Der letzte Zeuge des Bergbaus braucht Hilfe

Von: Norbert F. Schuldei
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Hückelhoven. Leider, sagt Franz-Josef Sonnen, sei der Eindruck entstanden, dass es dem Förderverein Schacht 3 im Zusammenhang mit der Diskussion um die Stiftung für Denkmalspflege um den Erhalt öffentlicher Mittel gehe.

„Wir vom Förderverein haben wohl bewiesen, dass man ohne öffentliche Mittel einiges erreichen kann”, trotzt der Vorsitzende des Vereins. Wenn der Förderverein jetzt dennoch um Hilfe bitte, dann beziehe sich dies ausschließlich auf das Fördergerüst. „Dafür sollte”, so Sonnen weiter, „die Stiftung zuständig sein, die 1996 ausschließlich für solche Projekte vom Land NRW gegründet und damals mit 44 Millionen D-Mark ausgestattet wurde”.

Aufgabe dieser Stiftung mit Sitz in Dortmund ist die Betreuung von Industriedenkmalen. „Uns ist klar”, räumt Sonnen ein, „dass im Ruhrgebiet einige Projekte erhaltenswert sind und unterstützt werden müssen. Dabei sollte man aber nicht unsere Region, die auch vom Bergbau geprägt wurde, wie ein Stiefkind behandeln”. Da dies offenbar aber so ist, wende man sich jetzt an alle, die es für richtig halten, dass mit dem Fördergerüst Schacht 3 ein Stück des ehemaligen Steinkohlenbergwerks Sophia-Jacoba erhalten bleibt.

Sonnen und seine Kumpel weisen darauf hin, dass nach dem Abriss des Verwaltungsgebäudes und der Sprengung der Brikettfabrik Anfang diesen Jahres das Fördergerüst „Schacht 3” der letzte Zeuge der Bergbauepoche in unserer Region ist. „Schacht 3” wurde mit viel körperlichen Einsatz - die ehemaligen Kumpel steckten mehr als über 200.000 Stunden Arbeit in das Projekt - von den Mitgliedern des Fördervereins restauriert und zum Besucherbergwerk ausgebaut. Den Lohn dafür fänden die Ehrenamtlichen in der Anerkennung durch die Bevölkerung, betont Franz-Josef Sonnen nicht ohne Stolz.

„Seit der Einweihung des ,Barbarastollens´ im März 2007 haben sich mehr als 9000 Besucher durch die Geschichte des Bergbaus und der von Sophia-Jacoba führen lassen”, sagt er. Um dies alles finanzieren zu können, finden jährlich unter anderem - wie am vergangenen Wochenende - fünf Trödelmärkte statt. Hier sind dann bis zu 60 Personen ehrenamtlich im Einsatz. „Obwohl wir immer noch der Auffassung sind, dass die Stiftung für Industriedenkmale zuständig ist und wir weiter dafür kämpfen, will der Förderverein keine Zeit verlieren”, sagt Sonnen.

Es sei jetzt dringlich, dass das Mauerwerk und das Fördergerüst bearbeitet würden. Die Kosten für die erforderlichen Arbeiten schwanken zwischen 300.000 und 500.000 Euro. „Wir müssen uns in den nächsten Wochen einmal ein verbindliches Angebot reinholen”, sagt Sonnen. Ob 300.000 oder eine halbe Million Euro - eines ist sicher: Die Kosten überst-eigen die Möglichkeiten des Fördervereins bei weitem. Deshalb ruft man jetzt zu Spenden auf und bittet alle, die das Wahrzeichen Schacht 3 erhalten wollen, um Unterstützung. „Nach dem Motto ,Viel Wenig ist auch Viel´ hoffen wir auf eine breite Unterstützung”, sagt Franz-Josef Sonnen.

Der Förderverein Schacht 3 hat zwei Sonderkonten eingerichtet, auf die das Geld für die Erhaltung des Fördergerüstes an Schacht3 eingezahlt werden kann. Kreissparkasse Heinsberg, Bankleitzahl 31251220, Konto-Nummer 1401628910; Volksbank Erkelenz-Hückelhoven-Wegberg, BLZ 31261282, Konto-Nummer 203101023. Spendenquittungen werden selbstverständlich ausgestellt, der Förderverein Schacht 3 ist ein gemeinnütziger Verein und hat eine Steuernummer. Die Spendengelder werden ausschließlich für die Erhaltung des Zeitzeugen „Fördergerüst an Schacht 3” in Hückelhoven verwendet.

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