die Natur muss doch erlebbar bleiben“

Von: anna
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Ralph Lorenz (links) referierte auf Einladung der Friedrich-Naumann-Stiftung im Heinsberger Haus Hülhoven zum Thema Naturschutz. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Das Thema Naturschutz hat die Friedrich-Naumann-Stiftung bei einer öffentlichen Veranstaltung im Haus Hülhoven in Heinsberg in den Blick genommen. „Schützen wir die Natur kaputt? Ist die Nachhaltigkeit in Gefahr?“

So lautete der Titel des Referats von Gastredner Ralph Lorenz, der selbst Waldbesitzer und Holzkaufmann sowie Mitglied des Bundesfachausschusses der FDP für Landwirtschaft und Ernährung ist. „Wir alle wollen doch einen menschenfreundlichen Naturschutz. Die Natur muss doch erlebbar bleiben“, stellte der Referent zu Beginn fest und erntete dafür zustimmendes Kopfnicken. „Sie alleine können nicht viel ausrichten“, sagte er seinen Zuhörern. „Gemeinsam haben sie aber ein gesellschaftliches Stimmengewicht, wenn sie sich auf Ihre Gemeinsamkeiten konzentrieren!“

Die Parteien hätten zu diesem Thema ganz unterschiedliche Wertansätze. Die Grünen würden zum Beispiel den Ansatz verfolgen, dass der Mensch ein störendes Element sei, vor dem die Natur geschützt werden müsse. Die Christdemokraten hätten den genau gegensätzlichen Ansatz, der sich aus der Bibel ableite und da laute: „Mache die Erde Dir untertan!“

Die Liberalen sähen die Natur als Eigentum vieler Individuen an. „Und die besten Naturschützer sind alle diejenigen, die mit der Natur, von der Natur leben und sie bewirtschaften“, erklärte er. „Wie wir die Natur kennen, ist sie vom Menschen kultiviert“, sagte Lorenz und fügte hinzu: „Die einzigen staatlich geprüften und anerkannten Naturschützer, das sind Jäger und Angler.“

Wenn heute durch sogenannten Naturschutz eine Wiederherstellung von kulturhistorischen Landschaftsflächen gefordert werde und damit Kahlschläge gemeint seien, um irgendwelchen Schmetterlingen eine Lebensgrundlage zu bieten oder Pflanzen wie den Lungenenzian zu fördern, lasse dies außer Acht, dass damit Tieren die Lebensgrundlage entzogen werde, die im Wald ihr Zuhause hätten.

„Wenn dann noch Tiere irgendwo künstlich angesiedelt werden sollen und Ökoverbände Plastikwannen für Gelbbauchunken in die Erde verbuddeln müssen, dann geht das an der Lebenswirklichkeit der Natur und der Gesellschaftsinteressen absolut vorbei“, monierte Lorenz. Drängende Probleme, wie die Ausbreitung des gefährlichen Jakobskreuzkrautes, lasse man dagegen links liegen. Nicht nur für Pferde oder Kühe, sondern auch für den Menschen seien diese gelben Blumen eine Gesundheitsgefahr.

Jede Fläche, die in Deutschland aus der Bewirtschaftung entnommen und stillgelegt werde, bedeute darüber hinaus einen Export von Naturzerstörung in Länder, die nicht so hohe Standards hätten wie Deutschland. Oder ein weiteres Beispiel aus der Tierwelt: Wenn in Rheinland-Pfalz für ein Wolfmanagement schon jetzt fast eine Million Euro ausgegeben werde, obwohl dort noch gar kein Wolfsrudel festgestellt worden sei, lasse dies außer Acht, dass man Landwirte und Schäfer für Schäden nicht ganz entschädigen werde.

Schließlich weiter zu technischen Errungenschaften: Das Bild von der Windkraftanlage im Wald berührte die Zuhörer besonders. Pro Anlage müssten zwischen 6000 bis 10.000 Quadratmeter Wald vernichtet werden, berichtete ihnen Lorenz.

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