Die Fans bejubeln Stoppok in der Stadthalle

Von: defi
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Stoppok gab mit seinem aktuellen Programm „Solo“ sein erstes Gastspiel in Heinsberg. Die Fangemeinde dankte herzlich mit stehenden Ovationen in der Stadthalle bei diesem Konzert der Anton-heinen.-Volkshochschule. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Stoppok – das klingt für Nichtkenner zwar erst einmal ein wenig so, als wäre etwas irgendwo in der norddeutschen Tiefebene vom Trecker gefallen, doch der Gedanke täuscht natürlich. Aufklärung gibt es spätestens dann, wenn der Stoppok persönlich vor einem steht – diesmal auf der Bühne der Stadthalle in Heinsberg.

Ein kurzes Blinzeln in den ­Augen – und man glaubte Bono von U2 komme da auf die kleine Burg aus Verstärkern, Gitarren und einem leeren Bierkasten zu, die die Crew ihrem Stoppok mitten auf die Bühne gebaut hatte. Bono wäre dann doch vielleicht eine Nummer zu groß gewesen für die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg, der man aber ganz kräftig auf die Schulter klopfen muss für dieses beeindruckende Konzert. Alle teilweise von weither angereisten Fans freuten schon im Voraus auf Stoppok, der nach der erfolgreichen Popschutz-Tour diesmal mit seinem Solo-Programm auftrat.

Alle Stoppok-Neulinge staunten Bauklötze, als sie erlebten, wie unverfälscht man heutzutage noch Musik machen kann. Stefan Stoppok, nach Oberbayern ausgewanderter Ruhrgebietler, steht bereits seit 30 Jahren auf der Bühne und war bislang noch nie in Heinsberg. Stoppok sagte mit dem typischen Das-könnt-Ihr-jetzt-glauben-oder-auch-nicht-Grinsen in den Mundwinkeln: „Es ist schön, dass es immer noch Städte gibt, in denen ich noch nicht war.“ Stoppok ist halt ein Schelm und ein großer Romantiker.

Da bieten sich Balladen in einem Soloprogramm geradezu an. Balladen gehen auch ohne viele Musiker gut, zumal wenn die Akustik im Saal etwas schwächelt. Stoppok ans Publikum: „Eigentlich ist es hier sehr hallig, hört Ihr das auch?“ Ein Zuhörer wusste warum und rief: „Stadthalle.“ Auch sonst zeigten sich die Fans in Heinsberg sehr schlagfertig und dem Dialog mit dem Künstler durchaus gewachsen. Es folgte die schöne Ballade „Ein Wort von Dir, und es wird Frühling“, ein schönes Beispiel für die Stoppoksche Poesie, bei der man nie weiß, ob er es wirklich ernst meint mit der Liebe und seinen Lebensweisheiten. Stoppok – vor wenigen Tagen mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet – stürzt aber nie ab, weder in den Kitsch noch in bloße Comedy. Stoppok ist irgendwie große Kunst. Zeilen wie „Sie hat alleine gelebt, vegetiert auf dem Mond / es hat leise gebebt / ja, der Mond ist bewohnt / und ihr zittern die Hände“ dichtet schließlich nicht jeder Barde jeden Tag.

Drei „rausgejubelte“ Zugaben, gespickt mit einem der legendären Stoppok-Gitarrensoli, sprachen eindringlich für eine Wiederauflage eines solchen außergewöhnlichen VHS-Konzertes.

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