Die eine Bahn naht, die andere ist in weiter Ferne

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Zwei Bahn-Projekte standen im Ausschuss des Kreises Heinsberg für Umwelt und Verkehr im Blickpunkt: In einem Fall naht die Bahn, im anderen ist sie noch in weiter Ferne.

Für die vor der Reaktivierung stehende Verbindung von Geilenkirchen-Lindern nach Heinsberg sollen im Juni / Juli die Planfeststellungsverfahren - mindestens zwölf an der Zahl - anlaufen, die sich bis zum Frühjahr ziehen dürften. Diese Verfahren, zu denen auch eine Öffentlichkeitsbeteiligung gehört, betreffen nach Angaben von Kreis-Dezernent Josef Nießen unter anderem die Oberleitung und die Haltepunkte. Mit Blick auf Grebben, wo Anwohner nah an der Bahnstrecke leben, und auf Lindern, wo noch weiter ausgedehnte Schließzeiten am Bahnübergang problematisch würden, werde überlegt, besondere Kommunikationsstrategien zu entwickeln, so Nießen. Der Dezernent verwies aber darauf, dass bereits zwei Informationsveranstaltungen - in Heinsberg und in Lindern - stattgefunden hätten.

Erklärtes Ziel ist Dezember 2012

Zwar ist es das erklärte Ziel, dass die ersten Züge zum Fahrplanwechsel 2012/2013, also im Dezember 2012 rollen sollen. Als wahrscheinlicher gilt aber nach Darstellung sowohl von Nießen als auch von Hans Joachim Sistenich, Geschäftsführer vom Nahverkehr Rheinland (NVR), dass es einige Monate später werden könnte, also im Jahr 2013 die Kreisstadt wieder mit Schienenpersonennahverkehr (SPNV) erreichbar sein dürfte.

Anträge von CDU und Grünen

Der Bahnnetzschluss zwischen dem Kreis Düren und dem Kreis Heinsberg sorgt immer wieder für Gesprächsstoff. So hatte ihn zuletzt wieder die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen gefordert. Was die Verbindung zwischen Linnich im Kreis Düren und Baal oder Lindern auf Kreis Heinsberger Gebiet angeht (auch CDU und Grüne hatten sich aktuell mit Anträgen für einen Lückenschluss stark gemacht), sind konkrete Zeitperspektiven aber überhaupt nicht erkennbar. Wie NVR-Geschäftsführer Sistenich im Ausschuss berichtete, gab es bis 1968 Personenverkehr zwischen Linnich und Baal; 1974 wurde der gesamte Verkehr eingestellt. Die Strecke wurde entwidmet und zum Teil überbaut. Der Netzschluss werde seit vielen Jahren verfolgt. Zwar sei die Aufnahme in den Verkehrsinfrastrukturplan des Landes Nordrhein-Westfalen in die Stufe 2 („Bedarf nach 2015”) bereits erfolgt und die Aufnahme in den neuen Nahverkehrsplan SPNV des NVR geplant, doch sei bislang die Bewertung der Strecke im Rahmen der Integrierten Gesamtverkehrsplanung negativ ausgefallen. Dies gelte für eine Trassenführung nach Baal ebenso wie nach Lindern. Eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung der betroffenen Gebietskörperschaften erarbeite Betriebskonzepte. Es gebe auch eine neue Chance durch veränderte Rahmenbedingungen, wie eine stark gestiegene Nachfrage auf der Strecke Linnich - Jülich - Düren oder den Anstieg der regionalen Verkehrsverflechtungen, sprich steigende Pendlerzahlen.

Finanzierung unsicher

Aber der Ausblick auf die Finanzierung des SPNV mit Fördermitteln von Bund und Land sei ein Blick in eine „unsichere Zukunft”, so Sistenich, der trotzdem nicht aufgeben wollte. Er empfahl, mit Gutachterhilfe eine dezidierte Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen. Dies ermögliche, die Trassenvarianten qualifiziert und hoffentlich positiver als bislang bewerten zu können. Dabei sollten der Investitionsbedarf ermittelt und Nachfrageprognosen erstellt, aber auch Kosten-Nutzen-Faktoren beleuchtet werden. Finanziert werden sollte die schätzungsweise 2.000 bis 30.000 Euro teure Studie von Kreis Heinsberg und Kreis Düren unter Beteiligung des NVR, so Hans Joachim Sistenich. Dessen Vorschlag schlossen sich die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Verkehr mit einem einmütigen Votum an.
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