Selfkant-Süsterseel - Die Leidenschaft fürs Buch bleibt

Die Leidenschaft fürs Buch bleibt

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Therese Lipperts kann dank des blindengerechten Computers selbst Bücher schreiben in Süsterseel Platt als auch Schmöker wie „Säulen der Erde” über die Lautsprecher anhören. Foto: Franz Severins

Selfkant-Süsterseel. Computer beherrschen den Alltag. Nicht nur beruflich, auch privat wird dank dieser technischen Errungenschaft vieles erleichtert. Für Therese Lipperts aus Süsterseel bietet der Computer ein Stück Lebensqualität.

Denn sie ist fast zu 100 Prozent blind. Vor etwa zehn Jahren erlernte die heute 74-Jährige den Umgang mit einem blindengerechten Computer.

Rein äußerlich sieht ihr Computer wie jeder handelsübliche Computer aus. Doch er beinhaltet ein spezielles Programm für Blinde. Jeder Schritt eines neuen Menüfeldes wird mittels einer Stimme über Lautsprecher beschrieben. Außerdem hat die Tastatur einige aufgeklebte Punkte, um bestimmte Tasten zur Orientierung finden zu können.

Dabei profitiert Therese Lipperts von einem Schreibmaschinenkursus aus früheren Jahren, als ihr Sehvermögen noch vorhanden war. In den 70-er Jahren schwand langsam ihre Sehkraft. Es wurde immer schwieriger für sie zu lesen oder zu schreiben. Für Therese Lipperts brach förmlich eine Welt zusammen, denn Bücher waren immer ihre große Leidenschaft. Seit 1986 ist sie Mitglied im Blindenverein des Kreises Heinsberg, der sie fortan über die neusten technischen Hilfsmittel informierte. Ihre wichtigste Anschaffung war der Computer. Denn er bietet ihr Unabhängigkeit und gleichzeitig willkommenes Gehirntraining.

Als Leseratte bekannt, konnte Therese Lipperts sich von nun an Bücher dank eines Scanners einlesen und sich das eingelesene Buch anschließend über die Lautsprecheranlage des Computers vorlesen lassen. Doch das Schreiben sollte auch nicht zu kurz kommen. Deshalb schrieb sie ihre Autobiografie, ließ diese binden und mit einem festen Umschlag versehen.

Irgendwann machte Jakob Cals vom Heimatverein Selfkant ihr das Angebot, Mundartstücke für die alljährliche Ausgabe des Heimatvereins zu schreiben, das sie nach erstem Zögern dann doch dankend annahm. „Sicherlich unterlaufen mir manchmal Fehler beim Schreiben. Deshalb muss ich mich mehr konzentrieren als sehende Menschen. Aber solche Fehler erkennt mein Mann Hubert”, so Therese Lipperts. Das letzte Werk von Therese Lipperts „Stöckskes uut ues Wuertele”, das Geschichten aus unserem Leben birgt, umfasst 92 Seiten.
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