Das Wohl der Kinder muss geschützt werden

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Kreis Heinsberg. „Ich finde es gut, dass das Thema sexueller Missbrauch, was lange Jahre totge-schwiegen wurde, nun auf der Tagesordnung der Kirche steht und wir nun versuchen, ein Beispiel im Umgang mit sexualisierter Gewalt zu geben sowie Vertrauen zurückzugewinnen.”

Dieses Fazit zog Regionaldekan Gottfried Maria Graaff bei der Vollversammlung vom Katholikenrat der Region Heinsberg im Bischof-Hemmerle-Haus in Heinsberg-Uetterath, nachdem die Mitglieder sich fast zweieinhalb Stunden mit der Thematik auseinandergesetzt hatten.Jede Menge Informationen dazu gaben Reiner Lövenich, Jugendbeauftragter für die katholische Jugendarbeit in den Regionen Mönchengladbach und Heinsberg, und Karlheinz Wassong, Präventionsbeauftragter von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen im Bistum Aachen.

Reiner Lövenich lenkte das ­Augenmerk zunächst auf die Begriffe Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung. Er sagte, dass der Schutz des Kindeswohls in Deutschland nichts Neues sei und sich in vielen Gesetzestexten finde. Generell gehe es in diesen um das Recht der Kinder auf eine gewaltfreie Erziehung. Kindeswohl umfasse das Erfüllen körperlicher Bedürfnisse, Sicherheit, soziale Bindungen, Wertschätzung und Bestätigung. Formen der Kindeswohlgefährdung seien körperliche und emotionale Vernachlässigung, körperliche Misshandlung und sexualisierte Gewalt. Bis zu 94 Prozent der Täter von sexuellem Missbrauch kämen aus den Familien und dem sozialen Nahbereich.

Handlungsschritte

Vor dem Hintergrund der Fragestellung „Wie können wir als kirchliche Institution und Verbände vorbeugen” zeigte Lövenich einige Handlungsschritte auf - wie die Prüfung der Eignung der Mitarbeiter sowie die Ausbildung und Sensibilisierung von Mitarbeitern. Grundsätzlich gehe es darum, die Kinder zu stärken und zu schützen durch Hinsehen, Hinhören und gegebenenfalls Handeln, das Gespräch mit dem Träger zu suchen und zu reflektieren. Er informierte darüber, dass jeder der in Deutschland hauptamtlich und ehrenamtlich Kinder und Jugendliche betreuen dürfe, eine Grundausbildung benötige. Dies gelte auch für Leiter und Betreuer bei Ferienspielen.

Karlheinz Wassong referierte über den aktuellen Stand der Maßnahmen zur Prävention vor sexuellem Missbrauch an Minderjährigen. So gebe es seit April eine „Ordnung zur Prävention von sexuellem Missbrauch von Minderjährigen für das Bistum Aachen”. Als erste Maßnahme sei ein erweitertes Führungszeugnis für alle bestellten Priester und Diakone, für alle Mitarbeiter im pastoralen und schulischen Dienst sowie für alle hauptamtlichen und nebenberuflichen Mitarbeiter mit regelmäßigem Kontakt zu Kindern und Jugendlichen eingeführt worden, das alle fünf Jahre erneuert werden müsse. Zudem müssten die genannten Personen eine Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnen, bei der sie sich zu mehr Achtsamkeit gegenüber dem Thema Missbrauch bekennen und dafür eintreten, Kinder und Jugendliche vor sexuellen Übergriffen und Grenzverletzungen zu schützen.

In Planung seien ferner Schulungen für die genannten Personen und alle Ehrenamtlichen, deren Zahl sich auf insgesamt 15 000 Teilnehmer belaufe. „Wir brauchen deshalb in den Gemeinschaft der Gemeinden einen hauptamtlichen Ansprechpartner, der die Schulungsarbeit für die ehrenamtliche Arbeit sicherstellt”, betonte Wassong. Dekan Gottfried Maria Graaff schlug vor, eigene Mitarbeiter im Pastoralteam dafür zu gewinnen, da diese bereits Vertrauenspersonen seien.
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