Kreis Heinsberg - Die „Genuss-Region“ ist in aller Munde

Die „Genuss-Region“ ist in aller Munde

Von: disch/tp
Letzte Aktualisierung:
12925543.jpg
Der Schlemmer-Markt in Wassenberg ist eine Instiution: „Das alleine reicht sicherlich nicht aus für die Marke ,Genuss-Region Kreis Heinsberg‘“, meint Wirtschaftsförderer Ulrich Schirowski. Foto: Dettmar Fischer
12925320.jpg
Ulrich Schirowski ist Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs­gesellschaft für den Kreis Heinsberg. Foto: Carl Brunn

Kreis Heinsberg. Das Thema „Genuss-Region Kreis Heinsberg“ ist in aller Munde. Und die Blicke sind dabei in erster Linie auf die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg gerichtet. WFG-Geschäftsführer Ulrich Schirowski beantwortete Fragen zu diesem Thema.

Wie ist die Idee zur „Genuss-Region Kreis Heinsberg“ entstanden?

Schirowski: Die Initialzündung für die Idee der Entwicklung einer Maßnahme „Genuss-Region Kreis Heinsberg“ war sicherlich die intensive Arbeit der letzten eineinhalb Jahre am neuen Tourismuskonzept für den Kreis Heinsberg, das im Juni der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Wichtig dabei ist zu wissen, dass es sich dabei ja nicht nur um ein Konzept handelt, das von einem externen Beratungsunternehmen für den Kreis Heinsberg verfasst wurde. Von zentraler Bedeutung bei der Entwicklung des Tourismuskonzepts war die Einbindung der regionalen Akteure – auf der kommunalen Ebene, vor allem aber auch der sogenannten touristischen Leistungsträger, das heißt Gastronomen, Hoteliers, Vermieter von Ferienwohnungen, wobei für das Thema Genuss-Region naturgemäß die Gastronomen eine besondere Rolle gespielt haben.

Die Diskussion in diesem Zusammenhang stellte sich sinngemäß wie folgt dar: Wir haben einiges zu bieten, bei genauerer Betrachtung viel mehr, als man glaubt. Lasst uns die Dinge gemeinsam weiterent­wickeln und gemeinsam vermarkten, denn das ist viel effektiver, als wenn viele Einzelkämpfer unterwegs sind.

Was qualifiziert den Kreis Heinsberg dazu, sich künftig „Genuss-­Region“ zu nennen?

Schirowski: Wofür steht der Kreis Heinsberg, wenn man ihn mit dem Begriff „Genuss“ in Verbindung bringt? Zunächst sicher für zwei hervorragende landwirtschaftliche Produkte: Spargel und Erdbeeren. Und er steht sicherlich auch für eine sehr gute Gastronomie, die diese – aber auch viele andere – Erzeugnisse der heimischen Landwirtschaft nutzt, um daraus vor allem eines zu machen: Kulinarische Genüsse! Nicht umsonst ist der Schlemmer-Markt Rhein-Maas in Wassenberg, der im nächsten Jahr bereits sein 25-jähriges Jubiläum begehen wird, eine Institution – nicht nur im Kreis Heinsberg, sondern im gesamten Rheinland.

Doch dieses Event ist ein jährlich einmaliges Ereignis – traditionell an vier Tagen im August. Das alleine reicht sicherlich nicht aus für die Marke „Genuss-Region Kreis Heinsberg“ – und es würde auch deutlich zu kurz greifen. Erfreulicherweise tut sich aber einiges bei uns im Kreis Heinsberg, wenn es um das Thema „Kulinarik und Genuss“ geht.

Nur um einige Beispiele zu nennen – selbstverständlich an dieser Stelle ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Da sind die innovativen Gastronomen, die auf allerhöchste Qualität setzen. Da sind die Bäcker und Metzger, die gezielt regionale Produkte verarbeiten und die alte Traditionen in ihrem Handwerk wiederbeleben – und damit Erfolg beim Kunden haben. Da sind die kleinen, aber feinen Bierbrauereien, die in den letzten Jahren in Wassenberg und Hilfarth entstanden sind.

Oder nehmen wir die Bauerncafés, die in den letzten Jahren im Kreis entstanden sind. Auch sie setzen auf die ländliche Tradition, auf hervorragende, meist hausgemachte Produkte und auf Gemütlichkeit – eine gute Kombination, wenn es um Genuss geht.

Gibt es Erhebungen, warum gerade dieses Profil zum Kreis Heinsberg passt?

Schirowski: An dieser Stelle sei noch einmal auf das neue Tourismuskonzept für den Kreis Heinsberg verwiesen. Der Gutachter hat uns die deutliche Empfehlung gegeben, neben den bereits weitgehend etablierten, aber natürlich weiter zu auszubauende Schwerpunkten „Raderlebnis“ und „Wandern- und Naturerlebnis“ das Maßnahmenbündel „Genuss-Region“ als ein neues, aber besonders gut zu den erstgenannten Schwerpunkten passendes Entwicklungsfeld anzugehen.

Welche Ziele sollen mit dieser Positionierung und Profilbildung verfolgt werden?

Schirowski: Das oberste Ziel von Wirtschafts- und auch Tourismusförderung ist es natürlich, die Unternehmen dabei zu unterstützen, Wertschöpfung zu erzielen ­sowie vorhandene Arbeitsplätze zu sichern beziehungsweise neue Arbeitsplätze zu schaffen. Aus dem Blickwinkel des Wirtschafts- und Tourismusstandorts Kreis Heinsberg geht es bei einer solches Positionierung und Profilbildung aber auch um Standortmarketing und Imagebildung.

Dabei sollte man im Übrigen nicht nur das Außenmarketing im Blick haben, sondern auch das Binnenmarketing. Denn auf das, was der Kreis Heinsberg unter dem Stichwort „Kulinarik und Genuss“ zu bieten hat, kann man durchaus stolz sein. Manchmal neigt man bei uns dazu, das Licht unter den Scheffel zu stellen – dazu besteht in diesem Kontext wie auch in anderen Zusammenhängen aber kein Grund!

Wie soll die Idee konkret mit Leben erfüllt werden?

Schirowski: Das Tourismuskonzept gibt bereits einige Hinweise für die Weiterentwicklung und Umsetzung der Idee „Genuss-Region Kreis Heinsberg“. Andere Regionen sind bei diesem Thema schon sehr viel weiter – davon können wir sicherlich lernen und für unsere Strukturen sinnvolle Ansätze adaptieren.

Wer hat beim Thema „Genuss-­Region“ den Hut auf, sprich: Wer übernimmt die koordinierende Funktion? An welche Strukturen ist gedacht?

Schirowski: Aus der Aufgabe der Umsetzung des Tourismuskonzepts leitet sich sicherlich zunächst für die Einrichtungen der Wirtschafts- und Tourismusförderung für den Kreis Heinsberg eine gewisse koordinierende Funktion ab. Auch hat Landrat Stephan Pusch betont, dass er sich in besonderer Weise für das Thema ­„Genuss-Region Kreis Heinsberg“ stark machen möchte.

In welchen Strukturen das geschehen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht entschieden, denn wir stehen noch ganz am Anfang. Man wird sehen, welche institutionalisierten Strukturen man braucht – oder ob man sie überhaupt braucht. Außer Frage steht meines Erachtens aber, dass das Thema „Genuss-Region Kreis Heinsberg“ stark von den touristischen oder in diesem Fall vornehmlich den gastronomischen Leistungsträgern getragen sein muss.

Auch aus anderen Wirtschaftsbereichen gibt es ja durchaus gute Erfahrungen mit brachenbezogenen Unternehmensnetzwerken. Sehr erfreut kann ich aber auch jetzt schon zur Kenntnis nehmen, dass es ein großes Interesse daran gibt, das Thema engagiert anzugehen.

Wer kann, wer soll mit seinen Veranstaltungen und Angeboten unter dem Titel „Genuss-Region Kreis Heinsberg“ mitwirken? Und wer nicht? Wird dabei an Masse gedacht? Oder wird dabei eher an einige ausgewählte Aktionen gedacht?

Schirowski: Diese Frage kommt in der jetzigen Konfigurierungsphase zu früh und lässt sich so noch nicht beantworten. Nur so viel: Wenn man an „Genuss-Region Kreis Heinsberg“ denkt, sollte man sicherlich nicht in erster Linie an Masse, sondern an Qualität und Klasse denken. Und wenn wir eine touristisch relevante Außenwirkung denken, sollte sicherlich auch nicht die Masse, sondern sollten die Highlights im Vordergrund stehen – weniger ist da eindeutig mehr.

Wie werden die Akteure, die sich mit einbringen können und sollen, informiert? Welchen Vorteil würde ihnen das Mitmachen bieten?

Schirowski: Die Information dringt bei der Akteuren bereits durch – über das Tourismuskonzept, über Mund-zu-Mund-Propaganda und nicht zuletzt auch über die Möglichkeit solcher Veröffentlichungen. Und willkommen ist natürlich zunächst jeder Akteur, der sich in die Weiterentwicklung des Wirtschafts- und Tourismusstandorts Kreis Heinsberg unter dem Thema „Genuss-Region Kreis Heinsberg“ einbringen will und kann. Dies allein sollte durchaus bereits Ansporn zum Mitmachen sein.

Wie tritt die „Genuss-Region“ zukünftig auf? Wird es eine Internetseite geben? Wird an einen Führer durch die „Genuss-Region“ gedacht? Oder macht vielleicht auch ein Gutschein-Heft als Begleiter für die „Genuss-Region Kreis Heinsberg“ Sinn? In der Städteregion Aachen stellen Profiköche beispielsweise im Magazin „Genuss-Region“ ihre Lieblingsrezepte vor. Ist an ein ähnliches Format auch im Kreis Heinsberg gedacht?

Schirowski: All dies sind interessante Anregungen, über die wir natürlich bereits intensiv nachdenken – auch und gerade im Zuge der gesamten organisatorischen und inhaltlichen Neuaufstellungen der Tourismusförderung im Kreis Heinsberg. Wir haben da viel vor – und einiges davon geht sicherlich auch in die von Ihnen konkret aufgezeigte Richtung.

Wird daran gedacht, langfristig das komplette touristische Themenspektrum und damit auch die ­„Genuss-Region“ unter dem Dach von „Spitze im Westen“ – dem Standortmarketing der WFG – als dem werbemäßigen Alleinstellungsmerkmal des Kreises Heinsberg zu platzieren?

Schirowski: Schauen wir mal!

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert