DGB mahnt Solidarität der Arbeitnehmer an

Von: hl
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Polittalk im Vorfeld der Bundestagswahl: Regionalredakteur Dieter Schuhmachers (3.v.l.) als Moderator befragte Linus Stieldorf, Hans Josef Dederichs, Norbert Spinrath, Wilfried Oellers und Michael Schreiner (v.r.n.l.). Foto: Koenigs
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Willkommen: DGB-Kreisvorsitzender Willi Klaßen (r.) und Stellvertreter Jürgen Seidler (l.) begrüßten Vize-­Bürgermeister Dieter Geitner. Foto: Koenigs
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Klangvolle Einstimmung: Die Bergkapelle Sophia-Jacoba spielte bei der Veranstaltung des DGB-Kreisverbandes Heinsberg zum1. Mai in Hückelhoven an Schacht 3 auf. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Zum dritten Mal war Schacht 3 in Hückelhoven der Schauplatz bei der Veranstaltung des Deutschen Gewerkschafts­bundes zum 1. Mai.

Diesmal stellten sich die Bundestagskandidaten von CDU (Wilfried Oellers), SPD (Norbert Spinrath), Grünen (Hans Josef Dederichs), FDP (Linus Stieldorf; übrigens mit 18 Jahren der Jüngste in der Runde) und der Linken (Michael Schreiner als Vertreter des noch nicht gewählten Kandidaten) den Fragen von Regionalredakteur Dieter Schuhmachers als Moderator der Veranstaltung, aber auch Fragen aus dem Publikum.

Der Förderverein Schacht 3 war der Gastgeber für den DGB-Kreisverband und dessen Gäste. Mit viel Mühe war die Veranstaltung gemeinsam bestens vorbereitet worden. Auch für das kulinarische Wohl der Besucher war gesorgt. Die Bergkapelle Sophia-Jacoba unter der Leitung von Rolf Deckers, die am kommenden Sonntag, ab 11 Uhr, auch bei einem Konzert an Schacht 3 zu hören sein wird, unterhielt in gekonnter Weise schon zum Auftakt das Publikum und sorgte mit einem Potpourri aus Bergmannsliedern nach zwei Stunden auch für einen angemessenen Schlussakkord.

Viel verdienter ­Applaus war nicht nur den Musikern sicher, sondern auch dem Förderverein. Dessen großes Engagement hatte der Moderator herausgestellt und dabei auch an Franz-Josef Sonnen erinnert. Der vorbildliche Gewerkschafter, langjährige Betriebsratsvorsitzende der Zeche und erfolgreiche Kämpfer gegen den Abriss von Schacht 3 war im November 2012 gestorben.

Im Eröffnungstalk hatte der stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende Jürgen Seidler die vielen Gäste willkommen geheißen, die Bedeutung vom Tag der Arbeit herausgestellt und auch an den 2. Mai 1933 erinnert, als die Gewerkschaftsorganisationen von den Nationalsozialisten zerschlagen worden waren.

In seinem Grußwort stellte der stellvertretende Bürgermeister von Hückelhoven, Dieter Geitner, die Rolle der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl heraus, die sich als Montanunion als „Schwungrad“ des wirtschaftlichen Neuaufbaus in der Bundesrepublik Deutschland erwiesen und den innereuropäischen Frieden gesichert habe. Bei dieser Gelegenheit wies Geitner auch auf die seit 25 Jahren bestehende Städtepartnerschaft zwischen Breteuil und Hückelhoven hin, die seinerzeit von einem Kohlehändler aus Frankreich begründet worden sei, der sein Herz an Hückelhoven verloren habe. Der Vize-Bürgermeister lud ein zum Partnerschaftsfest am Donnerstag, 9. Mai (Christi Himmelfahrt), ab 11 Uhr, im Korbmachermuseum in Hilfarth.

In der gut 90-minütigen Diskussion zum Thema „Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa“ befragte Regionalredakteur Dieter Schuhmachers die Kandidaten zu Themen wie Mindestlohn oder Leiharbeit, Alterssicherung oder Steuergerechtigkeit. Bemerkenswert sachlich und ohne Aggressivität den Mitbewerbern gegenüber stellten die Politiker ihre Positionen klar, wobei oft aus dem Publikum applaudiert wurde, wenn die geäußerten Ansichten auch den Überzeugungen der Zuhörer entsprachen.

Da gab es unter den Politikern zwar einige grundlegende Gemeinsamkeiten, aber auch deutliche Gegensätze. So stimmten sie zwar überein, dass die Menschen von ihrem Lohn leben können müssten. Aber mit der DGB-Forderung nach einem allgemeinen, ­gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro lagen lediglich Spinrath von der SPD und Dederichs von den Grünen völlig deckungsgleich.

Denn bei der Partei Die Linke liegt der geforderte Betrag, wie Schreiner bestätigte, noch höher: zunächst zehn Euro, dann sogar zwölf Euro. Hingegen sprachen sich die Kandidaten von CDU und FDP strikt gegen gesetzliche Regelungen aus. So favorisiere die Union, wie Oellers erklärte, allgemein verbindliche Lohnuntergrenzen, die aber von Tarifpartnern ausgehandelt werden sollten.

DGB-Kreisvorsitzender Willi Klaßen kündigte im Schlussinterview an, dass die Themen Rente und Altersarmut auch im weiteren Verlauf dieses Jahres die Arbeit des DGB-Kreisverbandes bestimmen würden. Der DGB wolle an Infoständen mit seinen Positionen in die Öffentlichkeit gehen und mit den Bürgern diese Themen diskutieren. Klaßen dankte allen Beteiligten dieser Maiveranstaltung und mahnte nachdrücklich die Solidarität der Arbeitnehmer an.

Auf die Frage nach einer möglichen Wahlempfehlung verwies Klaßen zwar auf die rote Farbe seiner Krawatte, betonte aber zugleich doch die parteipolitische Neutralität des DGB-Kreisverbandes. Als Dankeschön für ihre Bereitschaft zum Dialog durften die Kandidaten hochprozentigen „Bergmannsschweiß“ in Empfang nehmen.

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