Die Durststrecke liegt hinter dem Roten Kreuz

Von: hewi
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Das Deutsche Rote Kreuz blickt zuversichtlich in die Zukunft: Vorsitzender Dr. Michael Vondenhoff, Christoph Caron, Mitglied der Geschäftsleitung, Schatzmeister Hans-Josef Mertens und Geschäftsführer Lothar Terodde (v. l. n. r.) vor einem neuen Lastwagen. Foto: Wichlatz

Kreis Heinsberg. Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hatte vor neun Jahren den Rettungsdienst im Kreis Heinsberg verloren. Auch finanziell war dis ein schwerer Schlag, der sich in den Folgejahren natürlich in den Bilanzen bemerkbar machte. „Wir sehen nicht nur Licht am Ende des Tunnels“, erklärte Geschäftsführer Lothar Terodde bei der Vorstellung des Jahresberichtes. „Wir verlassen den Tunnel gerade.“

Die Durst­strecke liegt hinter dem Roten Kreuz. Für 2014 präsentierte Schatzmeister Hans-Josef Mertens erstmals wieder schwarze Zahlen. In dem positiven Jahresergebnis von 78 000 Euro sehen der Schatzmeister, der Geschäftsführer Terodde und der Vorsitzende, Dr. Michael Vondenhoff, den Beginn einer Entwicklung. Denn das positive Ergebnis sei in allen Dienst­leistungsbereichen erwirtschaftet worden.

In einer breit gefächerten Aufstellung und neuen Dienstleistungsfeldern liege auch die Zukunft des Kreisverbandes. Dafür bedürfe es einer engen Verzahnung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, auf deren Schultern die Arbeit ruhe. Rund 650 Ehrenamtler und knapp 100 feste Mitarbeiter weist der Kreisverband auf. Die Zahl der Mitglieder ist kreisweit mit rund 8500 immer noch stattlich.

Lob für den Geschäftsführer, der vor rund drei Jahren das Steuer des Kreisverbandes übernahm, gab es von Vondenhoff. „Er konnte mit seinen Ideen überzeugen, und alle haben mitgemacht“, erklärte der Vorsitzende. So sei es geschafft worden, die Gemeinschaft aus Festangestellten und Ehrenamtlern zu stärken.

Eine Erfolgsgeschichte ist die Sammlung und Verwertung von Altkleidern. Da konnte das Rote Kreuz deutlich zulegen. Waren es 2012 noch kreisweit 56 Standorte mit Kleidercontainern, so sind es heute 117 mit 211 Containern. Im vergangenen Jahr konnten rund 662 Tonnen an Kleidung in den Containern gesammelt werden. Dazu kam die Jahressammlung, die rund 70 Tonnen einbrachte.

Im Erkelenzer Kleiderstübchen wurden 2014 rund 30.000 Kleidungsstücke zum Preis von 50 Cent bis zu ­einem Euro abgegeben. „An ­einigen Vormittagen haben wir bei den Preisen einen Umsatz von bis zu 180 Euro“, erklärte Christoph Caron aus der Geschäftsleitung. Die Eröffnung weiterer Kleiderkammern sei geplant, so Terodde. Als Standorte würden Heinsberg und ­Hückelhoven diskutiert.

Ein weiteres Stichwort ist die „Quartiersentwicklung“. Gemeint ist damit die Schaffung einer Versorgungsstruktur vor Ort, die es auch älteren Menschen erlaubt, länger zu Hause leben zu können. Da sehe er noch Entwicklungs­potenzial für das DRK, erklärte Terodde.

Sorgen macht der Nachwuchs. Denn mit dem Ganztagsschulbetrieb wird die zur Verfügung stehende Zeit für die Jugendlichen weniger. Das Rote Kreuz hat reagiert und geht – wie mancher ­Verein – an die Schulen. An 16 weiterführenden Schulen im Kreisgebiet hat das DRK einen Schulsanitätsdienst aufgebaut und hält so den Kontakt zu engagierten Schülern. Besonders stolz zeig man auch, dass derzeit vier Auszubildende in der Kreisgeschäftsstelle arbeiten. Sie sollen nach der Ausbildung auch übernommen werden, so Terodde.

Ein weiteres erklärtes Ziel ist die Netzwerkbildung: Neustrukturierung der Hückelhovener Ortsverbände und Integration in die Kreisstruktur, eine vertiefende Einbindung in den Landesverband und Zusammenarbeit mit anderen Kreisverbänden bei Kleiderstübchen, Pflegedienstleistung und Flüchtlingsbetreuung. Diese sei zwar kein direkter Schwerpunkt vom Roten Kreuz, doch gebe es konkrete Pläne für den Fall, dass kurzfristig viele Flüchtlinge untergebracht und ausgestattet werden müssten.

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