„Der Selfkant braucht keinen Sonnengott, sondern eine Fachkraft“

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Vorsitzender Karl Busch vom FDP-Ortsverband Selfkant begrüßte die stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, zum Neujahrsempfang. Foto: agsb

Süsterseel. Die FDP Selfkant hatte am Sonntag zum Neujahrsempfang in die Wehrer Bahn eingeladen. Vorsitzender Karl Busch begrüßte zahlreiche interessierte Bürger, seine Parteifreunde an der Spitze, die Kreisvertreter mit Dr. Klaus J. Wagner und Stefan Lentzen, die Oppositionsparteien im Selfkant, viele Vertreter aus dem Rathaus Sittard/Geleen, sowie Regierungsvertreter der Provinz Limburg und die Freien Wähler aus Gangelt.

Es war bisher der beste Besuch beim FDP-Neujahrsempfang.

Ortsvorsteher geklaut

Vorsitzender Karl Busch ging sogleich in die Vollen. „Was für Nachrichten: Die CDU drückt mit Stimme des Bürgermeisters massive Grundsteuererhöhungen durch, die Opposition stimmt dagegen“, zitierte er gleich Meldungen aus der Presse und nahm die Selfkant-CDU unter Beschuss. Die Christdemokraten waren wie Bürgermeister Herbert Corsten nicht eingeladen.

„Man hat uns auch den Ortsvorsteher von Millen geklaut“, so Karl Busch weiter. „Wir haben hier die Wahl gewonnen, die CDU entscheidet mit Stimme der Bürgermeisters gegen den Bürgerwillen“, ärgerte er sich. „Der von der CDU durchgeboxte Ortsvorsteher verstößt eindeutig gegen das Einwohnermeldegesetz, wohnt nicht wie vom Gesetz gefordert in Millen, das weiß hier jedes Kind. Dies duldet die CDU und der Bürgermeister, der Bürgerwille wird mit Füßen getreten.“

Busch hatte im Vorfeld einen Überraschungsgast versprochen und ließ schließlich die Katze aus dem Sack. Es war Josef Werny von den Sozialdemokraten aus dem Selfkantland. Werny verkündete unter großem Beifall, dass die Opposition mit der FDP, SPD, Pro Selfkant und Grüne/Bündnis 90 einen eigenen Bürgermeisterschaftskandidaten gemeinsam aufstellen.

„Ich denke, dies ist eine gute Nachricht für den Selfkant“, sagte anschließend Josef Werny als Sprecher der Opposition, der das „autoritäre Verhalten des Bürgermeisters“ anprangerte. „Der Selfkant braucht keinen Sonnengott, sondern eine Fachkraft, die unsere Verwaltung vorantreibt“, fuhr Werny nun schwere Geschütze auf und sprach den finanziellen Blindflug der Gemeinde an.

„Wir haben für die letzten Jahre keinen geprüften Haushalt. Dies ist so, als würden sie nach zwei Jahren in den Geldbeutel schauen und erstaunt sein, dass kein Geld mehr drin ist. Dies passiert seit Jahren im Selfkant“, sagte Werny.

„Es gibt keinen Haushalt und einen Bürgermeister, der nicht in der Lage ist, einen Kämmerer vom Fach einzustellen. Nein, es darf keinen zweiten Mann neben ihm geben. Es ist ein Schaden für den ganzen Selfkant, dies muss aufhören. Wir brauchen ferner eine vernünftige Wirtschaftsförderungspolitik“, eröffnete Werny den Wahlkampf.

Offene Willkommenskultur

Hauptrednerin der Veranstaltung war die stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die von einer gezielten Neuaufstellung der Liberalen und einer entscheidenden Bundestagswahl 2017 sprach. „Wenn wir hier scheitern, sind wir Geschichte“, betonte die einstige Bürgermeistern der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Sie lobte die Arbeit der FDP im Selfkantland mit einem zweistelligen Ergebnis bei den Kommunalwahlen. In diesem Zusammenhang lobte sie generell die Arbeit in den Kommunen als wichtige Basis einer gesunden Demokratie.

Weitere Themen waren unter anderem die Asylpolitik und Integration, wobei sie sich klar für eine offene Willkommenskultur und die Einhaltung der Menschenrechte aussprach. Die Politikerin wünschte sich eine schnellere Integration und meinte: „Deutschland sucht Arbeitskräfte und verpasst hier eine Chance.“

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