Erkelenz - Der Zahn der Zeit nagt am Sandstein

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Der Zahn der Zeit nagt am Sandstein

Von: kl
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Amtsleiterin Ruth Ciré inform
Amtsleiterin Ruth Ciré informiert engagiert über die Sanierungsarbeiten auf dem Alten Friedhof an der Brückstraße. Und obwohl schon viel erreicht wurde, hält sie es mit dem Slogan: Es gibt noch viel zu tun. Foto: Koenigs

Erkelenz. Als Friedhof wird das innerstädtische Gelände an der Brückstraße schon seit mehr als 40 Jahren nicht mehr genutzt. Es handelt sich um eine öffentliche Grünfläche. Doch allgemein bekannt ist der Bereich als Alter Friedhof.

Das Ziel ist bei allen gleich: Der Alte Friedhof soll in seiner Struktur erhalten bleiben, auch wenn er seine Funktion längst verloren hat. Aber mit dieser Willensbekundung allein ist es nicht getan: Der Zahn der Zeit nagt ganz gewaltig an den Grabsteinen, die größtenteils unter Denkmalschutz stehen. Die vielen Jahrzehnte haben Spuren des Verfalls auf dem Sandstein und den anderen Materialien hinterlassen.

Aber auch die Natur lässt sich nicht aufhalten. Viele Gräber sind überwuchert, die zum Teil ineinandergewachsenen Bäume verdunkeln große Teile des Bodens. Und Vandalismus macht nicht Halt vor dem Gelände, das zwar abends versperrt wird, aber dennoch leicht zu betreten ist.

Zerfall und Vandalismus sollen aber keine Chance haben. Im Heimatverein der Erkelenzer Lande hat sich der Arbeitskreis Friedhof Brückstraße gegründet, der seit einiger Zeit gegen übermäßig wuchernde Fauna und Flora ins Feld zieht.

Für den Erhalt und die Sanierung der zum Teil stattlichen Grabsteine und der Grabumrandungen ist die Stadtverwaltung und dort vornehmlich Amtsleiterin Ruth Ciré zuständig.

Mit großen Engagement stellt sie sich dieser Aufgabe. Sie hat gemeinsam mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege die Grabaufbauten gesichtet, bewertet und eine Prioritätenliste unter dem Aspekt des kunsthistorischen Aspekts erstellt. „Alles können wir als Stadt Erkelenz nicht bewerkstelligen”, gibt sie zu, „dazu fehlen uns die Finanzmittel.”

Aber ein Beginn ist gemacht. 240.000 Euro wurden in knapp zweieinhalb Jahren investiert, 120.000 Euro davon hat das Land übernommen. So wurden insgesamt 49 Grabsteine saniert oder ihr weiterer Zerfall gestoppt. Die letzten Objekte werden derzeit noch in einer Werkstatt überarbeitet, ehe sie wieder an den alten Platz kommen. Im nächsten Jahr werden die gartenpflegerischen Arbeit und die Gestaltung der Wege folgen.

Die Arbeit am Alten Friedhof hat Erfolge gezeigt. So ist nicht nur das Grabmal von Hermann-Josef Gormanns, das nach dem Willen Einzelner in den Krankenhauspark umgesetzt werden sollte, an seiner angestammten Stelle wieder erkennbar. Das Bemühen der Stadt um den Friedhof hat sogar dazu geführt, dass eine Familie einen Grabstein zum Alten Friedhof zurückbrachte, der in den letzten Jahren in einem Garten postiert war.

240.000 Euro sind viel, umgerechnet auf rund 50 Gräber ergibt sich ein Summe von durchschnittlich rund 5000 Euro pro Objekt. „Die Spanne reicht von 20.000 Euro bis zu 500 Euro für einen Grabstein”, meint Ruth Ciré. Sie würde gerne weitermachen bei der Sanierungsarbeit auf dem Alten Friedhof. „Vielleicht”, so ihre Hoffnung, „finden sich Spender, die uns weiterhelfen.”

Spätestens am Tag der offenen Denkmals im Herbst will sie bei einer Führung über den Alten Friedhof noch einmal das Interesse bei den Bürgern wecken und bei einigen die Bereitschaft, sich als „Grabpate” zu betätigen.
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