„Die Gedächtnislücke”: Dremmener Dilettanten-Klub begeistert

Von: anna
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„Die Gedächtnislücke”: Tur
„Die Gedächtnislücke”: Turbulent ging es zu bei der Aufführung vom Dilettanten-Klub Dremmen. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Dremmen. Es ist schon traditionell zu Jahresbeginn: Der Dremmener Dilettanten-Klub begeisterte am Wochenende in der Mehrzweckhalle erneut zahlreiche Besucher. Unter dem Titel „Die Gedächtnislücke” bot der Schwank in drei Akten von Bernd Gombold Klatsch und Tratsch, äußerst gelungen in komprimierter Form mit allen vorstellbaren Stereotypen.

Eine Steigerung erfuhr der geballte Klamauk noch, als Ortsvorsteher Franz Kübele (gespielt von Dr. Hans Josef Voßenkaul) mitten im Stück plötzlich fünf Jahre seines Gedächtnisses verlor.

Aber der Reihe nach: Schon die Vorstellung der Darsteller in ihren Rollen vor dem Vorhang durch den Klub-Vorsitzenden Voßenkaul amüsierte das Publikum. Nachdem sich der Vorhang zur Seite schob, gab es dann ohne Darsteller erneut großes Gelächter - weil in der Amtsstube des Ortsvorstehers ein großformatiges Porträt von Bundespräsident Christian Wulff an der Wand prangte...

Textsicher als Dorforiginal

Das Unheil nahm seinen Lauf, als der Ortsvorsteher den Hochzeitstag mit seiner Frau Helene (Petra Chilitis) vergaß. „Damit ich den nie vergesse, habe ich nie geheiratet”, lautete der Kommentar von Amtsdiener Sepp (Günter Bonn), der in seiner Rolle glänzte - und das auch noch äußerst text­sicher. Auf der einen Seite er als Dorforiginal, auf der anderen dann die zugezogene, überkandidelte Ludwiga Silberstein (Anna Kirisaki-Gellissen) und ihr Ehemann Heinz-Harald (Detlef Giese), die sich über den krähenden Hahn und die dauernd probende Blaskapelle mit ihrem Vorsitzenden Anton (Ruth Giese) sowie die läutenden Kirchturmglocken beschwerten.

Ortsvorsteher Kübele zeigte sich bereit, in allem nachzugeben. Mit Beil und Seil machte er sich auf den Weg in den Glockenturm, um die Glocken zum Schweigen zu bringen. Der Versuch ging allerdings schief. Kübele erhielt einen Schlag auf den Kopf, der ihm das Gedächtnis raubte.

Dies nutzte Amtsdiener Sepp geschickt aus, verschaffte sich und Sekretärin Hannelore (Iris Knück) erst einmal eine Gehalts­erhöhung, brachte den Ortsvorsteher dazu, Krähen, Geläut und Blasmusik wieder als selbstverständlich anzusehen, und förderte Klatsch und Tratsch durch Lügengeschichten, die er Emma (Marina Schulze) vom Laden nebenan auftischte. Drunter und drüber ging es zudem zu, als Rosalinde (Brigitte Voßenkaul) auftauchte und in Kübele ihren neuen Schwarm sah.

Sekretärin Hannelore, die ihren Auftritt immer wieder exzellent mit einer ausgefeilten Mimik begleitete, hatte mit einem Foto des Ortsvorstehers auf ihre Heiratsanzeige geantwortet, aber eigentlich nur, um den Amtsdiener zu verkuppeln. Rosalinde fand schließlich ihr Happy End bei Professor Gottlieb (Mario Risse), der eigentlich nur wieder seinen Urlaub bei Kübeles verbringen wollte, um Sekretärin Hannelore „anzubaggern”. Des Ortsvorstehers Gedächtnisprobleme verschwanden nach einem Treppensturz. Und nachdem die Silbersteins davon überzeugt waren, dass Krähen, Läuten und Blasmusik für ihren kleinen Hund Nofretete lebenswichtig seien, versuchten auch sie, Kübele daran zu hindern, die Glocken erneut zum Schweigen zu bringen.
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