Den Computer für eine Geige in die Ecke stellen

Von: Marcel Ortmanns
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Hückelhoven-Schaufenberg. „Musik macht mir Spaß, weil man viel lernen kann und schöne Stücke spielen kann und am meisten Spaß macht es mir, wenn ich etwas aufführen kann.” Das sagt die achtjährige Jana mit einem breiten Lächeln auf den Lippen.

Jana hat im Rahmen des Projekts „Jedem Kind ein Instrument” eine beeindruckende Vorstellung an der Geige abgeliefert und dafür auch einen gehörigen Applaus kassiert.

Tandemunterricht

Hinter dem Projekt steckt eine Initiative der Kreismusikschule Heinsberg und der beiden Grundschulen Friedrich-Honigmann Schule in Schaufenberg und der Baaler Mühlenbachschule. „Wir vermitteln den Erstklässlern im Unterricht eine allgemeine Musikalisierung. Sie hören Musik, bewegen sich zu ihr oder basteln sogar selbst Instrumente.” Erklärt Gerda Mercks, Leiterin der Musikschule.

Das geschieht im sogenannten „Tandemunterricht”. Dabei macht ein Musiklehrer der Kreismusikschule gemeinsam mit einem Lehrer der Grundschule den Unterricht. Im zweiten Schritt erhalten die Kinder ab dem zweiten Schuljahr die Gelegenheit, ihre Begeisterung zur Musik zu vertiefen, indem sie ein Instrument in die Hand bekommen und darauf zu spielen lernen.

Manche Kinder sind sich nach dem Besuch des Musikunterrichts schon sicher, welches Instrument es werden soll. Anderen, wie dem Erstklässler Eric, ist das noch nicht ganz klar: „Ich finde Schlagzeug cool, aber gerade hat mir Gitarre auch gut gefallen.” Das Herz in Erics Brust schlägt noch für beide Instrumente.

Um Kindern wie Eric die Entscheidung zu erleichtern, hat die Kreismusikschule zusammen mit den beiden Hückelhovener Grundschulen zum Konzert „Kinder musizieren für Kinder” alle Erstklässler mit ihren Eltern eingeladen.

Breite Palette

„Heute hören die Kleinen von unseren Großen - außerdem können die Eltern einen Einblick bekommen, den wir durch die Schule nicht bieten können”, sagt Gerda Mercks.

Dann lassen die Grundschüler die Musik sprechen - und sie haben schon eine erstaunlich breite Palette parat: Vom „Zug der Zwerge”, einem klassischen Stück, gespielt auf dem Cello, bis hin zu rhythmischen Stücken, wie dem „Tanz der wilden Pferde”, das auf Trommeln und Rasseln gespielt wird, wird Vieles geboten und das Publikum erfolgreich zum Mitsingen und Schnipsen animiert.

Mit Steuergeldern

Aber nicht nur die Kinder mit „Routine” zeigen, was sie können. Auch die Erstklässler demonstrieren, was in ihnen steckt und machen ihre Eltern damit sichtlich stolz. „Es ist schon klasse, was die Kleinen da auf die Beine stellen. Wenn ich meine Tochter da vorne stehen sehe, macht mich das sehr stolz”, sagt Karl-Heinz Hirsch. „Ich möchte, dass meine Tochter ein vernünftiges Hobby hat. Vielleicht greift sie ja später dann mal lieber zum Instrument als zu irgendeiner Fernbedienung oder Tastatur.”

Dieser Hoffnung kann Gerda Mercks fundierten Nährboden geben. „Wir glauben, dass wir die Kinder durch die musikalische Erziehung dazu bringen können, etwas mehr auf Computer und Fernsehen zu verzichten. So ähnlich, wie Sportvereine das auch schaffen.” Die Stadt Hückelhoven sieht das genauso und unterstützt das Projekt mit Steuergeldern. So ist es der Musikschule möglich, den Unterricht ab 20 Euro monatlich anbieten zu können.

Blicke in die Zukunft des Projekts sind auch schon möglich: „Wir haben den Wunsch, in einiger Zeit ein Schul-Ensemble namens „Kunterbunt” zu gründen, das dann in der Schule kleine Konzerte spielt.” Man hört und sieht Gerda Mercks die große Begeisterung und Euphorie an, als das sagt.
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