Der Krankenstand steigt weiter leicht an

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Im Jahr 2014 ist der Gesamtkrankenstand unter den 26.671 AOK-Versicherten, die in Kreis Heinsberger Unternehmen tätig sind, erneut geringfügig angestiegen: von 5,57 auf 5,69 Prozent.

Damit liegt der Kreis Heinsberg über dem AOK-Rheinland-Schnitt von 5,53 Prozent. Seit 2010 – damals lag der Wert im Kreis bei 4,96 Prozent – hat es einen kontinuierlichen Anstieg gegeben. Dies geht aus einer statistischen Auswertung vom Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) hervor; das BGF ist eine Tochtergesellschaft der AOK Rheinland/Hamburg. Die Zahlen präsentierte Gregor Mertens, stellvertretender Leiter vom BGF, zusammen mit dem AOK-Regionaldirektor Heinz Frohn bei einem Pressegespräch in Heinsberg.

Nach Angaben der AOK hat sich der Krankenstand bis zu sechs Wochen kaum verändert; er stieg von 3,85 Prozent in 2013 auf 3,86 Prozent in 2014. Die Arbeitgeber hätten also keine wesentlich höheren Ausgaben für die Entgeltfortzahlung leisten müssen. Jedoch habe sich der Langzeitkrankenstand über sechs Wochen von 1,73 Prozent in 2013 auf 1,83 Prozent in 2014 vergrößert; 2010 lag dieser Wert noch bei 1,35 Prozent. Die AOK müsse deshalb deutlich mehr Krankengeldleistungen für ihre Versicherten aufbringen. Den deutlicheren Anstieg der Zahl der Langzeitkranken bezeichnete die AOK als „besorgniserregend“ – und dies nicht nur unter Kostengesichtspunkten, wie betont wurde.

Als häufigste Gründe für krankheitsbedingte Fehlzeiten in Betrieben haben die AOK-Statistiker Erkrankungen in den Diagnosegruppen „Atemwege“ sowie „Muskel/Skelett“ ausgemacht, wobei zu der letztgenannten Gruppe vor allem die häufig auftretenden unspezifischen Rückenbeschwerden gehörten. Beim Blick auf die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage rangiert die Diagnosegruppe „Muskel/Skelett“ sogar deutlich an der Spitze. Und vor den „Atemwegen“ liegt da noch die „Psyche“. Zu erklären sind diese unterschiedlichen Rangfolgen bei Fallzahlen und Tageszahlen mit den unterschiedlichen durchschnittlichen Falldauern, die bei „Muskel/Skelett“ 18,67 Tage und bei den Atemwegen bei 6,47 Tage betragen, während bei der Psyche ein Schnitt von 32,60 Tagen pro Fall zu Buche steht.

Ein anderes Diagnoseverhalten der Ärzte und eine weitgehende Enttabuisierung des Themas, aber auch gestiegene Belastungen in der Arbeitswelt und gesamtgesellschaftliche Entwicklungen nannte die AOK als Gründe für den Anstieg von psychischen Erkrankungen – und räumte ein, dass eine Unterversorgung im Bereich der ambulanten Psychotherapie gebe.

Als „Stellschrauben“ für Arbeitgeber nannte Gregor Mertens vom BGF „gesunde Arbeitsplätze“ und „gute Kommunikation“. Belegschaften könnten auch mit externer Hilfestellung psychisch robuster gemacht werden. Das Interesse an betrieblicher Gesundheitsförderung werde größer, im Kreis Heinsberg gebe es allerdings noch Nachholbedarf. So will die AOK das Thema im Zusammenwirken mit Kreis und Kreissparkasse sowie Gewerkschaftsbund und Kreissportbund in diesem Jahr in Aktionen intensiver angehen.

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