Denkmalgeschütztes Birder Gotteshaus wird 150

Von: agsb
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150 Jahre steht die Birder Kapelle in Höngen. Nun wurde Geburtstag gefeiert. Der 90-jährige Josef Douven ist immer noch als Küster aktiv. Foto: agsb

Selfkant-Höngen. Mit einem feierlichen Gottesdienst durch die Pfarrer Roland Bohnen und Willem Boom (niederländischer Pfarrer und Nachbar der Kapelle) ist der 150. Geburtstag der Birder Kapelle in Selfkant-Höngen unter Mitwirkung des Seniorenorchesters des Höngener Fanfarencorps gefeiert worden.

Die heute denkmalgeschützte Kapelle an der Birder Straße wurde vor 150 Jahren von Höngener Bürgern auf einem gemeindeeigenen Grundstück erbaut und der hl. Jungfrau Maria geweiht. An der rückwärtigen Giebelwand existierte bis in die 1930-er Jahre ein als Spritzenhaus der Feuerwehr genutzter Anbau.

In ihm lagerten die Gerätschaften zur Brandbekämpfung und die von Pferden gezogene Spritze. Ein Blick in die Chronik zeigt, dass gerade um das Jahr 1859 auch die Kapelle Op de Boom in Saeffelen und die Kapelle in Schalbruch erbaut wurden.

Die Pfarrkirche St. Mariä Empfängnis in Langbroich wurde ebenfalls 1859 fertig gestellt. Eine mögliche Ursache für die Blütezeit des Kapellenbaus könnte im befürchteten Kriegsausbruch zwischen Österreich unter Kaiser Franz und Frankreich unter Napoleon III. gelegen haben.

Prinzregent Wilhelm von Preußen reagierte auf ein Hilfegesuch des Österreichers mit der Mobilmachung des preußischen Heeres, welche auch Auswirkungen auf den hiesigen Raum hatte (Geschichtsbuch des Kirchspiels Havert).

„Viele Menschen zur damaligen Zeit waren sehr arm und lebten bescheidener als heute”, blickte Bohnen in die Geschichte. Aber die Menschen schienen schon damals eine starke Gemeinschaft gewesen sein, ansonsten wäre die Kapelle nicht erbaut worden. „Wir brauchen das Gebet in der kleinen Gemeinschaft wie hier in der Kapelle genauso dringend wie das Gebet in der Pfarrkirche”, so der Pfarrer und erinnerte an die Totenwachen, die bis 1970 in der Birder Kapelle gehalten wurden: „Eigentlich schade, dass das Gebet der Totenwache heute nicht mehr in der Form praktiziert wird wie es früher war.

Dass man sich versammelt, um miteinander zu beten - das ist ein großer Trost und eine große Hilfe im Prozess des Trauerns, Abschiednehmens und des Loslassens. Zum Glück hat man die eine Totenwache vor der Beerdigung in der Pfarrkirche noch erhalten”, so Bohnen.

Seit 1984 treffen sich monatlich Menschen an der Birder Kapelle zum Gebet für den Frieden, sprach er die weitere Geschichte der Jubiläumskapelle an und zeigte sich erfreut, dass auch die Maiandachten nach alter Tradition in der Kapelle stattfinden.
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