Der Weg ist frei für die Bankenfusion

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Die Vorstände von Raiffeisenbank Erkelenz und VR-Bank Rur-Wurm nach den Versammlungen: Peter Grefen, ­Ulrich Lowis, Bruno Kasper, Marcel Richter und Walter Steinbusch (von links nach rechts).

Kreis Heinsberg. „Die Entwicklung der Zinsen ist politisch vorgegeben und entspricht nicht den Marktgegebenheiten. Das anhaltende extrem niedrige Zinsniveau gefährdet das Geschäftsmodell von Volks- und Raiffeisenbanken, weil es unsere Ertragschancen permanent schmälert und somit unser Betriebsergebnis über Gebühr belastet. Es bestehen kaum noch Möglichkeiten weitere Zinssenkungen im Markt aufzufangen.“ Das war die Botschaft der Vorstände der VR-Bank Rur-Wurm, ­Peter Grefen, Ulrich Lowis und Marcel Richter, an ihre 183 anwesenden Mitglieder sowie 15 Gäste und Mitarbeiter bei der Mitgliederversammlung im Kaisersaal in Brachelen.

„Stattdessen erleben wir, wie die politischen Rahmenbe­dingungen uns immer mehr erdrücken. Es erfolgt eine Lawine an zusätzlicher, teils unnötiger Bürokratie. So steigen die regulatorischen Anforderungen durch die europäische Aufsicht permanent an. Auch ergeben sich immer mehr Verwaltungsaufgaben durch gestiegene Anforderungen an Dokumentationen, Verbraucherschutz und Datenschutz. Dies alles bedingt bei sinkenden Erträgen steigende Personal- und Sachaufwendungen durch höheren Personalbedarf beziehungsweise teure Auslagerungen oder neue EDV Programme“, ergänzten die Vorstände der Raiffeisenbank Erkelenz, Bruno Kasper und Walter Steinbusch, in ihrer Vertreterversammlung in der Stadthalle in Erkelenz vor 77 Vertretern.

„Der Zinsüberschuss der Banken verringert sich aufgrund des anhaltenden niedrigen Zinsniveaus jedes Jahr. Somit gehen nach unseren Prognosen auch für die folgenden Jahre die Erträge bei steigenden Aufwendungen immer weiter zurück und engen unseren wirtschaftlichen Handlungsspielraum ein. Um unsere flächendeckende Versorgung unserer Mitglieder und Kunden aufrecht zu erhalten, müssen geeignete Lösungen, vor allem zur nachhaltigen Kostensenkung entwickelt werden“, so die Vorstände weiter.

Eine Lösung, sich dieser Entwicklung erfolgreich zu stellen, sehen die Verantwortlichen in den Vorständen und Aufsichtsräten durch die Fusion beider Banken. „Hierdurch entsteht eine Gesamtbank, die den Anforderungen der Mitglieder und Kunden an eine Spezialisierung in der Beratung und an einen verbesserten Service gerecht wird. Auch kann die Bank den Anforderungen des Gesetzgebers und der Bankenaufsicht besser entsprechen. Wir bleiben weiterhin in der Region verwurzelt und schaffen eine breitere Basis zur Erfüllung unserer Aufgabe der Förderung der Mitglieder. Eine Fusion führt zu einer leistungsstärkeren Genossenschaft“, argumentierten die Redner weiter.

Beide Banken grenzen mit ihren Geschäftsgebieten aneinander. Bereits in der Vergangenheit haben beide Banken nach eigener Darstellung erfolgreich zusammengearbeitet. Mit der Verschmelzung würden zwei Banken zusammenfinden, die eine persönliche Betreuung vor Ort sowie die Nähe zu den Mitgliedern und Kunden als ihre wesentliche geschäftliche Ausrichtung ansehen würden. Diese Einschätzung der Verantwortlichen teilte auch das Verschmelzungsgutachten, das von den zuständigen Wirtschaftsprüfern des Genossenschaftsverbandes Rheinland Mitgliedern und Vertretern vorgetragen wurde.

Entsprechend hoch war die Zustimmung der Mitglieder der ­VR-Bank Rur-Wurm, die mit über 96 Prozent der gültigen abgegebenen Stimmen dem Antrag ihres Vorstandes zur Fusion zustimmten. Diesem Votum schlossen sich die Vertreter der Raiffeisenbank Erkelenz in ihrer Versammlung sogar mit 100 Prozent der Stimmen an.

Die Verschmelzung soll nun vollzogen werden – rückwirkend zum Jahresbeginn 2016. Die neue Genossenschaft, die unter dem Namen Raiffeisenbank Erkelenz firmieren und ihren Sitz in Lövenich haben soll, wird eine Bilanzsumme von rund 400 Millionen Euro haben und mit 125 Mitarbeitern und 18 Geschäftsstellen rund 28 000 Kunden betreuen.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen und einem gesunkenen Zinsüberschuss konnten beide Banken ihren Eigentümern auch für 2015 positive Zahlen präsentieren. So werden die Rücklagen weiter gestärkt. Und die Mitglieder beider Häuser können sich auf eine Dividende in Höhe von fünf Prozent freuen.

Dass die Vertreter und Mitglieder mit dem Kurs ihrer Bank voll und ganz zufrieden sind, demonstrierten sie mit lobenden Wortbeiträgen und ihrer einstimmigen Zustimmung bei der Feststellung der Jahresabschlüsse. Vorstand und Aufsichtsrat wurde in beiden Banken jeweils einstimmig Entlastung erteilt.

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