Kreis Heinsberg - Die Beratungsstelle für Suchtfragen hat konkrete Anliegen

Die Beratungsstelle für Suchtfragen hat konkrete Anliegen

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Treffen in Hückelhoven: Hermann-Josef Ronkartz, Leiter der Abteilung Gefährdeten- und Behindertenhilfe beim Caritasverband, Bundestagsabgeordneter Norbert Spinrath, Marlies Trapp, Leiterin der Beratungsstelle für Suchtfragen, und ihre KollegInnen Iris Wittrin und René Fischer (v. l. n. r.).

Kreis Heinsberg. Der Bundestagsabgeordnete Norbert Spinrath (SPD) hat sich ein Bild von der Beratungsstelle für Suchtfragen in Hückelhoven gemacht, die in Trägerschaft des Caritasverbandes für die Region Heinsberg in Kooperation mit dem Diakonischen Werk des Kirchenkreises Jülich nun schon 30 Jahre besteht.

Nach Anliegen an die Politik gefragt, formulierte Marlies Trapp, die Leiterin der Beratungsstelle, ein konkretes Anliegen: Es müsse ein regelmäßiges flächendeckendes Angebot für Kinder aus suchtbelasteten Familien geben. Im Bundesdrogenbericht sei diese Notwendigkeit erstmals anerkannt worden. „Unser Anliegen ist deshalb, dass Sie sich dafür einsetzen, dass dieses politische Ziel in der Realität umgesetzt wird“, wandte sie sich an Spinrath. Es gehe darum, zu verhindern, dass Kinder aus Suchtfamilien nicht in eine gesellschaftliche Isolation kommen und im Sinne der Prävention nicht selber süchtig würden. Drei Jahre lang habe es das Projekt „Trampolin“, das sich an Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien gerichtet habe, gegeben. „Es braucht jedoch mehr“, forderte sie.

„Wir brauchen eine ganze Stelle als Schnittstelle der Jugend- und Suchthilfe“, unterstrich Hermann-Josef Ronkartz, Leiter der Abteilung Gefährdeten- und Behindertenhilfe beim Caritasverband für die Region Heinsberg.

Das zweite Anliegen sei ein Thema, das die Beratungsstelle nur indirekt betreffe, fuhr Marlies Trapp fort. „Wir erleben in den Suchtkliniken und im stationären Bereich, dass der Beruf des Sozialarbeiters und Sozialpädagogen mehr und mehr aus der Therapie gedrängt wird und das, obwohl die Berufsgruppe jahrzehntelang sinnvoll tätig war“, so Trapp. Es werde vergessen, dass Sucht nicht alleine ein medizinisches Problem sei, erklärte sie. Norbert Spinrath sicherte zu, beide Anliegen mitzunehmen.

Zuvor hatte sich der Bundestagsabgeordnete eingehend über die Beratungsstelle informiert. Er erfuhr, dass Hilfesuchende aus dem gesamten Kreisgebiet die Bera-tungsstelle aufsuchen und dort im Jahr 600 bis 650 Menschen betreut würden. Trapp erläuterte ihm, dass Alkohol das Suchtmittel Nummer eins sei und es 2015 zunehmend mehr Klienten gegeben habe, die eine Cannabisproblematik hätten. „Wir erwarten in Zukunft mehr Leute, die wegen Cannabiskonsum Hilfe suchen.“ Denn das Rauschmittel sei heute so potent geworden, dass es dramatische Folgen vor allem auf das nicht ausgereifte Gehirn Jugendlicher habe, erklärte sie. Dagegen gehe der Konsum von Heroin zurück. Sie und ihre Kollegen würden jedoch seit zirka sieben Wochen feststellen, dass Flüchtlinge in die Beratungsstelle kämen, die Heroin rauchen würden. „Die Verständigung ist allerdings schwierig“, so Trapp. Norbert Spinrath, Marlies Trapp und Hermann-Josef Ronkartz diskutierten daraufhin, welche Mittel zur Verfügung gestellt werden könnten, um einen Dolmetscher hinzuzuziehen.

Alkoholsucht

Schließlich wollte der Bundesabgeordnete noch mehr zu den Klienten erfahren, die wegen einer Alkoholsucht die Beratung aufsuchen würden. Trapp informierte darüber, dass der Altersdurchschnitt in der ambulanten Therapie derzeit bei 50 plus liege und die meisten bereits seit 20 bis 30 Jahren trinken würden. „Eine Alkoholabhängigkeit entwickelt sich schleichend, bei Männern langsamer als bei Frauen“, erklärte sie. Der Grund, warum die Beratungsstelle meist aufgesucht werde, liege darin, dass es in mindestens einem Bereich – in der Partnerschaft, am Arbeitsplatz oder in der Gesundheit – zu Problemen gekommen sei.

In diesem Zusammenhang informierte sie über das Angebot der Ambulanten Rehabilitation Sucht (ARS), das seit 1998 im Trägerverbund mit den Suchtberatungsstellen des Kreisgesundheitsamtes angeboten werde.

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