Der Eine-Welt-Laden informiert über seine Projekte

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Hückelhoven. „Ich rate dir, geh deinen Weg, sonst ist es irgendwann zu spät. Nutze die Zeit, die dir noch bleibt.” So heißt es in einem der Lieder, das der Poet, Chansonnier und Maler Thomas Busse sang.

Mit seiner Partnerin Omnitah, der schwedischen Sängerin, Komponistin und Geigerin, musizierte er für die Gäste bei einer Informationsveranstaltung des Eine-Welt-Ladens Hückelhoven im Café Lebensart.

Die eingangs genannte Aufforderung kam allerdings nicht mit dem pädagogischen Zeigefinger einher, sondern ergänzte auf sympathische Weise die Vorstellung von Projekten des Eine-Welt-Ladens im halbtrockenen Nordosten Brasiliens. Busse selber unterstützt seit vielen Jahren ein Projekt für Straßenkinder in Salvador de Bahia, das auch vom Eine-Welt-Laden und dem Cusanus-Gymnasium Erkelenz gefördert wird.

Dort leitet Bruno Bürger die Eine-Welt-AG; und er stellte mittels PowerPoint und Kurzfilm das jüngste Projekt des Eine-Welt-Ladens in Pilao Arcado im Trockengebiet des Nordostens von Brasilien vor. Dort hat der deutsche Pater Wilhelm Mayer eine große Gemeinschaft innerhalb seiner Pfarrgemeinde aufbauen können, in der gut 30.000 Menschen leben, davon 8000 im urbanen Raum und 23.000 auf dem Lande. Die Pfarrgemeinde ist so groß wie die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf zusammen.

Die 191 Schulen im ländlichen Bereich haben teilweise nur eine Klasse und nur eine Lehrerin oder nur einen Lehrer. Im pfarreigenen Kindergarten werden an die 300 Kinder, meist von allein erziehenden Müttern oder aus armen Familien, betreut. Im Pfarrzentrum, in dem auch Jugendliche aus Deutschland ihren so genannten Dienst im Ausland ableisten, gibt es eine Krankenstation, eine Apotheke und eine Bibliothek.

Die Bilder von den Hütten und Häusern, die oft eine solche Bezeichnung gar nicht verdienen, machten den Anwesenden anschaulich klar, wie sinnvoll und notwendig es ist, den Armen und an den Rand Gedrängten bei der Verteidigung ihrer Menschenwürde zu helfen. Dazu nun dient auch das aktuelle Projekt, bei dem es darum geht, vorhandene Ressourcen auszunutzen und zu erweitern, um vor allem die Ernährungssituation der Kinder zu verbessern.

Einmal werden in den Dörfern und Weilern mit den Bewohnern und mit begleitender Unterstützung eines Agrarfachmannes ganzjährig bewässerte Gemüsebeete angelegt werden, zum anderen wird auf der Basis von Maniok Kraftfutter für die Ziegenzucht hergestellt, die eine wichtige Lebensgrundlage für die Menschen in einem Land bedeutet, das bei uns im Allgemeinen eher mit Samba und Karneval in Rio in Verbindung gebracht wird als mit dem Kampf ums Überleben.

Bei der Veranstaltung ging es neben den Liedern, die Omnitah und Thomas Busse sangen, nicht nur um Elend: Hildegard Schelhaas las ein Märchen aus Brasilien („Warum das Meer seufzt”), das stark an Aschenputtel erinnerte und auf diese Weise andeutete, dass wir alle in „Einer Welt” leben.

Und zum Schluss entließ mit Dank fürs Kommen und für aktive Teilnahme der Vorsitzende des Eine-Welt-Laden-Vereins Hückelhoven e.V., Dr. Hans Latour, die Anwesenden mit einigen Zeilen aus einem Liederbuch der kirchlichen Landpastoral in Brasilien: „Das Volk kämpft für Land, in dem es Nahrung gibt,/für Frieden ohne Lügen, für ein gemeinsames Leben./Das Volk kämpft für ein gemeinsames Leben./Es sucht Erlösung.”
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