Hückelhoven-Hilfarth - Die Hemmschwelle wird durch Annäherung überwunden

Die Hemmschwelle wird durch Annäherung überwunden

Von: hewi
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Im muslimischen Zentrum an der
Im muslimischen Zentrum an der Hilfarther Straße in Hückelhoven wurde der neue Iman Musa Gökce (3.v.l.) begrüßt. Weiter im Bild der Gemeindevorsitzende Adem Onur,die Dialogbeauftragten Adem Sönmez und Christian Ehlers sowie die Pastorinnen Susanne Bronner und Irene Schlawin. Foto: Koenigs

Hückelhoven-Hilfarth. Die türkisch-islamische Gemeinde DITIB hat einen neuen Hodscha. Musa Gökce wird sich in den nächsten fünf Jahren um die Seelsorge in der Gemeinde kümmern. Er tritt die Nachfolge von Hasan Kuslu an, unter dem der aktive Dialog mit den evangelischen Gemeinden des Hückelhovener Stadtgebietes begonnen worden war.

Die beiden Pfarrerinnen Susanne Bronner und Irene Schlawin begrüßten den neuen Imam an seinem ersten Arbeitstag in der Moschee an der Hilfarther Straße. Ebenso wie der Integrationsbeauftragte des Evangelischen Kirchenkreises Jülich, Christian Ehlers, betonten sie, dass der Dialog zwischen den Religionen fortgesetzt werden müsse.

Bereits im vorigen Jahr hatten die islamische und die evangelischen Gemeinden mit gemeinsamen Veranstaltungen begonnen, in denen sie über grundlegende Themen wie die Vorstellungen vom Jenseits und der Schöpfungsgeschichte auszutauschen.

Dies müsse unbedingt fortgesetzt werden, erklärte auch Gökce. Er stammt aus der türkischen Ägäis-Region und ist seit 25 Jahren als Geistlicher tätig. Für den Einsatz in Deutschland hatte er sich beworben und musste eine viermonatige Ausbildung absolvieren, in der es auch um Sprach- und Kulturkenntnisse ging. Mit seinen deutschen Amtskolleginnen hatte er schnell durchaus praktische Themen gefunden, über die man sich bei einer Tasse Tee austauschte. Geht eine Pfarrerin in Rente und ist sie dann noch eine Geistliche?

Das Interesse war durchaus gegenseitig. Allerdings kritisierte Ehlers, dass bisher auf die vielen Einladungen durch die islamischen Gemeinden kaum Einladungen zu Gegenbesuchen ausgesprochen würden. Dabei bestünden durchaus kaum Berührungsängste, wie Ehlers betonte. Vielmehr überwiege die Neugier.

Der Vorsitzende der Hückelhovener DITIB-Gemeinde, Adem Onur, betonte, dass es bei den ersten Generationen der Einwanderer und ihrer deutschen Mitbürger noch Berührungsängste gebe, die sich teilweise nur schwer abbauen ließen. Anders sehe es beider Jugend aus, ergänzte der Dialogbeauftragte Adem Sönmez. Dort sei die Bereitschaft höher und das Zusammenleben schon Normalität. Nach rund 40 Jahren muslimischer Präsenz in Hückelhoven sei jedoch noch viel zu tun, ergänzte Ehlers.

Gökce wird in Hückelhoven alle Hände voll zu tun haben. Zu den Freitagsgebeten kommen bis zu 350 Gläubige, an Festtagen sind es auch schon mal schnell über 500. Rund die Hälfte der Moscheebesucher sind Jugendliche und junge Erwachsene. Gökce wird mit Hilfe von Sömnez die Freitagsgebete sowohl in türkischer als auch in deutscher Sprache vorbereiten und halten, denn die Mitglieder der DITIB-Gemeinde bekennen sich zu ihrer deutschen Heimat.

Onur erklärte, dass es in einigen Jahren auch muslimische Altenheime im Kreis geben werde. „In Hückelhoven wurden die Hemmschwellen der Annäherung überwunden”, betonte Sömnez. „Der Dialog ist nicht mehr aufzuhalten.” Vielleicht wird er als Dialogbeauftragter demnächst ein Pendant in den evangelischen Gemeinden haben, denn beide Pfarrerinnen waren überzeugt, dass die Schaffung einer solchen Funktion den Dialogprozess beschleunigen würde.

Zwischen Gökce und seinen christlichen Amtskollegen wird es vielleicht bald zu einer sehr praktischen Zusammenarbeit kommen. Denn eine Teilnahme an der kreisweiten ökumenischen Notfallseelsorge wurde von allen Anwesenden sehr begrüßt. Auch vereinbarten sie einen regelmäßigen Austausch und gemeinsame Veranstaltungen.
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