Der Auftakt der Saison 2015/2016 begeistert die Zuhörer

Von: ulla
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Zum ersten Meisterkonzert der neuen Saison hatte die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg die Neue Philharmonie Westfalen in die Erkelenzer Stadthalle eingeladen. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Mit einem begeisternden Konzert ist die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg in die Saison 2015/2016 gestartet: Die Neue Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Generalmusikdirektor Rasmus Baumann brachte in der Erkelenzer Stadthalle Werke von ­Jaromir Weinberger (1896-1967), Edward MacDowell (1860-1908) und Antonin Dvoák (1841-1904) zu Gehör.

In der voll besetzten Halle waren die Besucher nicht nur angetan von der Musik an sich, sondern vor allem auch von der Art und Weise, wie sie dargebracht wurde.

Die Neue Philharmonie Westfalen ist einer der größten Klangkörper der Region. Sie entstand vor neun Jahren aus dem Zusammenschluss zweier Orchester des nördlichen Ruhrgebietes und hat sich seitdem auch durch die Aufnahmen auf Tonträgern einen Namen weit über die Grenzen des Ruhrgebietes hinaus gemacht. Tourneepartner waren unter anderen der chinesische Pianist Lang Lang und die Sopranistin Anna Netrebko.

Temperamentvoll und mit fast tänzerischen Einlagen dirigierte Rasmus Baumann den großen Klangkörper.

Das Konzert begann mit Prelude and Fugue on Dixie von Weinberger, der als Jude nach dem Einmarsch Hitlers ins Sudetenland in die USA fliehen musste und sich dort mit Auftragskompositionen über Wasser hielt. Sein Prelude verbindet Musik seiner tschechischen Heimat mit Melodien der amerikanischen Südstaaten – New Orleans ist nicht weit.

Im Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 d-Moll verbindet MacDowell, in New York geboren, in Europa auch von Liszt gefördert, romantische Musik Europas mit Elementen indianischer Volksmusik. Bei diesem Stück brillierte insbesondere Thomas Duis am Klavier durch sein virtuoses Spiel, das zusammen mit dem furios aufspielenden Orchester eine hervorragende Klangeinheit brachte. Zu Recht gab es Blumen für ihn; und er bedankte sich beim Publikum als Zugabe mit einem Stück von Rachmaninow.

Nach der Pause folgte dann von Dvoák die Sinfonie Nr. 9 e-Moll „Aus der neuen Welt“, eine der meist gespielten Sinfonien weltweit. Schon der Titel deutet an, dass es sich um eine Verschmelzung amerikanischer Musik, wie sie bei den Indianern und den Sklaven vorkommt, und tschechischer Volksmusik handelt, wobei allerdings beide „Musiken“ ihre spezifischen Eigenarten behalten, ohne dass der Komponist einfach fremdes Melodiengut verarbeitet hätte. Die Annäherungen sind stilistischer oder geistiger Natur.

Eine besondere Rolle spielten die Bläser, die immer wieder die Inhalte des Stückes unterstrichen: Wehmut und Heiterkeit, Freude und Trauer, Lyrik und Dramatik.

Das Publikum bedankte sich mit lang anhaltendem Beifall für das außerordentliche musikalische Erlebnis.

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