Dem Rechtspopulismus deutlich entgegentreten

Von: Dieter Schuhmachers
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Bernd Laprell (links), Leiter des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Heinsberg, beantwortete geduldig alle Fragen der Besucher des Aktionstages. Foto: Anna Petra Thomas
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Schülerinnen des Kreisgymnasiums fertigten Buttons für die Besucher. Foto: Anna Petra Thomas
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Maria Meurer vom Sprecherteam begrüßte zum Aktionstag. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Rund 1700 Veranstaltungen gab es anlässlich der internationalen Woche gegen Rassismus bundesweit, eine davon auch im Heinsberger Kreishaus: einen Aktionstag vom „Bündnis gegen Rechts für Demokratie und Toleranz im Kreis Heinsberg“ mit Musik, Vorträgen sowie Ausstellungen von knapp 20 Parteien, Vereinen, Einrichtungen und sozialen Organisationen, die sich in puncto Integration engagieren.

Maria Meurer vom Sprecherteam im Bündnis begrüßte die Gäste zum Auftakt im großen Sitzungssaal. 250 Organisationen, Parteien und Einzelpersonen hätten sich der im Herbst 2009 gegründeten Initiative inzwischen angeschlossen, erklärte sie. Landrat Stephan Pusch stellte das Engagement des Kreises Heinsberg für die Integration vor und schloss: „Auf breiter Basis sagen wir: Der Kreis Heinsberg möchte Vielfalt“. Dabei gelte, es dem neuen Phänomen des Rechtspopulismus entgegenzutreten, der Probleme im Weg nach gestern lösen wolle. „Mit Abschottung lassen sich aber keine Probleme lösen“, betonte er. Jeder Einzelne müsse Farbe bekennen zum freiheitlichen Rechtsstaat. Er habe Verständnis dafür, dass viele Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland kämen. „Und wir können stolz darauf sein, dass wir hier nicht mit Abschottung, sondern mit Offenheit reagieren“, schloss er.

Szene hat sich gewandelt

Patrick Fels von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln informierte über aktuelle rechtsextremistische Tendenzen im Kreis Heinsberg. Problem sei, dass sich die Szene gewandelt, sich anderen Subkulturen geöffnet habe und nicht mehr an kahlrasierten Köpfen, Bomberjacken und Springerstiefeln zu erkennen sei. Die Anhänger der seit August 2012 verbotenen Kameradschaft Aachener Land seien jedoch in Nebenprojekten weiter aktiv, etwa im „Syndikat 52“. Schmierereien mit „S52“ stünden für dieses Syndikat.

Zu beobachten sei derzeit, dass Räume für Konzerte oder Geburtstagsfeiern angemietet würden mit dem Ziel der Anwerbung junger Leute. Als Beispiel dafür nannte er das Lichtbringer-Fest im November 2016, dass im Internet nur mit „tief im Westen (des Reiches)“ angekündigt worden sei. Ein solches Konzert werde nicht offen beworben, die Teilnehmer per Telefon über mehrere Orte dorthin geschleust. Fels wusste jedoch zu berichten, dass dieses Fest in einer Halle in Heinsberg durchgeführt worden sei.

Auch für Ende April sei wieder eine Feier in Heinsberg angekündigt, getarnt als Geburtstagsfeier eines Hooligans. „Der Kreis Heinsberg hat sich zu einer Region entwickelt, wo in Zukunft vermehrt solche Events stattfinden werden“, betonte der Experte.

Um eine Anmietung von Räumen durch extrem rechte Gruppen zu vermeiden, empfahl er, die Tipps auf der Internetseite der Mobilen Beratung, www.mbr-koeln.de. Eine weitere, auch in der Region aktive Gruppierung seien schließlich die sogenannten Identitären. Ihr Logo sei ein gelbes Dreieck in einem schwarzen Kreis, so Fels.

Drei weitere Vorträge gehörten zum Programm des Aktionstages. Musikalisch engagierten sich die Pestalozzischule Oberbruch, deren Kinder 14 verschiedene Nationalitäten haben, zudem Kinder aus sogenannten Rucksack-Projekten, die nicht nur in Deutsch, sondern auch in ihrer Muttersprache gefördert werden, der Chor 77 und die Jazz-Formation Ufermann.

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