Die Blütenpracht erhalten: Fachseminar für Gehölzpflege

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Beim Seminar der Unteren Landschaftsbehörde für Mitarbeiter kommunaler Baubetriebshöfe zum Baum-, Gehölz- und Strauchschnitt wurde am praktischen Beispiel erläutert, wie ein fachgerechter Schnitt aussehen muss.
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Brigitte Mols (3. v. l.) erklärte, welche Fehler mit einem uniformen Strauch- und Gehölzschnitt einhergehen.

Kreis Heinsberg. Dem Kreis Heinsberg liegt am Herzen, das schöne Bild von öffentlichen Flächen, die mit blühenden Sträuchern bepflanzt worden sind, zu bewahren. Es soll nicht plötzlich von rechteckig oder kugelig geschnittenen Sträuchern, die selten oder nie eine Blüte zeigen, geprägt werden. Aus diesem Grund hat die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Heinsberg für Mitarbeiter der kommunalen Baubetriebshöfe ein Seminar zur Baum-, Strauch- und ­Heckenpflege organisiert.

In einem theoretischen Seminarteil wurde der Frage nachgegangen, was bei einem fachgerechten Gehölzschnitt zu beachten ist. Diplom-Ingenieurin Brigitte Mols von der Unteren Landschaftsbehörde war es dabei wichtig, den Teilnehmern zu vermitteln, dass die eigentlichen Schnittmaßnahmen an den Gehölzen nicht oder kaum zu sehen sein sollten.

Oftmals würden Blütengehölze ohne Rücksicht auf die für die jeweiligen Arten charakteristischen Wuchsformen „uniform“ geschnitten, stellte die Landschaftsbehörde fest. Die Teilnehmer des Seminars erfuhren von Brigitte Mols: „Dies hat zur Folge, dass die Gehölze nicht mehr zur Blüte gelangen können, weil die Blüten­knospen durch einen immer wiederkehrenden nicht fachgerecht ausgeführten Schnitt entfernt werden.“ Somit fehle an vielen Orten in den Gehölzpflanzungen die ­Farbenpracht der Blütengehölze.

Derartige Schnitte würden noch nicht einmal eine Kostenersparnis bedeuten. Zudem fehle nicht nur die Blütenpracht, sondern mit der Blüte das Nahrungsangebot für Bienen, Insekten und Vögel. Und die Kette gehe weiter, wie Mols erläuterte: „Die Gehölze tragen keine Früchte mehr, und die Winternahrung für die heimische Tierwelt fehlt.“ Je nach Gehölzart sei es besser, im mehrjährigen Abstand Verjüngungsschnitte vorzunehmen, die ein Gleichgewicht zwischen jungem und altem Holz gewährleisten und so ein Vergreisen verhindern würden. Jährliche Gehölzrückschnitte seien daher häufig nicht fachgerecht.

Bei Gehölzen in der freien Landschaft, die für den zur Verfügung stehenden Platz zu groß geworden seien, empfahl die Mitarbeiterin der Unteren Landschaftsbehörde, zur Verjüngung der Gehölze diese besser „auf den Stock zu setzen“. Dabei werde das Gehölz kurz über dem Boden abgeschnitten und nicht nur seitlich oder in der Höhe eingekürzt.

Ein weiteres Thema waren Schnittmaßnahmen an Bäumen. Dazu merkte die Fachfrau von der Unteren Landschaftsbehörde an, dass grundsätzlich jede Schnittmaßnahme an Bäumen eine Verletzung darstelle und ohne Notwendigkeit möglichst unterbleiben solle.

Durch nicht fachgerechte Schnitte und Kappungen schaffe man Gefahren- und Problembäume, so Mols weiter. Derartige Schnittmaßnahmen würden sehr aufwändige nachfolgende Kosten (bei Astbruch oder Pilzbefall zum Beispiel) verursachen, die oft das Mehrfache der normalen Pflegekosten übersteigen würden.

Im praktischen Teil des Seminars wurden die verschiedenen Schnittmaßnahmen an Gehölzen ausführlich erläutert und exemplarisch ausgeführt.

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