Dem Schnee folgen nun die Schlaglöcher

Von: Stefan Herrmann
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Herausforderung für jeden Stoßdämpfer: Das Tauwetter fördert so manches Schlagloch zutage. Von Kraterlandschaften auf den Straßen im Heinsberger Land kann allerdings noch keine Rede sein. Foto: Stefan Herrmann

Kreis Heinsberg. Der harte Winter stellt auch die Straßen im gesamten Kreis auf eine harte Bewährunsgprobe. Das Tauwetter in der vergangenen Woche bringt die ersten unerwünschten Folgen von Eis, Frost und Flocken zutage. Nach dem Schnee kommen nun die Schlaglöcher.

Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder sieht dem Ganzen bisher recht gelassen entgegen. „Wir haben von der Substanz her ein gutes Straßennetz”, sagt er. Die Schäden durch das Winterwetter halten sich daher noch in Grenzen. Nun groß angekündigte Sonder-Reparatur-Aktionen einzuläuten, hält der Heinsberger Verwaltungschef für überzogen.

Während andernorts wie in Aachen der Stadtbetrieb tonnenweise Kaltasphalt nachbestellt, um „Erste Hilfe” am kraterartigen Straßennetz zu leisten, bleibt man in der Region pragmatisch. „Unsere Leute vom Bauhof sagen: Wenn ein Loch da ist, dann wird es geflickt”, sagt Dieder. Extreme Gefährdungsstellen seien bisher nicht entdeckt worden. Aber natürlich werden die Schäden und deren Beseitigung auch in Heinsberg in „leicht erhöhtem Maß” den Haushalt zusätzlich belasten. „Insgesamt wird das Thema aber doch etwas hochgepusht”, findet Dieder.

Eine Straße, die Schäden aufweist, ist die Heinsberger Industriestraße. Diese befindet sich aber bereits im Ausbauprogramm und wird in den kommenden Jahren saniert. Insgesamt ist die Stadt für etwa 300 Kilometer Straße (ohne Wirtschaftswege) zuständig.

Im vergangenen Jahr musste die Stadt Wassenberg 180.000 Euro für Straßenreparaturen aufwenden. „Das wird in diesem Jahr nicht ausreichen”, vermutet der Vorstand des Stadtbetriebs, Willibert Darius. Für etwa 125 Straßenkilometer ist die Stadt verantwortlich.

Bisher, bestätigt Darius, seien die Schäden durch Frost und Eis „nicht eklatant”. „Wir sind stets bestrebt, die Substanz unseres Straßennetzes zu erhalten”, sagt er. Wo es notwendig sei, werden Schlaglöcher von den Mitarbeitern des Bauhofs provisorisch mit Kaltasphalt gefüllt. „Wir haben Schadstellen”, sagt Darius. Und alle zusätzlichen Kosten, die durch deren Beseitigung jetzt und im Frühjahr entstehen, müssen „haushaltsneutral aufgefangen werden”. Das heißt: In seiner Funktion als Kämmerer muss Darius dann möglicherweise anderswo den Rotstift ansetzen. So wird der Winter nicht nur zum Belastungstest für die Straßen, sondern auch für den Haushalt.

Für Ansgar Lurweg, Technischer Beigeordneter der Stadt Erkelenz, ist es indes viel zu früh, eine erste Bilanz zu ziehen. Erst im März oder April werde man abschließend sagen können, wie sehr der Winter den Straßenbelag angegriffen habe. Vergangenes Jahr, so Lurweg, sei man bei ebenfalls reichlich Frost und Schneefall von Großschäden verschont geblieben. Der Haushaltsposten für Frost- und Straßenschäden insgesamt betrug 100.000 Euro. Ob das dieses Mal reicht? Lurweg möchte keine Kaffeesatzleserei betreiben.

Fazit: Auch wenn Väterchen Frost erst einmal eine Verschnaufpause eingelegt hat, so ganz trauen sich die Verantwortlichen in den Kommunen beim Blick auf den Kalender noch nicht, durchzuatmen. „Wir sind mit dem Winter ja noch lange nicht fertig”, hofft Heinsbergs Bürgermeister Dieder trotzdem darauf, dass auch beim nächsten Winter-Intermezzo Heinsbergs Straßen nach dem Schnee nicht zur Schlaglochpiste werden.
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