Der „Herr der Zahlen“: Kämmerer Ludwig Schöpgens blickt zurück

Von: disch
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Er ist noch Kämmerer des Kreises Heinsberg: Ludwig Schöpgens.
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Er ist bald Kämmerer des Kreises Heinsberg: Michael Schmitz.

Kreis Heinsberg. „Für mich ist dies ein ganz besonderer Haushalt, ist er doch der letzte Haushalt, den ich als Kämmerer für den Kreis Heinsberg aufstellen durfte.“ Dies erklärte Ludwig Schöpgens, Dezernent und Kämmerer des Kreises Heinsberg, als der „Herr der Zahlen“ in der Kreistagssitzung das Zahlenwerk des Etatentwurfs für das Jahr 2016 präsentierte.

„Insgesamt ist es der 19. Kreis-Haushalt, den ich mit zu verantworten habe“, so Schöpgens weiter. „Vor fast exakt 18 Jahren, nämlich im November 1997, bin ich mit dem Haushaltsentwurf 1998 gestartet. Was waren das noch für Zeiten. Über den Euro sprach man zwar schon, es galt aber noch die D-Mark. An das Neue Kommunale Finanzmanagement – kurz das NKF – dachte wohl noch keiner. Es wurde im Kreis Heinsberg am 1. Januar 2009 eingeführt und löste das System der Kameralistik, mit dem ich in der Verwaltung groß geworden war, ab.“

Und auch einige Einzelwerte im Vergleich der Haushalte 1998 und 2016 sind nach Schöpgens‘ Ansicht bemerkenswert: Das Haushaltsvolumen habe 1998 bei umgerechnet circa 164,7 Millionen Euro gelegen, jetzt werde mit rund 307,3 Millionen Euro erstmals eine neue Schallmauer überschritten. Die von den Städten und Gemeinden zu zahlende allgemeine Kreisumlage habe 1998 umgerechnet rund 71,9 Millionen Euro betragen, mit dem jetzigen Haushalt würden 123 Millionen Euro festgelegt.

Bemerkenswert sei auch die Entwicklung der vom Kreis zu tragenden Landschaftsumlage. 1998 habe sie bei etwa 37,2 Millionen Euro gelegen, der nun vorgelegte Entwurf gehe von rund 56,4 Millionen Euro aus.

Schöpgens erklärte weiter: „Die Jugendamtsumlage lag 1998 – damals noch mit Hückelhoven und Geilenkirchen – bei rund 17,5 Millionen Euro. Heute legen wir ohne diese beiden Städte rund 22,6 Millionen Euro um. Die Städte Erkelenz und Heinsberg hatten die Zuständigkeit schon vor meiner Zeit übernommen.“

Die Personal- und Versorgungsaufwendungen betrugen nach Angaben des Kämmerers 1998 rund 25,8 Millionen Euro, heute würden sie den Kreis-Haushalt mit rund 52,6 Millionen Euro belasten, „also mehr als das Doppelte“, so Schöpgens. Und beim letzten Vergleich ging der scheidende Kämmerer auf den Aufwand im sozialen Bereich – ohne das Kreisjugendamt – ein: 1998 noch bei 36,8 Millionen Euro gelegen, sei der Vergleichswert im Produktbereich „05 Soziale Leistungen“ nun mit 105,9 Millionen Euro angegeben. Das sei fast eine Verdreifachung des Wertes aus dem Jahr 1998.

Schöpgens fügte zur Erheiterung der Kreistagsmitglieder im großen Sitzungssaal des Kreishauses schließlich seinem Blick zurück noch eine weitere Veränderung im Vergleich zu 1998 hinzu: „Ich hatte damals noch überwiegend schwarze Haare.“

Im Namen aller Kreistagsmitglieder dankte Landrat Stephan Pusch (CDU) Ludwig Schöpgens für seine „unaufgeregte und solide Arbeit“ als Kämmerer.

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