Die Junge Union im Wahlkampfmodus

Von: Helmut Wichlatz
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Sie wollen NRW „wieder auf die Spur bringen“: Der JU-Bundesvorsitzende Paul Ziemiak, NRW-CDU-Chef Armin Laschet und JU-NRW-Vorsitzender Florian Braun (v.l.) Foto: Wichlatz

Kreis Heinsberg. Die Junge Union hat bei ihrem Treffen in Hückelhoven in den Wahlkampfmodus geschaltet. Unter dem Motto „Straße. Schiene. Kinderwagen. NRW wieder auf die Spur bringen“ hatte der JU-Landesverband zur 52. Landesdelegiertenkonferenz in die Mehrzweckhalle eingeladen.

Rund 450 Delegierte und Gäste waren gekommen, um einen neuen Vorstand zu wählen und sich auf die bevorstehenden Wahlen einzustimmen. Denn bei denen wollen die jungen Christdemokraten zu einem Richtungswechsel im Land beitragen.

Zur Wahl stand jedoch erst einmal der Landesvorstand um den 27-jährigen Kölner Florian Braun, der dem Landesverband seit zwei Jahren vorsteht. Braun wurde nicht nur in seinem Amt bestätigt, er wurde auch als „junges Gesicht der CDU“ für die Kandidatur um ein Landtagsmandat nominiert. Vorgestellt wurde er von seinem Stellvertreter Florian Müller. Braun selbst appellierte an die Delegierten, die „Wechselstimmung im Land“ zu nutzen und die Verantwortung für NRW zu übernehmen. Der rot-grünen Landesregierung warf er fehlenden Gestaltungswillen vor. Das Land müsse vom „Mehltau und Filz der Sozialdemokratie“ befreit werden.

Noch deutlichere Worte fand wenig später der CDU-Landesvorsitzende Armin Laschet, der nach Hückelhoven gekommen war, um die Parteijugend auf den Wahlkampf einzustimmen. Zuvor hob er jedoch die Bedeutung der Jungen Union innerhalb der CDU hervor. Für den kommenden Wahlkampf stehen schon 13 JU-Vertreter auf aussichtsreichen Listenplätzen für den Landtag, weitere sollen folgen. Die „Dynamik der Erneuerung“ komme aus der JU. Daher sei es richtig, dass der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, in den Geschäftsführenden Vorstand der Landes-CDU aufgerückt sei.

Vom Nachwuchs ging es zur Heimat. NRW sei einmal der „Motor des Aufbaus“ gewesen, weshalb die heutigen Zahlen „so bitter“ seien. Bei Wachstum, Modernisierung und Infrastruktur sei das Land Schlusslicht. „16. von 16, das reicht uns nicht“, sagte er. Eine Ursache dafür sah er in der „Bürokratisierung“, die in NRW Innovation verhindere. So seien Genehmigungsverfahren für wirtschaftliche Ansiedlungen in Niedersachsen weitaus kürzer und unbürokratischer. Die Probleme seien hausgemacht und bewiesen, dass allein der Wille fehle. So habe NRW im vergangenen Jahr für Infrastrukturmaßnahmen lediglich 150 Millionen Euro beim Bund abgerufen, Bayern aber 600 Millionen. „Es gab nur drei baureife Projekte, die sich gelohnt hätten“, sagte er und verwies gleichzeitig auf den schlechten Zustand des Straßennetzes und der Brücken in NRW. Erneut attestierte er der Landesregierung Ideenlosigkeit und Bürokratie. Es sei ein Wechsel in der Mentalität nötig. „Ich will Beamte, die Vorschriften abschaffen“, erklärte er.

Nach langem Applaus und einem Gruppen-Selfie mit dem Gastredner und den JU-Landtagskandidaten umriss Braun im Foyer seine Themen für den Wahlkampf. Bildungspolitik und Inklusion gehören ebenso dazu wie die Schaffung einer innovativen Start-up-Kultur.

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