Hückelhoven - Das Motto des Zeichners: „Kein Tag ohne Linie”

Das Motto des Zeichners: „Kein Tag ohne Linie”

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In Ratheim stellt Karl-Heinz Jeiter seine Bilder aus und erläutert sie vor Canthe-Vorsitzendem Dr. Hans Latour und der Kunsthistorikerin Gabriele Teuteberg aus Aachen, die einführende Worte sprach. Foto: Koenigs

Hückelhoven. „Nulla dies sine linea”, dieses „Kein Tag ohne Linie” des antiken Malers Apelles ist auch das Motto des Aachener Künstlers Karl-Heinz Jeiter, dessen Ausstellung „Zeichnungen” durch den Kunstverein Canthe im Alten Rathaus in Ratheim eröffnet wurde.

Der Künstler steht zwar in einer Tradition, die ihren Ausgang in den prähistorischen Höhlenmalereien genommen und im Mittelalter vorwiegend als Vorstudie zu Gemälden und Skulpturen gedient hat, führt diese Tradition aber fort, indem er die Linie selbst in all ihren verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten zum Thema seiner Zeichnungen macht.

Wie er dabei vorgeht und was ihn in und zu seiner Kunst antreibt, beschreibt er selber so: „Mit Graphitstiften in verschiedenen Härtegraden und Graphitpulver sowie mit Farbstiften in großer Anzahl zeichne ich auf glattem, weißem Papier. Linien, in Schraffuren angelegt, bilden farbige Flächen als Grundierung.

Einzelne Linien stürzen darauf ein, verdichten sich, formen sich zu kristallinen, organischen oder amorphen Gestalten, die auf dem ganzen Format eine Komposition aus Proportionen und Farbklängen bilden. Ich bearbeite die Gestalten weiter. Linienkörper mit Licht und Schatten und Raumillusionen entstehen.

In dieses Gefüge greife ich ein, überarbeite die Körper immer wieder mit Radiergummi und Schmirgelpapier. Partien des Bildes entwickeln sich zurück, machen anderen Linien Platz, lassen neue Schichten entstehen, unter denen alte hervorblitzen.

So ist ein komplexes Gebilde entstanden aus sich verdichtenden Linienbündeln, sowie aus einzelnen Linien, die auf den Betrachter zu oder von ihm weg tief in den schwarzen Graphitgrund eintauchen. Die Linien bilden nichts anderes ab als sich selbst, bilden in ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten einen ästhetischen Kosmos, den ich Zeichnung nenne.”

Die Ausstellung ist noch geöffnet am Samstag, 3., und an den Sonntagen, 4. und 11. Oktober jeweils von 11 bis 17 Uhr. Ein Besuch lohnt sich.
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