Die Feuerwehr von Aphoven ist wieder da

Von: defi
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Der große Festzug am Sonntagn
Der große Festzug am Sonntagnachmittag krönte die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr in Aphoven. Viele Löschgruppen aus dem Kreis waren dabei. Historische Feuerwehrfahrzeuge wurden auch gezeigt. Junge Feuerwehrleute zogen eine Schlauchkarre von 1929.

Heinsberg-Aphoven. Es war ein bewegender Moment, als beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen der Löschgruppe Aphoven der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Heinsberg die gesamte Löschgruppe auf die Bühne kam und sich symbolträchtig hinter Hauptbrandmeister Karl-Heinz Krebs stellte.

Der Löschgruppenführer bat sodann die Partner der Aphovener Wehrleute auf die Bühne, schließlich sei es vor einem Jahr auch ein Kameradschaftsausflug mit Partnern gewesen, sagte Krebs mit bewegter Stimme. Der Ausflug vor fast genau einem Jahr hatte - wie seinerzeit berichtet - ein tragisches Ende gefunden. Der Bus war auf der Autobahn nahe Moers verunglückt, ein Mensch starb, 25 waren verletzt worden.

„Damals hat niemand mehr geglaubt, dass wir heute dieses Fest hier feiern würden”, sagte Karl-Heinz Krebs. Die körperliche und seelische Belastung nach dem Unfall sei für alle groß gewesen. Feuerwehrkamerad Martin Bender dankte seinem Löschgruppenführer: „Für die Feuerwehr gehst du bis an deine Belastungsgrenze.” Krebs gab den Dank zurück: „Ihr habt mich in der letzten Zeit wie auf Wasser getragen.” Viel Beifall erhielt Karl-Heinz Krebs, als er klarstellte, warum dieses Fest so wichtig sei, nämlich um zu zeigen, „dass wir, die Feuerwehr von Aphoven, wieder da sind”.

Gemeinschaftsgefühl

Auch der Heinsberger Bürgermeister Wolfgang Dieder würdigte in seiner Festansprache in der wunderschön mit alten Feuerwehrgerätschaften geschmückten Festhalle die besondere Situation, in der sich die Aphovener Wehr bei der Vorbereitung ihres Jubiläum befunden hat: „Der Einsatz der Löschgruppe Aphoven und ihr Engagement sind gerade unter dem Eindruck und den Folgen des tragischen Unfalls vom Sommer des vergangenen Jahres besonders anzuerkennen.” Das Besondere, das Geheimnis der Freiwilligen Feuerwehr, so Dieder, habe sich über 100 Jahre bis heute gehalten: „Es ist das Gemeinschaftsgefühl, es ist das Tragen von Verantwortung für den Nachbarn, für die Allgemeinheit und, wenn nötig, entschlossenes, fachkundiges Handeln.”

Der Leiter der Feuerwehr der Stadt Heinsberg, Heinz-Willi Jansen, würdigte das kameradschaftliche Miteinander der Aphovener Wehr. Sie habe die Veränderungen, die die Feuerwehrarbeit über die Jahre erfahren habe, mit Bravour gemeistert, „und ich bin sicher, dass sich die Löschgruppe Aphoven auch zukünftig den Herausforderungen stellen wird”.

Kreisbrandmeister Karl-Heinz Prömper überbrachte Glückwünsche, Dank und Anerkennung der Landesregierung zum 100-jährigen Bestehen. Das Jubiläum müsse gebührend gefeiert werden, auch um zu präsentieren, was die Kameraden der Feuerwehr in Aphoven und deren Vorgänger alles für die Bevölkerung geleistet hätten. Prömper: „Ihre Kameradschaft ist beispielhaft.”

Beispiellos war das dreitägige Fest, das die Aphovener Wehr mit ihren vielen Gästen feierte. Löschgruppenführer Karl-Heinz Krebs und seine Kameraden hatten schon vor drei Jahre mit den Vorbereitungen begonnen und ein Programm auf die Beine gestellt, von dem sicher noch lange gesprochen wird. Ihre Verbundenheit mit der Jubelwehr brachten beim Festakt die Ortsvereine mit musikalischen und tänzerischen Beiträgen zum Ausdruck.

Beeindruckend war mit 150 Beteiligten der Große Zapfenstreich mit dem Trommler- und Pfeifercorps Aphoven, dem Instrumentalverein Kirchhoven und der Feuerwehr der Stadt Heinsberg. Er bildete den stimmungsvollen Abschluss des ersten Festtages.

Begeisternde Wasserspiele

Einen weiteren Höhepunkt erlebten am Samstag - nach dem Kreisfeuerwehrverbandstag am Nachmittag - die Jubiläumsfeierlichkeiten am Abend. Gefeiert wurde in der Festhalle der Rheinische Abend mit Radio Effeld und den Mennekrathern. Bei Einbruch der Dunkelheit war es dann so weit: Geboten wurden den Festgästen die Wasserspiele der Freiwilligen Feuerwehr Harsewinkel. Mit einem großartigen Zusammenspiel aus Wasser, Musik und Licht begeistern die imposanten Wasserspiele der Wehr aus dem Münsterland seit 30 Jahren Festbesucher in ganz Deutschland. Nun waren sie erstmalig in der Region zu sehen. Bis zu 25 Meter hohe, bunt erleuchtete Wasserfontänen mit einer Wasserleistung von bis zu 3000 Litern pro Minute machen diese Wasserspiele zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Am Sonntag waren viele Mitglieder von Wehren aus dem Kreisgebiet zu Gast in Aphoven. Zusammen mit der Jubelwehr wurde eine Feldandacht auf der Festwiese gefeiert, an die sich ein weiterer Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten anschloss, der große Festzug mit historischen Feuerwehrfahrzeugen und Vorbeimarsch am Ehrenkomitee.

Mit einem Dämmerschoppen endeten schließlich drei unvergessliche Festtage, die für die Freiwillige Feuerwehr Aphoven zugleich auch zu einem neuen Anfang wurden.

Verdienste von Feuerwehrleuten gewürdigt

Im Rahmen des Festaktes zum 100-jährigen Bestehen der Löschgruppe Aphoven wurde Hauptbrandmeister Lambert Hilgers mit dem Wappenteller der Stadt Heinsberg für 60jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt.

Leider nicht anwesend sein konnte Gerhard Backes, der 50 Jahre Wehrmitglied ist. Seine Ehrung wird nachgeholt.

Mit der silbernen Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes Heinsberg für besondere Verdienste wurde Hauptfeuerwehrfrau Elke Engeln, die erste Feuerwehrfrau in Heinsberg, ausgezeichnet. Ebenfalls die silberne Ehrennadel erhielten Hauptfeuerwehrmann Ralf Mustert und Hauptbrandmeister Karl-Heinz Krebs; zudem erhielt er den kleinen Wappenteller der Stadt Heinsberg für 25jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr.

Stadtbrandinspektor Walter Klothen wurde mit der Goldenen Ehrennadel für besondere Verdienste ausgezeichnet.

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