Die Heinsberger Polizei wird jetzt „blau”

Von: bast
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Der Polizeihauptpersonalratsvorsitzende Adi Plickert (l.) und der Kreisgruppenvorsitzende Lothar Engel (r.) mit den diesjährigen Jubilaren. Foto: Strickstrock

Kreis Heinsberg. „Wir brauchen keine Veränderungen gut funktionierender Einheiten, sondern mehr Leute!”, klagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei im Kreis Heinsberg, Lothar Engel, in seinem Geschäftsbericht während der Jahreshauptversammlung im wie immer voll besetzten Sitzungssaal der Festhalle Oberbruch.

Denn schon wieder soll die Polizei „umgekrempelt” werden, wie es Landrat Stephan Pusch als oberster Polizeichef nannte. Pusch erwartet zwar durch die neuerliche Organisationsänderung mit einem sogenannten P-Modell keine Probleme in seiner Behörde, die Gewerkschaftler haben allerdings andere Sorgen.

Dazu gehörten auch die erheblichen Personalanstrengungen zur Observation besonderer Personen, die kräftezehrend sind. Pusch hatte ausdrücklich in seinem Grußwort bei der Versammlung erklärt, dass das Thema Sicherungsverwahrung nicht mehr exotisch ist. Die Polizei müsse Probleme lösen, die auf anderer Ebene nicht gelöst würden. Er dankte den in Randerath beteiligten eigenen und benachbarten Kräften für ihren Einsatz.

Engel konstatierte in seinen Ausführungen, dass der Polizeiberuf einer der angesehensten in Deutschland und das Vertrauen der Bevölkerung in diese Institution ungebrochen ist, weil stabile und sichere Verhältnisse geschätzt werden. Diese Leistung würde trotz Sparmaßnahmen, Regulierungswut und Überstundenbergen ständig erbracht.

Er forderte , den alten Widerstandsparagrafen 113 des Strafgesetzbuches durch den neuen 115 StGB „Tätlicher Angriff auf einen Vollstreckungsbeamten zu ergänzen, weil Widerstandshandlungen ernsthafte Straftaten seien, nachdem immer öfter Beamten und Beamtinnen nicht nur beleidigt und diffamiert, sondern auch körperlich angegriffen werden. Die Intensität der Gewalt gegen Polizisten mit ihrer Intensität und Brutalität lasse sich kaum noch mit früheren Maßstäben messen.

Der Kreisvorsitzende begrüßte den Versuch, junge Menschen mit Migrationshintergrund für den Polizeidienst zu gewinnen. Auf diese Weise könne sich auch die Vielfalt aller hier lebenden Menschen widerspiegeln und mit den sprachlichen und kulturellen Kenntnissen würde der Zugang zu einzelnen Bevölkerungsgruppen erleichtert. Schließlich berichtete er noch über die zahlreichen Aktivitäten für die Aktiven und Senioren im vergangenen Jahr und nannte mit 455 Mitgliedern den Organisationsgrad 70 Prozent.

Das Referat des Tages hielt der neue Vorsitzende des Polizeihauptpersonalrates in Nordrhein-Westfalen und stellvertretender Landeschef der GdP, Adi Plickert. Der ehemalige Hundertschaftsführer aus Bochum konstatierte, dass das Klima im Hauptpersonalrat mit dem Innenminister seit dem Regierungswechsel besser geworden sei, es gebe einige positive Signale.

Dann beleuchtete er zahlreiche dienstinterne Einzelheiten wie Einstellungen in die Polizei, Dienstrechtsreform, Beurteilungsrichtlinien und das künftig stärkere Gesundheitsmanagement, das den Krankenstand, der bei einigen Behörden extrem hoch sei, verringern soll. Dabei muss nach seinen Ausführungen die Altersstruktur unbedingt verbessert werden. Er rechnete für die Polizeibehörde in Heinsberg zum Jahre 2015 etwa die Anzahl der Beamten zwischen 50 und 60 Jahre mit 59 Jahren hoch. Auch in der Behörde betrage der Krankenstand jährlich etwa 17 Prozent.

Letztlich warf er noch einen Blick auf den Stand der Einführung des Digitalfunks, der eigentlich schon zur Weltmeisterschaft 2006 flächendeckend vorhanden sein sollte. Inzwischen werden an die 440 Funkmasten im Land errichtet, auch das Geld für Beschaffung des Systems und der Geräte sein vorhanden, aber Schwierigkeiten gäbe es nun bei der erforderlichen europaweiten Ausschreibung. Plickert hatte dafür kein Verständnis und verlangte schnellere Lösungen.

Nebenbei war zu erfahren, dass die Polizisten der Kreispolizeibehörde Heinsberg in diesem Jahr auch die neu eingeführte bundesweite blaue Dienstkleidung erhalten werden. Die Änderung der Farbe der Dienstkraftfahrzeuge fällt im Verkehr schon längst nicht mehr besonders auf, auch wenn noch grün-weiße Wagen zu sehen sind.

Viele gehören der GdP schon seit vier oder fünf Jahrzehnten an

Zusammen mit dem Kreisvorsitzenden Lothar Engel nahm der neue Vorsitzende des Polizeihauptpersonalrates, Adi Plickert, zahlreiche Jubilarehrungen vor.

Urkunden erhielten für 25 Jahre Mitgliedschaft Jörg Bey, Dietmar Falatik, Peter Hissel, Markus Kollmer, Arthur Schöpkens und Berhard Sticha.

40 Jahre dabei sind Herbert Basten, Klaus Jansen, Peter Jung, Peter Kleinen, Heins Kraus, Helmut Liegert, Bernhard Meyer, Hans-Peter Neumann, Ludwig Reiners und Udo Wollschläger

Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden Käthe Bollmann, Karl-Heinz Kegler, Josef Rütten und Heinz-Theo Schröder und für 60 Jahre Agnes Vonderbank geehrt.
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