Die Feuerwehr als Tauschobjekt für die Sammler

Von: Helmut Wichlatz
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Die Reise in die Historie der Feuerwehr lockte bei der Tausch- und Sammlerbörse im Rheinischen Feuerwehrmuseum gestern viele Besucher nach Lövenich. Freunde der Feuerwehr kamen auf ihre Kosten. Foto: Dahmen

Erkelenz-Lövenich. Bei der 5. Tausch- und Sammlerbörse im Rheinischen Feuerwehrmuseum konnten die Veranstalter einen Zuwachs an Ausstellern vermelden. Hatten im vorigen Jahr noch 18 Aussteller mit ihren wertvollen Sammlerstücken den Weg nach Lövenich gefunden, waren es diesmal 27.

„Damit haben wir die Höchstgrenze erreicht. Mehr Aussteller passen nicht mehr rein”, erklärte der stellvertretende Präsident des Trägervereins.

Bundesweit gibt es sechs Sammler- und Tauschbörsen in vergleichbarer Größe. In der Region stellt die Lövenicher Börse damit eine Besonderheit dar. Aussteller und Besucher kamen aus allen Teilen Deutschlands und der benachbarten Niederlande.

Schließlich gab es einiges zu bestaunen. Von Literatur über Helme, Uniformen und Abzeichen bis hin zu Modellautos von Feuerwehrwagen reichte das Angebot. „Feuerwehrleute sind Sammler”, erklärte die Präsidentin Kerstin Schaaf. „Meistens fangen sie mit Modellautos an und steigern sich dann mit der Zeit.”

Einer der Sammler ist Tobias Strach aus Geseke. Er ist seit 15 Jahren aktiver Feuerwehrmann und sammelt alles rund um die Feuerwehren. Mit seinem „Feuerwehr-Shop” reist er zu den Sammler- und Tauschbörsen und betreibt auch einen Onlineshop. Dafür spannt Strach seine ganze Familie ein.

Es kommt auch immer wieder vor, dass dem Feuerwehrmuseum wertvolle Privatsammlungen als Dauerleihgaben angeboten werden. Ein Jülicher Sammler stellte kürzlich eine umfangreiche Sammlung mit Ärmelabzeichen aus der ganzen Welt zur Verfügung. An sich ein Glücksfall, sollte man meinen. Aber Schaaf und ihre Mitstreiter werden von solchen Gaben oftmals vor schier unlösbare Probleme gestellt. Denn was man hat, das will man ja auch zeigen. Und da wird es eng.

Das Museum leidet chronisch unter Platzmangel. 1994 bezog der Verein den Gebäudekomplex, in dem ein Landmaschinenhandel beheimatet war, bevor die Stadt die Brache übernahm. Von den rund 1300 Quadratmetern Gesamtnutzfläche werden rund 1150 für die Ausstellungen genutzt.

Den überwiegenden Teil nehmen dabei die 17 historischen Feuerwehrfahrzeuge in Anspruch, die das Herz des Feuerwehrmuseums bilden. Die sind natürlich unverkäuflich. Die Vitrinen der angrenzenden Dauerausstellungen mit Helmen, Mützen und Uniformen aus der ganzen Welt und verschiedenen Epochen quellen über. „Wir könnten mehr Platz brauchen”, so Schaaf.

Doch beklagen will sie sich nicht, denn das Museum an sich sei ein Glücksgriff. Gesucht werden aber Sponsoren, die die Arbeit der Aktiven auf finanziell unterstützen. Denn die Archivierung und Katalogisierung des Bestandes ist zeit- und arbeitsaufwendig. Jährlich lockt das Museum rund 3700 Besucher an, wovon viele auch zu den Festen kommen, für die man die Räume mieten kann.

Dem Ort Lövenich fühlt sich das Museum sehr verbunden. So wurde gemeinsam mit der Karnevalsgesellschaft Hoppesäck auch die alte Tradition des Maibaumsetzens wieder aufgenommen. Auch das Prinzenfrühstück der Karnevalisten findet in den Räumen des Museums statt.

Das Rheinische Feuerwehrmuseum in Lövenich, Hauptstraße 23, ist samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Eintrittspreise liegen bei 2,50 Euro für Erwachsene, ein Euro für Kinder und 1,50 Euro mit Ermäßigung.

Führungen können für 16 Euro gebucht werden. Informationen gibt es telefonisch unter 02435 / 39 71. oder auf der Webseite des Museums.

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