Heinsberg - Der vierte Fall von Bruno, Chef de Police

Der vierte Fall von Bruno, Chef de Police

Von: defi
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Bestsellerautor Martin Walker
Bestsellerautor Martin Walker bei seiner Buchvorstellung in Heinsberg. Foto: defi

Heinsberg. Literarische und kulinarische Delikatessen wurden den Besuchern einer Lesung in der Buchhandlung Gollenstede in Heinsberg serviert: Der Erfolgsautor Martin Walker stellte seinen neuen Krimi vor.

Die Buchexpertin Margarete von Schwarzkopf vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) moderierte den Abend. „Vor jedem Gast stand ein Teller mit einer dicken Scheibe paté de foie gras, daneben ein Glas, gefüllt mit gekühltem Monbazillac.” Dies ist ein Satz aus Martin Walkers aktuellem Bestseller „Delikatessen”, zu finden auf Seite 209. Der Satz gibt zwar nicht ganz genau die Situation am Abend der Lesung wieder - es gab keine Entenleberpastete und auch keinen süßen Edelwein - das, was es gab, war aber trotzdem lecker.

Martin Walker, geboren 1947, ist Schotte, nicht nur Schriftsteller, sondern auch Historiker und politischer Journalist. In Heinsberg sagte er, dass er zwei Passionen habe: zum einen die Politik, zum anderen das Essen. Er liebe foie gras (Fettleber/Stopfleber), und wenn sie von Enten stamme, die Kleinbauern in seiner Wahlheimat, dem Périgord, groß gezogen hätten, müsse man sich auch keine Sorgen um die Stopfleber machen, da die Tiere von Hause aus schon genug fräßen.

Einen bösen Blick warf Walker rüber nach Brüssel, wo die Europäische Union (EU) die foie gras und andere regionaltypische Produkte ins Visier genommen hat. Bahnt sich da schon Fall fünf für Walkers eifrigen Dorfpolizisten Bruno an? Ein EU-Kommissar beim Ortstermin im Périgord zu Tode gestopft?

Den Titel des Buchs „Delikatessen” fand Moderatorin Margarete von Schwarzkopf im Englischen weitaus zutreffender. Dort heißt der vierte Fall von Bruno, Chef de Police, „The crowded grave” (Das überfüllte Grab) und spielt, wie könnte es anders sein, in einer der schönsten Regionen im Südwesten Frankreichs, dem Périgord, im malerischen Saint-Denis.

Martin Walker, der nach 25 Jahren bei der britischen Tageszeitung The Guardian heute Vorsitzender eines privaten Think-Tanks (eine Art Denkfabrik) für Topmanager in Washington, seinem Zweitwohnsitz, ist, nimmt gerne Personen seines Lebensumfelds und baut sich aus deren Eigenschaften und Eigenheiten eine Figur für seine Romane, wie er seinem Heinsberger Publikum erläuterte.

Seine Deutschkenntnisse beschreibt Walker folgendermaßen: „Mein Tennis ist nicht so gut wie mein Deutsch und mein Deutsch ist schlecht”. Zudem warnte er sein Publikum: „Wenn ich finde neue Freunde im Périgord oder in Deutschland, denke ich: oh, ein neuer Charakter. Also vorsichtig heute Abend.” Bruno, einziger Polizist im Ort, Gourmet, Hobbykoch, Rugbytrainer und begehrtester Junggeselle von Saint-Denis, muss sich im Kriminalroman „Delikatessen” wieder mal mit einer Leiche befassen, anstatt sich um entlaufene Hunde und Parksünder zu kümmern. Die Hoffnung Brunos, dieser Leichenfund würde nicht in sein Aufgabengebiet fallen, sondern in das von Archäologie-Professor Horst Vogelstern, der in der Nähe von Saint Denis Ausgrabungen durchführt, zerschlägt sich schnell: Die Leiche in der Grube trägt eine Swatch am Armgelenk.

Manchmal, erzählte Martin Walker zwischen den Textpassagen, die in Englisch und Deutsch vorgetragen wurden, sei Bruno etwas schwierig. Walker: „Wenn ich wollte schreiben, Bruno wollte nicht.” Der Charakter lebe selbst, „das ist live.”

Martin Walkers neues Buch, gerade im Mai auf Deutsch erschienen, wurde in Kooperation mit Bruno doch noch einmal fertig, und kletterte sofort unter die Top Ten der Hardcover-Bestsellerliste. Neben der Ausgrabungsstätte von Professor Vogel spielen ein spanisch-französisches Gipfeltreffen, die Separatistenbewegung Euskadi Ta Askatasuna (ETA) und natürlich eine Gänsefarm eine Rolle. Denn: ohne Gans kein foie gras und „ohne Mord kein Krimi”.
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