Der Verkehr auf der B56n rollt

Von: Daniel Gerhards
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Symbolischer Akt: NRW-Verkehrsminister Michael Groschek und viele andere Politiker geben die B56n frei. Fotos (4): Gerhards Foto: Gerhards
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So sieht die fertige Anschlussstelle B56n zur Autobahn von oben aus. Foto: CUH

Heinsberg. Es war so etwas wie ein kleines Volksfest, das auf einer Brücke über der B56n nahe Waldenrath stattfand. Viele interessierte Bürger waren zur offiziellen Freigabe der neuen Bundesstraße gekommen. Sie hatten lange auf diesen Moment gewartet.

Erste Pläne für das Projekt waren 1971 erstellt worden. Und die Bewohner vieler Orte entlang der Straße erhoffen sich seit langem eine Entlastung vom Durchgangsverkehr. Andere hoffen, nun schneller zum Arbeitsplatz, zum Beispiel in Düsseldorf, zu gelangen.Das schwarz-rot-goldene Band durchtrennten dann auch viele Politiker aus der Region, aus Düsseldorf und Berlin. Es war ein Termin, den sich die Abgeordneten und Kandidaten im Wahljahr 2017 wohl besonders dick in den Terminkalender eingetragen hatten.

Nun ist die Lücke zwischen dem deutschen und dem niederländischen Autobahnsystem geschlossen. Die B56n verbindet die deutsche A46 mit der niederländischen A2. Das soll besonders den Wirtschaftsstandort Kreis Heinsberg stärken.

„Die Straße ist eine Logistikbrücke. Sie verbindet die Industriestandorte an Maas und Rhein, sie stärkt die Erschließung der Seehäfen Antwerpen und Rotterdam und stärkt damit die Logistikregion Nordrhein-Westfalen“, sagte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek. Und das sei auch für den Kreis Heinsberg relevant: „Der Kreis Heinsberg ist eine Logistikregion mit Zukunft, weil Logistikgrundstücke nur funktionieren, wenn es eine vernünftige Erschließung gibt“, sagte Groschek.

Die insgesamt 18,1 Kilometer lange B56n ist auf den letzten Metern noch einmal teurer geworden. Bisher waren die Planer von Gesamtkosten in Höhe von 84,2 Millionen Euro ausgegangen. Nun stehen Kosten von 89,3 Millionen Euro im Raum.

Die Steigerung sei unter anderem auf eine Vergabebeschwerde aus dem Jahr 2014 zurückzuführen. Eine Bietergemeinschaft war damals bei der Vergabe der Arbeiten für die Anschlussstelle an die A46 und B221 ausgeschlossen worden und hatte Beschwerde eingelegt. Dadurch sei es zu Verzögerungen und am Ende auch zu Kostensteigerungen gekommen, sagte Projektleiter Markus Reul von Straßen.NRW. Auch die kostspielige Entsorgung von pechhaltigem Material habe die Kosten in die Höhe getrieben.

Der letzte Bauabschnitt der B56n, der von der K17 bei Vinteln bis zur A46 bei Janses Mattes führt, ist 7,9 Kilometer lang und hat 44,4 Millionen Euro gekostet. Nach Angaben von Straßen.NRW sollen auf diesem Teilstück demnächst täglich 16 000 bis 19 000 Fahrzeuge rollen. Es gibt drei Fahrstreifen, „wobei die dritte Spur für beide Fahrtrichtungen abwechselnd zum Überholen freigegeben ist“.

Im Laufe der Bauarbeiten für diesen Abschnitt seien 500 000 Kubikmeter Erde gelöst worden, um die Straßen per „Einschnitt“ zu bauen, für Dammanlagen seien 250 000 Kubikmeter Erde aufgeschüttet worden. Zehn Brücken seien errichtet worden, darunter die Überführung für den Saeffelener Bach und die Selfkantbahn.

Zudem habe man versucht, die Straßengeräusche für die Anwohner zu minimieren und dem Naturschutz Rechnung zu tragen. In diesem Zusammenhang forderte die Ortsbauernschaft Waldenrath-Straeten einen Wildschutzzaun entlang der ganzen Straße – vor allem zum Schutz der Autofahrer.

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