Der Lehrer, der die Jungfrau schweben lässt

Von: Anna Petra Thomas
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Die Schüler der 6c der Heinsb
Die Schüler der 6c der Heinsberger Realschule, in der Dirk Windeck Klassenlehrer ist, staunten nicht schlecht, als er Wasser in die Zeitung goss. Foto: Thomas

Heinsberg. Seinen Beruf trennt er ganz strikt von seinem Hobby: Sogar einen anderen Namen hat Dirk Windeck, Lehrer der Heinsberger Realschule Im Klevchen, wenn er als Patrick Mirage auf der Bühne steht. Werktags bringt der 37-Jährige seinen Schülern die Regeln der Mathematik oder die Grundlagen von Chemie und Physik bei.

Am Wochenende taucht er ab in die Welt der Magie. Nur kurz vor den Ferien macht er da schon mal eine Ausnahme. Dann verzaubert er auch seine Schüler, im wahrsten Sinne des Wortes.

Seit 30 Jahren bereits ist Windeck in seiner Freizeit als Magier aktiv. Schuld war ein Zauberbuch, das er als Siebenjähriger geschenkt bekam, erinnert er sich. Dann gab es den ersten Zauberkasten und die ersten kleinen Tricks, die er seinen Klassenkameraden präsentierte. „Ein Zauberkünstler spielt auch Theater und stellt etwas dar, was es gar nicht gibt”, sagt Windeck.

Er als Zauberer und er als Lehrer, das sei jeweils eine ganz andere Persönlichkeit. „Schnittmengen gibt es nur mit mir als Privatmensch”, sagt er. Schon im Alter von zwölf Jahren hatte er seinen ersten großen Fernsehauftritt. Seitdem beherrscht er seinen Trick mit dem Wasser, das in einer Zeitung verschwindet und über den jetzt auch seine Heinsberger Schüler nicht schlecht staunten. Windeck, ... nein, Verzeihung, Patrick Mirage bereicherte in seiner Jugend Kinderfeste und Vereinsfeiern, begeisterte Senioren in Altenheimen.

Einmaliger Feuerblitz

Vier Jahre später schon arbeitete er mit Assistentinnen. Die brauchte er für den Trick der sogenannten schwebenden Jungfrau, den er ebenfalls in Perfektion beherrscht.Seine größten Auftritte? Leichtathletin Heike Drechsler brachte er schon einmal zum Schweben. Für einen großen deutschen Automobilhersteller ließ er auf der Bühne des Kölner Gürzenich ein Auto erscheinen. Gleiches tat er für einen Yachthersteller auf Mallorca. Seine Auto-Illusion mit begleitendem Feuerblitz sei einmalig in Europa, versichert Mirage ganz stolz.

„Allein eine Tonne Equipment ist dafür notwendig!” „Jeder Auftritt hat etwas Besonderes”, gibt sich der mittlerweile weit über die Region hinaus bekannte Magier dennoch bescheiden. „Ob Geburtstagsfeier oder Hochzeit, auch die haben ihren Reiz”, erklärt er. „Vor 20 Gästen spiele ich genauso gerne wie vor 2000 oder 3000 Zuschauern.” Und dennoch: Überschriften der vielen Zeitungsberichte, die er gesammelt hat, sehen ihn durchaus auf den Spuren von David Copperfield. Heute seien viele Tricks jedoch keine Geheimnisse mehr, räumt der Zauberer ein.

Unterhaltsame Präsentation

Daher sei es umso wichtiger, die Präsentation unterhaltsam zu gestalten. „Sie muss das Niveau eines guten Spielfilms haben”, formuliert er den Anspruch an sich selbst. Etwa zwei bis drei Mal pro Monat ist er derzeit in Auftritten zu erleben.

Gut komme heute an, die Gäste in die Show mit einzubeziehen, etwa mit einem schwebenden Tisch, erzählt er. Gerade erst lud er zusammen mit unterschiedlichen Restaurants, darunter eines in Wassenberg, zu „Magic Dinner Shows” ein, bei denen seine Zauberei von Vier-Gänge-Menüs begleitet wurde.
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