Der neue Polizeichef setzt klare Prioritäten

Von: disch
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Der neue ranghöchste Polizeib
Der neue ranghöchste Polizeibeamte im Kreis Heinsberg: Polizeidirektor Friedhelm Hinzen. Foto: Gottfroh

Kreis Heinsberg. Der ranghöchste Polizeibeamte im Kreis Heinsberg, Polizeidirektor Friedhelm Hinzen (51), erst seit September in diesem Amt, hat bereits klare Prioritäten gesetzt.

So stehen für den neuen Polizeichef die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche und die Bekämpfung schwerer Verkehrsunfälle, bei denen hohe Geschwindigkeit die Unfallursache ist, aber auch die Präsenz der Polizei auf der Straße ganz oben auf der Agenda.

Dazu wolle er gemeinsam mit den Direktionen sorgfältige Analysen erstellen, Programme erarbeiten und gute Schichtdienstmodelle entwickeln, denn das Personal sei natürlich nicht wie von Zauberhand zu vermehren, entscheidend sei vielmehr, es zu den relevanten Zeiten einzusetzen. Hinzen kündigte auch an, am System der Bezirksbeamten festhalten zu wollen.

Ganz bedeutsam ist für Hinzen das Zusammenwirken mit den Bürgern: „Ohne die Bevölkerung sind wir nicht viel”, räumte er offen ein und appellierte an die Bürger, zum Beispiel verdächtige Beobachtungen der Polizei sofort zu melden.

Der Polizeiberuf mit seinen vielfältigen Aufgaben hatte Friedhelm Hinzen schon in jungen Jahren gereizt. So bewarb er sich bereits im Alter von 16 Jahren bei der Polizei - gegen den Willen der Eltern, die angesichts der Terrorgefahren in den 70er-Jahren schlicht und einfach Sorgen um ihren Sohn hatten. Doch Hinzen bestand den Einstellungstest und wurde Polizist. Vor allem die Perspektive, nicht ständig in irgendeinem Büro sitzen zu müssen, machte für ihn diesen Job „unheimlich attraktiv”.

Zu seinen Stationen nach den Anfangsjahren als Bereitschaftspolizist in Köln und im Streifendienst in Dormagen gehörten - nach der Ausbildung im gehobenen Dienst - Tätigkeiten als Wachdienstführer in Neuss und als Sachbearbeiter in Düsseldorfer Innenministerium. Nach der Ausbildung im Höheren Dienst kam Hinzen schließlich im Jahr 1998 erstmals nach Heinsberg: Er leitete zunächst die Polizeiinspektion Heinsberg und wurde dann Stabsleiter. 2004 folgte wiederum ein Wechsel ins Innenministerium, wo er als Referent im Lagezentrum der Landesregierung fungierte.

„Es war mein Wunsch, wieder hierhin zu kommen”, so Hinzen zu seinem „Comeback” in Heinsberg. „Hier wird gute Arbeit geleistet. Die Mitarbeiter zeigen großes Engagement.” Es herrsche ein gutes Betriebsklima in der rund 400-köpfigen Behörde, die über etwas mehr als 350 Polizistenstellen verfügt.

Für Hinzen, der mit Ehefrau und Sohn in Grevenbroich lebt, ist der ­Polizeiberuf längst eng mit einem Arbeitsplatz im Büro verknüpft. Dies sei so, wenn man Verantwortung trage für bestimmte Bereiche; so habe man aber auch Einfluss auf bestimmte Dinge. Er sei in seiner Laufbahn aber nie richtig enttäuscht worden. „Ich habe das immer gerne gemacht.”

Bodenhaftung und Kontakt zur Basis behält Hinzen vor allem, indem er Gespräche mit den Beamten vor Ort führt. So war für ihn nach seinem Dienstantritt als Leiter der Abteilung Polizei der Besuch aller Dienststellen eine Selbstverständlichkeit. Unter dem Landrat, dem Leiter der Kreispolizeibehörde, nun das gesamte Spektrum mit den vier Direktionen Gefahrenabwehr/Einsatz, Verkehr, Kriminalität und Zentrale Aufgaben verantwortlich führen zu können, das empfindet Hinzen als reizvoll.

Die Tatsache, dass das Durchschnittsalter in der Kreispolizeibehörde Heinsberg bei fast 50 Jahren liegt, betrachtet Hinzen eher gelassen. „Wir freuen uns natürlich über jeden jungen Kollegen”, so Hinzen. So hatte die Heinsberger Polizei-Pressestelle erst im September die Verstärkung und Verjüngung mit 15 neuen Kräften gemeldet.

Aber Hinzen lässt überhaupt keinen Zweifel daran aufkommen, dass er den großen Erfahrungsschatz der älteren Kollegen und ihre enge Verbundenheit mit dem Kreis Heinsberg sehr zu schätzen weiß.
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